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Savate

Französischer Schlagsport, bei dem mit dem Fuß im Schuh getreten und mit den Händen geboxt wird. Seine moderne Form gaben ihm Charles Lecour und Joseph Charlemont im 19. Jahrhundert.

Wichtige Daten

Meister & Persönlichkeiten
HerkunftslandFrankreich
RegionEuropa
HauptfokusSchlagtechnik
KontaktstufeLeichter Kontakt · Vollkontakt (je nach Stil)
GürtelsystemHandschuhfarben

Charakter & Herkunft

StatusLebendig, organisiert
LinieSportlich kodifiziert
Entstehungszeit19. Jahrhundert

Training

BekleidungSchutzausrüstung
SparringLeichter Kontakt · Vollkontakt (je nach Stil)
Rolle der WaffenWaffen optional
Rolle der FormenOhne Formen

Für wen

Übliches Mindestalter7 Jahren
KinderprogrammeKindergruppen üblich
SeniorenfreundlichMit Anpassungen geeignet
Körperliche Anforderung4/5
Verletzungsrisiko4/5
Übertrag auf Selbstverteidigung3/5
Wie wir die Skalen bewerten →

Organisation & Wettkampf

GraduierungenJa (Handschuhfarben)
WettkampfformatGemischt
GewichtsklassenJa
Olympischer StatusNicht olympisch
Geschätzte Praktizierende10 000–100 000

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeZentral
TritteZentral
WürfeNicht verwendet
BodenkampfNicht verwendet
Hebel & HaltegriffeNicht verwendet
WaffenAm Rande

Vergleiche

Savate vs. Muay Thai→

Kataloge & Datenbanken für Savate

👊 Technik-Datenbank5 Einträge · über 3 Stile hinweg
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👥 Persönlichkeiten & Meister5 Einträge · über 3 Stile hinweg
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🎬 Savate in der Kultur2 Einträge · über 3 Stile hinweg
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Über Savate

Savate, auf Französisch auch boxe française, ist ein französischer Schlagsport, bei dem mit dem Fuß im Schuh getreten und mit den Händen geboxt wird. Seine Wurzeln liegen in der Pariser Straßen-Savate und im Marseiller chausson, die Quellen datieren sie ins 17. oder 18. Jahrhundert. Michel Casseux eröffnete 1825 die erste Einrichtung für eine regulierte Form, die Kopfstöße und Ringen im Griff verbot.

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Sein Schüler Charles Lecour lernte nach 1838 das englische Boxen und verband es mit den Tritten der Savate. 1845 eröffnete er mit seinem Bruder Hubert in Paris die erste Schule für französisches Boxen und den Stock. Joseph Charlemont veröffentlichte 1877 das Traité de la Boxe Française, das erste Werk, das Schläge und Stellungen kodifizierte. Der Wettkampf verwendet vier Tritte (fouetté, chassé, revers, coup de pied bas) und vier Schläge (direct avant, direct arrière, crochet, uppercut). Die Regeln der FF Savate legen die Trefferflächen fest: Tritte nur mit bestimmten Teilen des Schuhs, Schläge mit dem vorderen Teil der Faust. Ellbogen, Knie und Clinch gehören nicht zu den erlaubten Treffern. Der assaut wird nach Technik und Präzision ohne Einsatz von Kraft bewertet, der combat auch nach der Wirksamkeit der Treffer. Die Grade werden durch die Farbe der Handschuhe (gants) bezeichnet: blau, grün, rot, weiß, gelb und silber. Der internationale Verband FISav entstand 1985, bei den Olympischen Spielen 1924 war Savate nur eine Demonstration, im olympischen Programm ist es nicht. Der französische Verband leitet als eigene Disziplinen auch canne de combat und savate défense.

Geschichte

Savate, auf Französisch auch boxe française, hat seine Wurzeln im Pariser Straßen-Savate mit schwerem Schuhwerk und niedrigen Tritten sowie im Marseiller Chausson mit hohen Tritten und Schlägen mit der offenen Hand. Die Quellen verorten sie im 17. oder 18. Jahrhundert. Michel Casseux (1794–1869) eröffnete laut FF Savate um 1820 die erste Pariser Schule für eine geregelte Form ohne Kopfstöße, Augenstechen und Griffkampf. Die Geschichte der FF Savate nennt ihn als den Ersten, der die Pariser Kampfstile auflistete. Sein Schüler Charles Lecour sah am 5. Juni 1838 den Kampf zwischen Owen Swift und Jack Adams, lernte in London das englische Boxen und verband es mit den Tritten des Savate. Im Jahr 1845 eröffnete er mit seinem Bruder Hubert in der Passage des Panoramas in Paris die erste Schule für französisches Boxen und Stockkampf und führte Handschuhe ins Training ein. Der Begriff boxe française wurde 1840 von Théophile Gautier verwendet.

