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Ott Jud

Österreichischer Ringmeister des 15. Jahrhunderts, Verfasser einer umfangreichen Abhandlung über das Ringen, die zum maßgeblichen Werk der Liechtenauer-Tradition wurde.

Auf einen Blick

Sterbedatumum 1452
HerkunftslandÖsterreichÖsterreich

Biografie

Ott Jud („Ott der Jude") war ein österreichischer Kampfkunstmeister des 15. Jahrhunderts, der sich auf das Ringen spezialisierte. Der Name verweist auf seine jüdische Herkunft, mehrere Fassungen seines Traktats geben jedoch an, dass er als Christ getauft wurde. Die genauen Lebensdaten sind unbekannt; er lebte wahrscheinlich Mitte des 15. Jahrhunderts und starb vermutlich vor 1452.

1470 bezeichnete ihn Paulus Kal als Ringmeister der Fürsten von Österreich und zählte ihn zu den Mitgliedern der Gesellschaft Liechtenauers. Er könnte um 1448 noch aktiv gewesen sein, als Hans Talhoffer Ringinhalte in sein Fechtbuch aufnahm. Wer ihn unterrichtete, haben wir in den Quellen nicht gefunden.

Er ist der Autor einer umfangreichen Abhandlung über das Ringen, die zum maßgeblichen Werk zu diesem Thema in der Liechtenauer-Tradition wurde; seine Lehre wiederholt sich in frühen deutschen Fechthandschriften. Die älteste erhaltene Abschrift ist die Gothaer Version aus den 1440er Jahren. Der Text verbreitete sich in zwei unterschiedlichen Zweigen, dem römischen (1452) und dem Augsburger (1460er Jahre), mit weiteren Abschriften bis ins 16. Jahrhundert. Die Fachleute sind sich uneinig, ob alle 69 Techniken direkt von Ott Jud stammen oder das über mehrere Generationen angesammelte Wissen darstellen.

Assoziierte Kampfkünste

Ringen (mittelalterlich)Meister→

Ringen der deutschen Kampfkunst des 14. bis 16. Jahrhunderts. Mit dem Schwert gelehrt, eine Lehrschrift wird Meister Ott zugeschrieben, der erste Ringdruck erschien um 1507.

Werke und Quellen

Codex Lew (Cod.I.6.4º.3)· mitautorCodex Speyer (MS M.I.29)· autorCodex Ringeck (Mscr.Dresd.C.487)· autorGlasgow Fechtbuch (MS E.1939.65.341)· autorGoliath (MS germ. quart. 2020)· autor