Wu Style Tai Chi
吳式太極拳Familienzweig des Taijiquan von Wu Quanyou und Wu Jianquan mit geneigter, innerlich aufrechter Körperhaltung. Seit 2014 auf der nationalen Liste Chinas.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Wu Style Tai Chi
Über Wu Style Tai Chi
Der Wu-Stil ist ein Familienzweig des Taijiquan, den laut dem staatlichen Portal für das immaterielle Kulturerbe Chinas Wu Quanyou (1834–1902) gründete, ein Mandschu aus dem Pekinger Bezirk Daxing. Er lernte bei Yang Luchan und dessen Sohn Yang Banhou. In die heutige Gestalt ordnete den Stil sein Sohn Wu Jianquan (1870–1942), der wiederholte und springende Bewegungen entfernte. 1928 ging er zum Unterrichten nach Shanghai, während Wang Maozhai in Peking blieb, daher das Sprichwort „Wu im Süden, Wang im Norden“. Die Wettkampfregeln beschreiben den Stil als leicht und ruhig, kompakt, mit einer schrägen Körperhaltung, die innerlich aufrecht bleibt. Das Gewicht wird auf ein Bein verlagert, die Bewegung ist langsam, fließend und ausgewogen. Die wichtigsten Handformen haben 83 Positionen, kürzere Formen 37 und 16. Zum Training gehören ein umfangreiches Programm der schiebenden Hände, Steh- und Gesundheitsübungen sowie Waffen: Säbel, Schwert, Speer und klebender Stab. Seit 2014 steht der Wu-Stil auf der nationalen Liste des immateriellen Kulturerbes Chinas, das Taijiquan als Ganzes seit 2020 auf der UNESCO-Liste. Vorsicht vor Verwechslung mit dem Wu-(Hao)-Stil von Wu Yuxiang, der chinesisch mit einem anderen Zeichen geschrieben wird. Ein bekanntes Ereignis aus der neueren Geschichte des Stils ist der Kampf von Wu Gongyi gegen einen Meister des weißen Kranichs 1954 in Macau.
Geschichte
Gründer des Wu-Stils ist laut dem staatlichen Portal für das immaterielle Kulturerbe Chinas Wu Quanyou (1834–1902), ein Mandschu aus dem Pekinger Bezirk Daxing. Er lernte taijiquan bei Yang Luchan und dessen Sohn Yang Banhou, den großen und den kleinen Rahmen, und legte damit den Grundstein des Stils. Nach seinem Tod 1902 entwickelten ihn sein Schüler Wang Maozhai und sein Sohn Wu Jianquan (1870–1942) weiter. Wu Jianquan überarbeitete die Familienform, entfernte wiederholte und springende Bewegungen und gab ihr die heutige Gestalt. Laut dem staatlichen Portal unterrichtete er ab 1912 in Peking, andere Quellen nennen 1914. 1928 ging Wu Jianquan zum Unterrichten nach Shanghai, während Wang Maozhai in Peking blieb, daher das Sprichwort „Wu im Süden, Wang im Norden“. Die erste Akademie des Stils entstand laut den Veranstaltern eines Symposiums 1935 in Shanghai, eine andere Quelle nennt 1936.
Was es unterscheidet
Der Wu-Stil entstand aus dem Yang-Stil, denn Wu Quanyou lernte den großen und kleinen Rahmen bei Yang Luchan und Yang Banhou. Danach teilte sich die Linie in das südliche Wu von Wu Jianquan in Shanghai und das nördliche Wang von Wang Maozhai in Peking. Vom Chen-Stil unterscheidet ihn laut dem staatlichen Portal das Tempo: Chen wechselt zwischen schnell und langsam und nutzt spiralförmiges Seidenwickeln, Wu ist langsam, fließend und ausgewogen. Auch die Formen unterscheiden sich: Chen hat großen, kleinen und neuen Rahmen, Wu alte Formen mit 83 und kürzere mit 37 und 16 Positionen. Vorsicht vor Verwechslung mit dem Wu-(Hao)-Stil von Wu Yuxiang. Er wird lateinisch gleich geschrieben, chinesisch aber mit anderem Zeichen (吴 gegenüber 武). Beide stehen auf der staatlichen Liste, Wu (Hao) seit 2008, der Stil von Wu Quanyou seit 2014.
