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Jittejutsu (Kampf mit dem Jitte)

十手術

Japanische Kampfkunst mit dem Jitte, einer Metallstange mit Haken, die Polizeibeamte der Edo-Zeit trugen. Keine Schule, sondern eine Fertigkeit.

Wichtige Daten

HerkunftslandJapan
RegionAsien
HauptfokusWaffen
KontaktstufeLeichter Kontakt
GürtelsystemKeine Graduierungen

Charakter & Herkunft

StatusLebendig, organisiert
LinieTraditionell
EntstehungszeitFrühe Neuzeit

Training

BekleidungTraditionelle Kleidung
SparringNur Partnerübungen
Rolle der WaffenWaffen im Zentrum
Rolle der FormenOhne Formen

Für wen

KinderprogrammeKein Kindertraining
SeniorenfreundlichAuch für Senioren geeignet

Organisation & Wettkampf

GraduierungenNein
Olympischer StatusNicht olympisch

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeAm Rande
TritteNicht verwendet
WürfeAm Rande
BodenkampfNicht verwendet
Hebel & HaltegriffeBedeutend
WaffenZentral

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Über Jittejutsu (Kampf mit dem Jitte)

Jittejutsu ist keine eigenständige Schule, sondern eine Fertigkeit. Die Enzyklopädie Nipponica definiert es als Festnahmekunst mit der Waffe Jitte. Nach den Wörterbüchern Daijisen und Kokugo daijiten war das Jitte das Werkzeug, mit dem Polizeibeamte der Edo-Zeit Verbrecher festnahmen, und laut Kokugo daijiten diente es zugleich als Ausweis der Polizeihelfer.

Weiterlesen

Die Waffe hat laut Nipponica meist einen eisernen Körper, das Wörterbuch Kokugo daijiten beschreibt sie als Eisenstange mit einem Haken am Griff. Die Länge richtete sich laut Nipponica nach dem Abstand vom Griff bis zum Ellbogen, üblich waren ein shaku und zwei bis drei sun, also 36 bis 39 Zentimeter. Kokugo daijiten nennt rund 45 Zentimeter, die Enzyklopädie Heibonsha 30 bis 60 Zentimeter. Grundtechnik ist laut Nipponica, einen Schwertangriff aufzufangen, zum Ellbogen hin abzuleiten, die Klinge zu packen, sich dem Gegner zu nähern, zuzuschlagen und ihn festzunehmen. Der Ursprung der Waffe ist laut Nipponica unklar, und in alten Quellen kommt sie nicht vor. Die Enzyklopädie gibt an, die Kunst habe angeblich der Chinese Chin Genpin in den Jahren 1648 bis 1652 weitergegeben, und hält sie für wahrscheinlich eine Waffe chinesischen Ursprungs. Unter den Schulen, die die Kunst überliefern, nennt die Enzyklopädie Britannica die Ikkaku-ryu, die zusammen mit der Shinto Muso-ryu gelehrt wird. Nihon Kobudo Shinkokai führt sie als angeschlossene Schule bei einer Linie der Shinto Muso-ryu, und laut Wayne Muromoto nahm sie der dritte Vertreter Matsuzaki Kinueumon Tsunekatsu in den Lehrplan auf. Meik Skoss schreibt, dass auch die Schlagstockmethode der heutigen japanischen Polizei aus der Ikkaku-ryu hervorgeht.

Geschichte

Die Enzyklopädie Nipponica gibt an, dass das Jitte von Polizeibeamten der Edo-Zeit getragen wurde, sein Ursprung unklar ist und es in alten Quellen nicht vorkommt. Laut Nipponica hat die Kunst angeblich der Chinese Chin Genpin in den Jahren 1648 bis 1652 weitergegeben, weshalb die Enzyklopädie es für wahrscheinlich eine Waffe chinesischen Ursprungs aus dem frühen Edo-Zeitalter hält. Die Enzyklopädie Britannica gibt nach dem Werk Kinsei Jibutsu-ko an, dieser Chinese habe im Lehen Owari gedient und eine Festnahmemethode mit dem Jitte weitergegeben. Die japanische Wikipedia schreibt dagegen, die Theorien chinesischen Ursprungs seien widerlegt. Die Schulen unterschieden sich laut Nipponica auch in der Schreibweise des Waffennamens. Britannica nennt unter den Schulen, die die Kunst überliefern, die Ikkaku-ryu. Laut Wayne Muromoto nahm sie ihr dritter Vertreter Matsuzaki Kinueumon Tsunekatsu in den Lehrplan der Shinto Muso-ryu auf. Die englische Wikipedia gibt an, die ursprüngliche Ikkaku-ryu sei ein System von Festnahmekünsten gewesen, in dem das Jitte nur eine der Waffen war, und nach der Meiji-Restauration sei von ihr nur die Kunst des Jitte und des eisernen Fächers Tessen erhalten geblieben.

