Filme mit Koryu Bujutsu
Koryu Bujutsu: 13 Filme. Davon: tragendes Thema (12), deutlich präsent (1). Der älteste ist Seven Samurai (1954), der neueste Blade of the Immortal (2017).
← Zurück zur KampfkunstEine Schau exotischer Manga-Waffen — Fächerklingen, Doppelsicheln, Kombinationen, die es nie gab. Interessant ist, dass daneben ganz konventionelles Kenjutsu auftritt, sodass der Unterschied zwischen Erfundenem und Belegtem in einem Film nebeneinandersteht.
Rurouni Kenshin2012 · Keishi OtomoDas Schwert mit umgekehrter Schneide (Sakabatō) ist erfunden, funktioniert aber als klare Chiffre für den Widerspruch zwischen Kampfwirksamkeit und Tötungsverzicht. Die Choreografie verbindet Kenjutsu mit Hongkonger Tempo; Hauptdarsteller Takeru Satoh spielte das meiste selbst.
13 Assassins2010 · Takashi MiikeDie Schlussschlacht dauert fast dreiviertel Stunden und ist ein seltener Versuch zu zeigen, was Erschöpfung mit einem Schwertkämpfer macht: Klingen stumpfen und brechen, die Technik zerfällt, der Kampf geht ins Ringen über. Das zeigt das Genre fast nie.
The Last Samurai2003 · Edward ZwickDie Darsteller absolvierten monatelanges Kendo- und Kenjutsu-Training bei japanischen Lehrern, was man an der Bokken-Arbeit sieht. Die Figur Katsumoto lehnt sich frei an Saigō Takamori und den Satsuma-Aufstand von 1877 an; der Film verdichtet allerdings mehrere historische Schichten.
Zatoichi2003 · Takeshi KitanoZatōichi führt die Klinge umgekehrt im Stock — der Gyakute-Griff, den ein blinder Schwertkämpfer tatsächlich nur auf Nahdistanz nutzen könnte. Kitano kürzte die Duelle auf Sekundenbruchteile, was dem realen Ausgang eines Ziehkampfes am nächsten kommt.
The Twilight Samurai2002 · Yoji YamadaDas Duell im Raum gehört zu den genauesten des Genres: Der Held kämpft mit dem Kurzschwert, weil das lange im engen Zimmer ein Nachteil ist. Genau diese Entscheidung ist Inhalt des Koryū — Filme übergehen sie sonst.
Lone Wolf and Cub: Sword of Vengeance1972 · Kenji MisumiDie Quelle des überzeichneten Bluts im Samurai-Film — spätere Regisseure, Tarantino eingeschlossen, haben es von hier. Die Techniken stammen aus echtem Kenjutsu; der bewaffnete Karren ist dagegen reine Manga-Erfindung.
The Sword of Doom1966 · Kihachi OkamotoDie Figur nutzt einen sogenannten fließenden Schwertstil — ein Ansatz, der darauf beruht, dass der Gegner die Absicht nicht aus der Deckung lesen kann. Eine Filmerfindung, die aber ein reales Problem trifft: Im Koryū liest man die Absicht, nicht die Bewegung.
Harakiri1962 · Masaki KobayashiDie schärfste filmische Kritik am Samurai-Kodex überhaupt. Das Duell im Grasfeld ist ohne Musik und in realer Distanz gedreht — man sieht, wie lange es dauert, die Schwertdistanz zu überwinden, was das Genre sonst verkürzt.
Yojimbo1961 · Akira KurosawaMifunes tiefe, nachlässig wirkende Deckung ist Kino, keine Schultechnik — Kurosawa formte sie aus der Figur. Ziehen und Einzelhieb entsprechen dagegen dem Kern des Battōjutsu: den Zusammenstoß vor der zweiten Bewegung zu entscheiden.
Seven Samurai1954 · Akira KurosawaKurosawa ließ die Darsteller monatelang mit Holzschwertern üben und strich den Effekt bewusst: Die Duelle sind kurz, schmutzig und mit einem Hieb entschieden. Die Figur Kyūzō zeigt, wie echte Überlegenheit im geschulten Schwertkampf aussieht — der Gegner kommt zu nichts.
Samurai I: Musashi Miyamoto1954 · Hiroshi InagakiMusashi war eine historische Figur und Gründer der bis heute geübten Schule Niten Ichi-ryū. Der Film folgt dem Roman von Eiji Yoshikawa, nicht Musashis eigenem Buch der fünf Ringe — die meisten Szenen sind daher literarisch, nicht belegt.
Samurai I: Musashi Miyamoto1954 · Hiroshi InagakiMusashi war eine historische Figur und Gründer der bis heute geübten Schule Niten Ichi-ryū. Der Film folgt dem Roman von Eiji Yoshikawa, nicht Musashis eigenem Buch der fünf Ringe — die meisten Szenen sind daher literarisch, nicht belegt.
Kill Bill: Volume 12003 · Quentin TarantinoTarantino mischt bewusst Hongkonger Kung-Fu, japanischen Samuraifilm und Spaghettiwestern. Das Schwert von Hattori Hanzō verweist auf eine reale historische Figur — einen Ninja der Edo-Zeit —, doch der Schwertkampf selbst ist Stilisierung, kein Kenjutsu.
Seven Samurai1954 · Akira KurosawaKurosawa ließ die Darsteller monatelang mit Holzschwertern üben und strich den Effekt bewusst: Die Duelle sind kurz, schmutzig und mit einem Hieb entschieden. Die Figur Kyūzō zeigt, wie echte Überlegenheit im geschulten Schwertkampf aussieht — der Gegner kommt zu nichts.