Technik
Die Wettkampfregeln von 1993 beschreiben den Wu-Stil als leicht und ruhig, kompakt und zugleich offen, mit einem Stand in Form des Zeichens 川 und einer schrägen Körperhaltung, die innerlich aufrecht bleibt. Typisch sind die Verlagerung des Gewichts auf ein Bein und eine langsame, fließende, ausgewogene Bewegung. Zu den Handformen gehören laut dem staatlichen Portal Wang Maozhais alter Rahmen mit 83 Positionen, Yang Yutings Form mit 83 Positionen und Wang Peishengs Formen mit 37 und 16 Positionen. Waffen sind Säbel, Schwert, Speer und der klebende Stab zhan gan. Laut den Veranstaltern des Symposiums stehen die Füße parallel und näher beieinander als im modernen Yang- oder Chen-Stil. Ein Lehrer beschreibt, wie sich der Körper bei den schiebenden Händen neigt und das hintere Bein als Gegengewicht dient, wobei die Linie vom Kopf bis zur Ferse gerade bleibt.
Training
Zum Training des Wu-Stils gehören laut dem staatlichen Portal die Standübung taiji zhuang, die innere Übung taiji neigong und die Gesundheitsübungen Qiankun wuji gong und Qubing jianshen xiao gongfa. Schiebende Hände übt man in mehreren Kreisübungen für eine und zwei Personen, in Übungen der vier Richtungen und vier Ecken und als da lu, lan cai hua und taiji sanshou. Taijiquan wird laut UNESCO in Familien oder im Verhältnis von Meister und Schüler weitergegeben, das die baishi-Zeremonie bekräftigt.
Graduierungen und Fortschritt
Ein Graduierungs- oder Prüfungssystem des Wu-Stils fanden wir in den Quellen nicht. Das chinesische Wushu kennt laut einem Diskussionsforum neun duan-Grade in drei Stufen zu je drei, eine offizielle Quelle der Chinesischen Wushu-Vereinigung konnten wir aber nicht finden. Den Fortschritt bestimmen daher vor allem die Formen von den schiebenden Händen bis zum taiji sanshou, die das staatliche Portal beschreibt.
Heute
Der Staatsrat setzte den Wu-Stil am 3. Dezember 2014 in der vierten Runde auf die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes Chinas, als Teil der Position Taijiquan zusammen mit den Stilen Li, Wang Qihe und He. Verantwortlich für die Aufnahme sind der Pekinger Bezirk Daxing, der Bezirk Wuqing in Tianjin, der Kreis Renxian in der Provinz Hebei und der Kreis Wen in der Provinz Henan. Taijiquan als Ganzes nahm die UNESCO im Dezember 2020 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf. Der Internationale Wu-Stil-Verband entstand 1995 in Toronto. Eine Metaanalyse von 24 randomisierten Studien aus dem Jahr 2023 ergab, dass Tai Chi das Sturzrisiko älterer Menschen um etwa ein Viertel senkt, den Wu-Stil aber nicht gesondert bewertet.
Wissenswertes
Im Januar 1954 trat in Macau auf einem über dem Estoril-Schwimmbecken errichteten Ring Wu Gongyi, ein Vertreter des Wu-Stils, gegen den Meister des Stils des weißen Kranichs Chan Hak Fu an. Laut der Regierung von Macau sah der neunjährige Lei Man Iam den Kampf, der ihn zu den Kampfkünsten brachte, und er wurde später Champion des Chen-Stils. Laut der staatlichen Beschreibung fanden Entstehung, Formung und Entwicklung des Wu-Stils im Pekinger Bezirk Daxing statt. Laut den Veranstaltern eines Symposiums nahm Wu Jianquan, Sohn des Mandschu Quan You, den Han-Familiennamen Wu an, daher der Name des Stils.
Häufige Fragen
Wer hat den Wu-Stil gegründet und wo?
Den Wu-Stil gründete Wu Quanyou im Pekinger Bezirk Daxing, und sein Sohn Wu Jianquan, der ab 1928 in Shanghai unterrichtete, ordnete ihn zur heutigen Schule.
Ist der Wu-Stil dasselbe wie Wu (Hao)?
Nein. Der Wu-Stil geht auf Wu Quanyou zurück und wird chinesisch mit dem Zeichen 吴 geschrieben, der Wu-(Hao)-Stil von Wu Yuxiang mit 武. Auf der nationalen Liste des immateriellen Erbes Chinas stehen beide als eigene Positionen.
Ist Tai Chi im Wu-Stil für Senioren geeignet?
Zum Stil gehören auch Gesundheitsübungen. Eine Metaanalyse von 24 Studien aus dem Jahr 2023 ergab, dass Tai Chi das Sturzrisiko älterer Menschen um etwa ein Viertel senkt, den Wu-Stil aber nicht gesondert bewertete.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.