Was es unterscheidet

Savate arbeitet laut dem französischen Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes nur mit Füßen und Fäusten: Die Fäuste dienen für Schläge, die Füße für Tritte und auch zum Stoppen des gegnerischen Angriffs. Von anderen Schlagsportarten mit Tritten unterscheidet es sich am deutlichsten durch den speziellen Schuh, mit dem getreten wird. Die Geschichte der Französischen Savate-Föderation (FF Savate) beschreibt boxe française als Disziplin, die im Gegensatz zum englischen Boxen Wert auf Distanz, Präzision und Eleganz legt und bei der Treffer eher berühren als zerschmettern sollen. Das ist die Beschreibung der Föderation über den eigenen Sport.

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Das Kickboxen des Verbands WAKO hat Ringdisziplinen mit drei Runden zu zwei Minuten. Full contact erlaubt Treffer an Kopf und Rumpf oberhalb der Gürtellinie, low kick fügt Tritte gegen die Beine hinzu, und die K-1-Regeln zusätzlich Knie nach einem Griff um den Nacken. Savate kennt zwei Formate. Im assaut ist laut FF Savate Kraft ausgeschlossen und das Anstreben eines Knockouts verboten, bewertet werden Technik, Stil und Präzision. Im combat ist Kraft erlaubt, ein Knockout möglich, und auch Wirksamkeit und Kampfgeist punkten. Bei der französischen Meisterschaft ist im assaut der Helm verboten, im combat ist Schutz Pflicht. Zum combat darf man nur mit einer bestimmten Stufe, zum Beispiel erfordert Élite A den gant de bronze. Eine eigene Disziplin des Verbands ist canne de combat, Kampf mit Kastanienstock in einem Kreis von 9 Metern Durchmesser ohne Gewichtsklassen.

Technik

Die technische Grundlage legte Joseph Charlemont, dessen Traité de la Boxe Française von 1877 das erste Werk war, das Schläge und Stellungen kodifizierte. Der Wettkampf verwendet vier Tritte (fouetté, chassé, revers, coup de pied bas) und vier Schläge (direct avant, direct arrière, crochet, uppercut). Die Regeln der FF Savate von 2026 legen die Trefferflächen fest: fouetté mit der Spitze oder dem Spann, revers mit der Sohle, chassé mit der Ferse, coup de pied bas mit der Innenkante des Fußes und Schläge mit dem vorderen Teil der Faust. Mit Tritten darf auf den vorderen und seitlichen Teil des Kopfes, auf den Rumpf und auf die unteren Gliedmaßen getroffen werden, mit Faustschlägen auf Kopf und Rumpf. Verboten sind Treffer zu Schritt, Nacken, Rücken und Scheitel, bei Frauen zur Brust und bei Männern Fausttreffer unterhalb der Gürtellinie, also unterhalb der Beckenkämme. Ellbogen, Knie und Clinch nennen die Regeln nicht unter den erlaubten Treffern, Halten und Schieben wird bestraft.

Training

Das Training richtet sich nach zwei Formen der Begegnung. Der assaut bewertet nach den Regeln der FF Savate die technische Beherrschung, den Stil und die Präzision, und die Kraft ist von der Wertung ausgeschlossen, der combat beurteilt zusätzlich die Wirksamkeit der Treffer und den Kampfgeist. In der initiation darf der Instruktor nach der FF Savate Raum, Dauer und Intensität der Übung anpassen und dabei die Sicherheitsregeln wahren. Zum Training gehört oft auch der Stock canne de combat, ein rein wettkampfbezogenes Training kann ihn weglassen. Den Aufbau einer üblichen Stunde, die Trainingshäufigkeit und die Form der Konditionsvorbereitung konnten wir nicht belegen.

