HEMA
Gegenwärtige Bewegung, die europäische Kampfkünste aus erhaltenen Handschriften und gedruckten Lehrbüchern rekonstruiert.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für HEMA
Über HEMA
HEMA steht für Historical European Martial Arts, die historischen europäischen Kampfkünste. Der Begriff bezeichnet keine einzelne Schule und keine ununterbrochene Linie, sondern eine gegenwärtige Bewegung, die europäische Kampfsysteme aus erhaltenen schriftlichen Quellen rekonstruiert. Die meisten dieser Traditionen erloschen im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert; geblieben sind Handschriften und gedruckte Lehrbücher vom vierzehnten bis zum neunzehnten Jahrhundert, von der ältesten erhaltenen europäischen Fechthandschrift I.33 über den Kreis um Johannes Liechtenauer und die italienischen Meister Fiore dei Liberi und Achille Marozzo bis zu späteren englischen und französischen Autoren. Die Rekonstruktion hat daher die Gestalt wissenschaftlicher Arbeit: Transkription und Übersetzung der Quelle, Deutung der Terminologie, Erprobung der Technik und ihre Überprüfung im freien Gefecht mit Schutzausrüstung. Geübt werden Langschwert, Messer, Rapier und Dolch, Degen, Säbel, Stab sowie Ringen und Kampf im Harnisch. Die Bewegung formierte sich in den 1990er Jahren, entscheidender Anstoß war die Digitalisierung der Handschriften, durch die die Quellen Forschern in aller Welt zugänglich wurden. Diese Seite nennt daher weder einen Gründer noch ein Gründungsjahr; Liechtenauer und die übrigen Meister sind Quelle, nicht Gründer der HEMA. Heute arbeitet HEMA als internationales Netz von Vereinen mit eigenen Turnieren und einem kritischen Verhältnis zu den eigenen Deutungen.
Stile & Zweige
Die englische Fechtlehre von 1599, gegen die Rapiermode gerichtet. Ihr Kern ist Silvers Lehre von den vier wahren und vier falschen Zeiten des Hiebes.
Deutscher Ringkampf des 14. bis 16. Jahrhunderts, in den Fechtbüchern so wichtig wie das Schwert. Die Quellen trennen die gesellige von der ernsten Form mit Hebeln und Schlägen.
Historische Bezeichnung für deutsches Schwertfechten.
Historisches europäisches Fechten mit dem Dussack.
Ähnliche Stile
Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
