Kuntaw
Philippinische Kunst harter und weicher Techniken, seit 1974 Nationalkunst. Als Waffe dient der Arnis-Stock.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Über Kuntaw
Kuntaw ist eine philippinische Kampfkunst, deren heutige Form von Carlito A. Lanada Sr. geschaffen wurde (geboren im August 1939), dem Sohn von Esteban Lañada, genannt Yong Iban. Der Name ist eine moderne philippinische Fassung des Wortes kuntao und wird als heiliger Schlag oder Weg der Faust gedeutet. Das System verbindet harte und weiche Techniken mit einer Bewegung, die oft als katzenartig beschrieben wird, und zeigt einen deutlichen Einfluss von Karate und Kung-Fu. Der Lehrplan ist umfangreich: dreiundvierzig unterschiedliche Formen und sechsundachtzig Grundtechniken. Als Waffe dient der Arnis-Stock, wodurch sich Kuntaw der breiteren philippinischen Stockkampftradition zurechnet. Lanadas Laufbahn ist ungewöhnlich in ihrem frühen Beginn. Schon 1966, kaum in der Mitte seiner Zwanziger, wurde er als jüngster philippinischer Gründer einer Kampfkunst anerkannt. Zum entscheidenden Jahr wurde jedoch 1974: Damals erhielt Kuntaw offiziell den Status der philippinischen Nationalkunst, und Lanada wurde von Präsident Ferdinand Marcos für seine Arbeit für die philippinischen Kampfkünste ausgezeichnet. 1979 gründete er die Internationale Kuntaw-Föderation (I.K.F.), die das Fach bis heute betreut. Lanada selbst führte den Titel eines großen Großmeisters, und 1993 wurde ihm der Präsidentschaftspreis für Sport in der Kategorie Großmeister der Kampfkünste verliehen. Kuntaw gehört damit zu den wenigen Kampfkünsten, deren Stellung auf den Philippinen durch staatliche Anerkennung verankert ist.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
