Euclydes Hatem
Der brasilianische Ringer Euclydes Hatem, genannt Mestre Tatu, besiegte 1942 George Gracie und gilt als Begründer der Kampfkunst luta livre.
Auf einen Blick
BrasilienBiografie
Euclydes Hatem, genannt Mestre Tatu, wurde am 16. September 1914 in Rio de Janeiro in eine brasilianische Familie libanesischer Herkunft geboren und starb am 26. September 1984 im Alter von 70 Jahren. Den Spitznamen Tatu (Gürteltier) erhielt er in der Kindheit, als er 114 kg wog. Eine englischsprachige Quelle nennt ihn als Begründer der Kampfkunst luta livre.
Mit dem Ringen begann er mit 14 Jahren, nachdem ihn das Rudern nicht interessiert hatte. Die Quellen unterscheiden sich darin, wer sein Lehrer war: Laut der englischen Quelle war es Orlando Américo da Silva, genannt Dudú, der auch die Brüder Gracie unterrichtete, laut der portugiesischen Quelle Manoel Rufino dos Santos, der nach sechs Jahren aus den Vereinigten Staaten zurückgekehrt war. Die portugiesische Quelle gibt zudem an, dass er 1930 begann, luta livre im YMCA (Associação Cristã de Moços) in Rio zu trainieren, und 1933 dem Amateurkreis Circuito Amador de Luta Livre beitrat.
1935 gewann er die erste internationale Ringermeisterschaft Brasiliens. 1942 besiegte er in der zweiten Runde George Gracie durch einen Würgegriff von hinten; der Historiker Elton Silva stellte klar, dass es sich nicht um eine Kimura handelte, wie damalige Zeitungsfotos nahelegten. Er besiegte auch die ausländischen Ringer Leon Falkenstein und Charles Ulsemer.
Nach dem Ende seiner Profikarriere gründete er sein eigenes Studio und laut der englischen Quelle auch luta livre als Kampfkunst, obwohl die portugiesische Quelle sein Training in luta livre bereits ab 1930 erwähnt. Zu seinen Schülern zählten die Brüder Carlos und Fausto Brunocilla sowie Marco Ruas.