Graduierungen und Fortschritt

Die Stufen werden durch die Handschuhfarbe (gants) gekennzeichnet. Nach dem Règlement sportif der FF Savate von 2026 gehören zur initiation gant bleu und vert, zum perfectionnement gant rouge und blanc, zur maîtrise gant jaune und zur expertise argent technique 1° bis 3°. Kinder der Kategorien pré-poussins und poussins haben die Entdeckungsstufen kangourou 1° bis 3°. Laut dem französischen Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes wurden die Handschuhstufen 1955 bis 1956 formell eingeführt. Die Stufen bedingen direkt den Wettkampfzugang. Zum assaut darf man ab gant rouge mit Zustimmung des Trainers, der combat steht Inhabern von gant jaune und gant de bronze offen, wobei der gant de bronze den gant jaune, mindestens das erste Juniorenjahr und mehr als eine Lizenzsaison voraussetzt. Die Anforderung an den Wettkampfhandschuh variiert außerhalb Frankreichs je nach Land, ein einheitliches internationales Stufensystem fanden wir nicht.

Für wen

Die FF Savate teilt die Wettkämpfer nach dem Règlement sportif 2026 in pré-poussins (7–9 Jahre), poussins (10–11), benjamins (12–13), minimes (14–15), cadets (16–17), juniors (18–20) und seniors ab 21 Jahren. Veteranen beginnen je nach Disziplin ab 35 oder 40 Jahren und brauchen im combat eine besondere Zustimmung des Verbandsarztes. Die Jugend-Weltmeisterschaft veranstaltet die FISav nur im assaut, also ohne Kraft. Der assaut wird nur zwischen Gegnern des gleichen Geschlechts ausgetragen. Bei Frauen verbieten die Regeln Tritte wie auch Fausttreffer zur Brust und Fausttreffer unterhalb der Gürtellinie. Kinderregeln zu Treffern zum Kopf und zu Schützern, eine Verletzungsstudie bei Kindern und eine Stellungnahme von Ärzten zum Savate für Kinder haben wir nicht gefunden. Eine Verletzungsstudie zum Savate mit Inzidenz haben wir auch bei Erwachsenen nicht gefunden, zugänglich ist nur die Übersicht von A. Monroche aus dem Jahr 1999 ohne Zahlen.

Wettkampf

Das Wettkampf-Savate hat zwei Formate. Der assaut bewertet Technik, Stil und Präzision ohne Kraft, der combat auch die Wirksamkeit der Treffer und den Kampfgeist. Nach dem Règlement sportif der FF Savate von 2026 wird in 3 bis 7 Runden zu 1:30 oder 2:00 mit einer Minute Pause gekämpft, in der Élite A im combat 5 × 2 Minuten. Der nationale Verband FFSB entstand 1903, 1975 löste ihn die FFBFS et DA ab, und die heutige FF Savate leitet savate boxe française, canne de combat und bâton, savate forme und savate défense. Die internationale FISav wurde am 23. März 1985 gegründet und ist Mitglied der AIMS. Die Weltmeisterschaft der Senioren veranstaltet sie im assaut, im combat und in der canne de combat, die der Jugend nur im assaut.

Ausrüstung

Schuhe sind ein verpflichtender Teil der Ausrüstung, weil die Regeln festlegen, mit welchem Teil des Schuhwerks getreten wird. Zur Wettkampfkleidung gehören die intégrale oder eine Weste und Savate-Hosen, außerdem Boxhandschuhe. Zahnschutz und Bandagen nennen die Regeln der FF Savate für die Meisterschaften als verpflichtend. Ein Helm wird in den Juniorenwettkämpfen und in den ersten Runden des combat getragen, im assaut der Meisterschaften der FF Savate ist er dagegen verboten. Im combat bleiben von den Schützern nur der Tiefschutz und der Zahnschutz. Wer auch canne de combat trainiert, braucht dafür einen Stock. Die relativen Kosten der Ausrüstung sind mittel, weil schon der assaut Handschuhe, besondere Schuhe und Schützer verlangt.

Philosophie

Die FISav nennt als ihre Werte Ethik, Ästhetik, Bildung und Wirksamkeit, verbunden mit Fairplay, Disziplin und Respekt vor den Regeln und den Menschen. Eine erzieherische Richtung trägt auch das Format assaut, in dem Technik, Stil und Präzision bewertet werden und die Kraft von der Wertung ausgeschlossen ist. Die Regelvarianten ziehen das Savate nach der französischen Beschreibung der Disziplinen zu einem erzieherischen Sport, das Muay Thai dagegen zu einem kämpferischen. Einen religiösen oder zeremoniellen Rahmen des Savate haben wir nicht gefunden. Lecours Schule besuchten im 19. Jahrhundert Eugène Sue, Alphonse Karr, Théophile Gautier und Alexandre Dumas.

