Ringen (mittelalterlich)
Deutscher Ringkampf des 14. bis 16. Jahrhunderts, in den Fechtbüchern so wichtig wie das Schwert. Die Quellen trennen die gesellige von der ernsten Form mit Hebeln und Schlägen.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Ringen (mittelalterlich)
Über Ringen (mittelalterlich)
Ringen ist der deutsche Ringkampf des 14. bis 16. Jahrhunderts, und in den Fechtbüchern der Zeit nimmt er ebenso viel Raum ein wie das Schwert. Das überrascht heutige Leser, folgt aber aus der Natur des damaligen Kampfes: Sobald zwei Bewaffnete aneinandergerieten, war das Schwert nicht mehr brauchbar, und Griff, Hebel und Wurf entschieden. Ringen war also kein Beiwerk, sondern der Kern. Die Quellen unterscheiden zwei Formen. Geselliges Ringen ist der freundschaftliche Wettstreit zur Übung und zum Vergnügen, bei dem es um den Wurf geht. Kampfringen ist die ernste Form, in der Gelenkhebel, Druck auf Augen und Kehle sowie Schläge erlaubt sind — was heute zur Selbstverteidigung gehört, nicht zum Sport. Der am häufigsten zitierte Meister ist Ott Jud, ein Ringer im Dienst der österreichischen Herzöge, dessen Lehre in Dutzenden Kodizes abgeschrieben ist; ein eigenes Buch hinterliess er nicht. Ringen gehört zur Liechtenauer-Tradition und erscheint bei Talhoffer, Ringeck und anderen. Heute wird es im HEMA rekonstruiert. Neben den Handschriften gibt es auch ein gedrucktes Buch: Fabian von Auerswald gab 1539 ein Ringerhandbuch mit Holzschnitten aus der Werkstatt Lucas Cranachs des Älteren heraus, einer der wenigen gedruckten Ringtexte.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