Was es unterscheidet

Jittejutsu ist eine Fertigkeit, die Ikkaku-ryu dagegen eine Schule, die sie überliefert. Nihon Kobudo Kyokai führt weder Jittejutsu noch die Ikkaku-ryu als eigenständige Schule, und Nihon Kobudo Shinkokai nennt die Ikkaku-ryu nur als angeschlossene Schule bei einer Linie der Shinto Muso-ryu. Meik Skoss schreibt, die Schlagstockmethode der japanischen Polizei, Keibojutsu, stamme aus der Ikkaku-ryu und sei an moderne Bedingungen angepasst worden. Die japanische Wikipedia nennt in der Übersicht der Schulen, die das Jitte lehren, neben der Ikkaku-ryu auch weitere Schulen.

Technik

Das Jitte hatte laut Nipponica meist einen eisernen Körper und am Griff ein umwickeltes Seil mit Schlaufe. Es gab auch hölzerne, Ketten- und ausziehbare Formen. Die Länge richtete sich nach dem Abstand vom Griff bis zum Ellbogen, üblich waren 36 bis 39 Zentimeter. Das Wörterbuch Kokugo daijiten nennt etwa 45 Zentimeter, die Enzyklopädie Heibonsha 30 bis 60 Zentimeter. Grundtechnik ist laut Nipponica, einen Schwertangriff aufzufangen, zum Ellbogen hin abzuleiten und, wenn die Klinge zur Hand hinabgleitet, sie zu packen, näherzukommen, zuzuschlagen und den Gegner festzunehmen. Kokugo daijiten schreibt, dass man mit dem Jitte bei der Festnahme Angriffe abwehrte, schlug und stach. Britannica gibt an, bei Widerstand werde die dominante Hand des Gegners kräftig getroffen. Die englische Wikipedia beschreibt bei der Ikkaku-ryu auch den Einsatz des Jitte mit dem Fächer Tessen gegen einen Schwertangreifer.

Training

Die englische Wikipedia gibt an, die Ikkaku-ryu habe 24 Kata in zwei Reihen, Omote und Ura, mit gleichen Namen und werde vor allem von fortgeschrittenen Übenden der Shinto Muso-ryu gelernt. Die unteren Stufen trainieren laut ihr mit Holzwaffen, und einige Gruppen für Fortgeschrittene verwenden ein Jitte aus Metall gegen ein stumpfes Schwert. Nippon Budokan hat laut dem Katalog CiNii ein Video herausgegeben, das die Ikkaku-ryu zusammen mit der Kusarigama der Isshin-ryu vorstellt.

Heute

Eine eigenständige Jittejutsu-Schule konnten wir weder unter den Mitgliedern des Nihon Kobudo Kyokai noch im Führer koryu.com belegen. Die Ikkaku-ryu wird zusammen mit der Shinto Muso-ryu überliefert, und Nihon Kobudo Shinkokai führt sie bei der von Esumi Kazutoshi in Kunitachi in Tokio geleiteten Linie. Laut Meik Skoss stammt die Schlagstockmethode der heutigen Polizei Japans von ihr.

Wissenswertes

Das Jitte diente laut dem Wörterbuch Kokugo daijiten auch als Ausweis, weil sich Polizeihelfer bei Ermittlungen damit auswiesen. Die Farbe der Quaste am Griff kennzeichnete laut Kokugo daijiten die Zugehörigkeit, und die Enzyklopädie Heibonsha gibt an, dass sie sich je nach Amt unterschied, von Rot bis Violett oder Hellblau. Die japanische Wikipedia ergänzt, dass das Jitte in Serien über die Edo-Zeit im Gürtel getragen wird, in Wirklichkeit aber in einem Futteral unter der Kleidung getragen wurde.

Häufige Fragen

Was ist das Jitte?

Es ist eine Metallstange, die Polizeibeamte der Edo-Zeit trugen. Das Wörterbuch Kokugo daijiten beschreibt sie als Eisenstange mit einem Haken am Griff, die Enzyklopädie Nipponica gibt an, dass damit die Klinge eines Schwertes aufgefangen wurde.

Ist Jittejutsu eine eigenständige Schule?

Nein. Die Enzyklopädie Nipponica beschreibt es als Festnahmekunst mit der Waffe Jitte. Die Schule Ikkaku-ryu, die sie überliefert, wird zusammen mit der Shinto Muso-ryu gelehrt.

Wie lang ist das Jitte?

Die Angaben unterscheiden sich. Die Enzyklopädie Nipponica nennt als Standard 36 bis 39 Zentimeter, das Wörterbuch Kokugo daijiten etwa 45 Zentimeter und die Enzyklopädie Heibonsha 30 bis 60 Zentimeter.

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