Luta Livre
Brasilianisches No-Gi-Grappling, gegründet auf Aufgabegriffe und Bodenkontrolle. Begonnen hat es in Rio in den 1920er und 1930er Jahren Euclydes Hatem, genannt Tatu.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Luta Livre
Über Luta Livre
Luta Livre ist eine brasilianische Grappling-Kunst ohne Gi, aufgebaut auf Submissions und auf der Kontrolle des Gegners am Boden. Als Anfang gilt die Arbeit von Euclydes Hatem, genannt Tatu, der in Rio in den 1920er- und 1930er-Jahren Catch Wrestling mit dem verband, was damals in Brasilien gerungen wurde. Dass ohne Gi trainiert wird, war keine technische, sondern eine soziale Entscheidung. Luta Livre entstand außerhalb der gut situierten Klubs, unter Leuten, die sich keinen Gi leisten konnten; man trainierte in Badehosen und ohne Griffe am Stoff. Daher rührt die Betonung von Körperkontrolle, Druck und schnellen Übergängen — nach einem Ärmel zu greifen war schlicht keine Option. Mit der wachsenden Popularität des Jiu-Jitsu entstand eine lange Rivalität mit dem Gracie-Clan. Sie zog sich über Jahrzehnte und gipfelte 1991 in einem im Fernsehen übertragenen Turnier, bei dem beide Schulen direkt gegeneinander antraten. Die Fehde war oft scharf, brachte aber beide Seiten voran. Heute unterscheidet man zwei Zweige: die sportliche Luta Livre Esportiva, also reines Submission Grappling, und die Luta Livre Vale Tudo, die Schläge zulässt und auf den Mischkampf zielt. Aus dieser Schule kamen Marco Ruas, Eugenio Tadeu, Pedro Rizzo und Alexandre Franca Nogueira; ihr Einfluss auf das moderne No-Gi-Grappling ist bis heute sichtbar.
Stile & Zweige
Ähnliche Stile
Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
