Chausson
Das Marseiller Beinspiel des 18. und 19. Jahrhunderts; hohe Tritte mit Handstütze am Boden und Ohrfeigen statt Fausthiebe.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Chausson
Über Chausson
Chausson, auch chausson marseillais oder schlicht das Marseiller Spiel, war eine französische Art des Beinkampfes, die sich im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert in der Hafenwelt von Marseille hielt. Den Namen trägt sie nach dem leichten Leinenschuh, in dem geübt wurde. Von der Pariser Savate unterschied sie sich durch die Höhe der Tritte: Der Kämpfer stützte sich häufig mit einer Hand am Boden ab oder hielt sich am Tauwerk fest, was ihm erlaubte, hoch zu treten und dabei auf schwankendem Deck das Gleichgewicht zu halten. Handschläge gab es, doch wurden sie mit offener Handfläche als Ohrfeigen geführt; ein Faustschlag ins Gesicht galt als Beleidigung, die zum Duell gehörte und nicht zum Spiel. Gerade dieser Unterschied zwischen Spiel und Beleidigung erklärt, warum sich Chausson so lange außerhalb der Kategorie der Schlägerei hielt. In der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts verbanden sich die Marseiller und die Pariser Überlieferung, und Charles Lecour fügte Faustschläge aus dem englischen Boxen hinzu; daraus entstand die heutige Savate beziehungsweise Boxe française, in der Chausson als eigenständige Praxis erlosch. Erhalten blieb es vor allem als historischer Begriff und als Teil der Erzählung über die Herkunft der Savate; einige Vereine rekonstruieren seine frühere Gestalt. Ein Gründer und ein Gründungsjahr sind nicht belegt, denn es handelte sich um eine volkstümliche Praxis ohne Kodifizierung, und diese Seite nennt daher keines von beidem.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
