Gulesh
Traditioneller aserbaidschanischer Ringkampf. Die UNESCO nahm 2022 die aserbaidschanische Pehlevanliq-Kultur auf, also Spiele, Sport und Ringen in der Zorkhana.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Gulesh
Über Gulesh
Güləş ist ein traditioneller aserbaidschanischer Ringkampf. Die UNESCO nahm 2022 das Element Pehlevanliq culture: traditional zorkhana games, sports and wrestling in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf. Laut UNESCO umfasst es Spiele und Sportarten, etwa das Ringen, sowie individuelle Darbietungen. Hauptträger sind laut UNESCO die Pehlevans, Männer, die diese Fertigkeiten üben, vorführen und weitergeben. Die Präsidentenbibliothek Aserbaidschans gibt an, Ringen und gurshagtutma, eine Ringkampfart, seien die Hauptdisziplinen der Zorkhanas gewesen und Zorkhanas aus dem 17. und 18. Jahrhundert seien in Baku, Nakhchivan, Ganja und Ordubad erhalten. Unter den Bolschewiki wurde die Zorkhana laut ihr wegen ihres religiösen Charakters unterdrückt, die Praxis lebte aber in den Gemeinschaften fort, und nach der Unabhängigkeit Anfang der 1990er Jahre traten die Ringer deutlich häufiger auf. Laut der Tourismus-Website eurasia.travel beginnt der Kampf damit, dass die Gegner dreimal mit den Schultern aufeinanderprallen, und es siegt, wer den Gegner auf beide Schulterblätter legt. Die aserbaidschanische Meisterschaft im Nationalringen milli güləş richtet laut Report.az das Ministerium für Jugend und Sport gemeinsam mit dem Verband AMİNA aus.
Geschichte
Die UNESCO nahm das Element Pehlevanliq culture auf der 17. Tagung des Zwischenstaatlichen Komitees in Rabat vom 28. November bis 3. Dezember 2022 mit dem Beschluss 17.COM 7.B.42 auf. Laut dem Beschluss wurde es am 21. September 2017 in das nationale Verzeichnis Aserbaidschans aufgenommen. Die Präsidentenbibliothek Aserbaidschans deutet das Wort Zorkhana als Haus des Mutes (zor bedeutet Kraft, khana Raum) und gibt an, diese Spiele seien der Überlieferung nach in Aserbaidschan entstanden. Die Kampffläche hieß laut ihr kud und lag tiefer als das Podium für die Zuschauer. Die Zorkhana in Icheri Sheher beim Mugham-Theater in Baku steht als historisches Denkmal unter Schutz, und in Tabriz sind laut der Bibliothek noch über zwanzig in Betrieb. Zorkhana und Ringen wurden 1992 in die Lehrpläne des Sportunterrichts aufgenommen.
Was es unterscheidet
Green (2001) schreibt, der aserbaidschanische und der türkische Ringkampf ähnelten in vielem dem isländischen Glima, besonders durch die Hosen, an denen man bei Würfen greifen darf, beim Glima gebe es statt der Hosen einen Gürtel. Den nationalen Ringerverband, der laut AZERNEWS 1993 gegründet wurde, erwähnt diese Zeitung im Zusammenhang mit dem olympischen Ringen.
Technik
Laut der Tourismus-Website eurasia.travel fassen sich die Ringer an den Hosen oder Beinen und setzen Beinstellen und Würfe ein. Verboten ist laut ihr, an die Kehle zu greifen, mit der Faust zu schlagen oder unter die Gürtellinie zu treten, den Gegner ohne Durchziehen zu werfen, Arme, Beine oder Finger zu verdrehen und mit dem Kopf gegen den Körper des Gegners zu drücken. Das Aufwärmen meidan-gazmek beschreibt sie als zeremoniellen Tanz, bei dem die Ringer um den Teppich gehen, die Arme schwingen, zu Boden fallen und sich mit dem Gruß salam begrüßen. Die UNESCO gibt an, die Pehlevans verwendeten Geräte, die mittelalterlichen Waffen wie Schwertern, Schilden und Bögen ähneln, aber schwerer sind, damit sie ursprünglich leichter mit echten Waffen umgehen konnten.
Wettkampf
Die Wettkämpfe leiten laut UNESCO Kampfrichter, und sie werden von Musik oder schnellen Trommeln begleitet. Die World Ethnosport Confederation gibt an, ein Kampf dauere fünf Minuten, die Ringer trügen lockere Hosen, einen weichen Gürtel und weiche Schuhe, ein klarer Sieg sei das Legen des Gegners auf beide Schulterblätter, sonst entschieden Punkte. Die aserbaidschanische Meisterschaft im milli güləş für Junioren und Erwachsene fand laut Report.az am 16. November 2025 im olympischen Sportkomplex Absheron statt und diente der Auswahl der Nationalmannschaft für das folgende Jahr.
Heute
Träger der Pehlevanliq-Kultur sind laut UNESCO Männer, die sie zum Beruf gewählt haben. Die weitere Gemeinschaft bilden lokale Organisationen, Trainer, Studierende von Sporthochschulen, Zuschauer und Handwerker, die die Geräte herstellen. Die Schutzmaßnahmen bereitete laut dem Beschluss der UNESCO das Kulturministerium mit der Azerbaijan Zorkhana Federation und den Gemeinschaften vor. Die Präsidentenbibliothek gibt an, Aserbaidschan sei seit 2007 Mitglied der International Zorkhana Sports Federation.
Wissenswertes
Die alten Ringer schmückten sich laut eurasia.travel die Knie mit Spiegelstückchen, um zu zeigen, dass sie damit nie den Teppich berührt hatten. Die Präsidentenbibliothek Aserbaidschans gibt an, 2009 habe Vugar Gurbanov bei der ersten Zorkhana-Weltmeisterschaft das Schwergewicht gewonnen.
Häufige Fragen
Ist güləş bei der UNESCO aufgenommen?
Die UNESCO nahm 2022 das aserbaidschanische Element Pehlevanliq culture auf, das traditionelle Spiele, Sport und Ringen in der Zorkhana umfasst. Das Wort güləş verwendet die UNESCO nicht.
Was ist eine Zorkhana?
Die Präsidentenbibliothek Aserbaidschans deutet das Wort als Haus des Mutes und gibt an, die Hauptdisziplinen der Zorkhanas seien Ringen und gurshagtutma gewesen. Zorkhanas aus dem 17. und 18. Jahrhundert sind in Baku, Nakhchivan, Ganja und Ordubad erhalten.
Wie gewinnt man beim güləş?
Laut eurasia.travel und der World Ethnosport Confederation, indem man den Gegner auf beide Schulterblätter legt. Laut der World Ethnosport Confederation entscheiden sonst Punkte.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.