Heute

Die FF Savate leitet heute außer dem Wettkampf-savate boxe française auch canne de combat und bâton, savate forme, savate défense und sport pour tous. Savate défense übt Antworten auf Griff und Schlag mit einem Partner, der den Angriff simuliert, die Reaktionen sollen defensiv und angemessen sein. Der Verband hat vier Zertifizierungen sport-santé, 2019 vom CNOSF genehmigt, zu den Zielgruppen gehören Menschen nach einer Rückenmarksverletzung, mit Anorexie, mit Trisomie 21 und Senioren. Die Programme schließen heftige Stöße aus und verlangen eine ärztliche Verordnung. Zu den Savateuren, die im MMA kämpften, gehören Gerard Gordeau, Weltmeister im Savate im Schwergewicht (die Quellen nennen 1991 oder 1992) und Finalist von UFC 1, und Cheick Kongo. Eine Studie zum Konditionsnutzen des Savate und eine belegte Anwendung in Armee oder Polizei haben wir nicht gefunden.

Wissenswertes

Das Wort Savate stammt laut Britannica aus einem mittelfranzösischen Ausdruck für einen alten Schuh und kam 1862 ins Englische. Laut der Geschichte der FF Savate wurde Savate bis 1800 in den armen Pariser Vierteln betrieben. Im Jahr 1856 verbot ein Staatsdekret Kampfsportarten, und boxe française wurde vorübergehend in adresse française umbenannt, das Verbot wurde 1860 aufgehoben. Seit 1852 wurde es laut dem französischen Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes an der Militärschule in Joinville als erste Kampfsportart gelehrt. Bei den Olympischen Spielen in Paris 1924 war Savate mit canne de combat nur eine Demonstrationssportart. Den Namen Savate boxe française nahm der französische Verband 1998 an, die erste Weltmeisterschaft im combat fand 1991 statt und in der canne de combat 2004 auf Réunion. Den Ehrenhandschuh Gant d'Or erhält, wer zehn Jahre dem Savate dient und seit zwei Jahren den Gant Vermeil trägt.

Stile & Zweige

Chausson

Ein provenzalisches Fußspiel, das J. Charlemont 1899 als altes, im Volksmund savate oder chausson genanntes Spiel beschrieb. Man berührte mit der Fußspitze, die Hände klatschten nur.

Lutte Parisienne

Griffkampfanteil des savate aus dem Paris des 19. Jahrhunderts, der nach Green seine Techniken verbarg. Seit 1992 heißt er laut Le Monde savate défense.

Savate Défense

Angegliederte Disziplin des französischen Savate-Verbands für Selbstverteidigung im Rahmen der Notwehr. Hieß früher savate bâton défense und nutzt auch den Stock mit Quergriff.

Häufige Fragen

Was ist Savate?

Savate, auf Französisch auch boxe française genannt, ist laut der Französischen Savate-Föderation ein Kampfsport, der Tritte und Faustschläge kombiniert und auf Präzision, Kontrolle, Beinarbeit und Täuschungsbewegungen beruht. Weltweites Leitungsgremium ist seit dem 23. März 1985 die Internationale Savate-Föderation (FISav).

Warum wird im Savate in Schuhen gekämpft?

Savate wird in Boxhandschuhen und in speziellen Schuhen gekämpft, mit denen getreten wird. Der Schuh ist laut dem französischen Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes das auffälligste Element, das Savate von anderen Sportarten mit Schlägen und Tritten unterscheidet. Warum gerade in Schuhen getreten wird, erklärt das Verzeichnis nicht.

Wie werden im Savate die Grade bezeichnet?

Die Grade werden im Savate durch die Farbe der Handschuhe (gants) bezeichnet, zum Beispiel blau, grün, rot, weiß, gelb und silber technisch. Formell führte sie die französische Kommission in den Jahren 1955 bis 1956 ein, und nach den Regeln der Französischen Savate-Föderation bedingen sie den Start bei Wettkämpfen.

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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.

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