Lutte Parisienne
Griffkampfanteil des savate aus dem Paris des 19. Jahrhunderts, der nach Green seine Techniken verbarg. Seit 1992 heißt er laut Le Monde savate défense.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Über Lutte Parisienne
Lutte parisienne, der Pariser Ringkampf, ist der Griffkampfanteil des savate. Green (2001) schreibt, sie sei als Antwort der Savateure auf ein Gesetz entstanden, mit dem die Pariser Polizei Straßenkämpfe mit Händen oder Füßen mit langem Militärdienst bestrafte, und zwar als Form des Griffkampfs, die ihre Techniken möglichst verbirgt. Für die Kodifizierung der Techniken waren nach ihm vor allem die Savateure Hubert LeBroucher und Louis Vigneron verantwortlich, Joseph Charlemont schreibt in seinem Buch von 1899 Leboucher. Die Techniken sind nach Green aus dem westlichen Ringen abgeleitet und nutzen Würfe und Hebel, um den Gegner zu verletzen und ein schnelles Entkommen zu ermöglichen. Joseph Charlemont systematisierte Ende der 1870er Jahre den Unterricht in boxe française, Stock und lutte parisienne in Graden. Ende der 1970er Jahre wurde die lutte parisienne nach Green aus dem normalen Studium des savate herausgenommen. Le Monde schrieb 1998, sie sei Ende der 1960er Jahre verschwunden, 1991 zurückgekehrt und heiße seit 1992 savate défense, eine kodifizierte Disziplin des französischen Verbands für boxe française und savate.
Geschichte
Le Monde zufolge gelangte die lutte parisienne unter Präfekt Dubois in die Pariser Präfektur und verdankt ihre Entwicklung François Vidocq, ihren Ruhm hatte sie zuerst bei der Polizei und dann in den Klubs der boxe française. Charlemont druckte in seinem Buch von 1899 das Programm eines außerordentlichen Kampfabends vom 10. Mai 1868 in Saint-Ouen ab, der pointe, contre-pointe, canne, grand bâton, boxe française und lutte parisienne umfasste, sowie Ausschnitte aus der Brüsseler Presse, nach denen die lutte parisienne 1878 Teil eines Kampfabends war und er selbst Lehrer für Fechten, Stockkampf, Boxen, lutte parisienne und Gymnastik. Desbonnet schreibt 1911, dass die lutte parisienne 1868 in den Pariser Arenen auf ihrem Höhepunkt stand, und verwendet den Ausdruck für Pariser Ringkampfvorführungen.
Was es unterscheidet
Le Monde schreibt, dass die lutte parisienne im Unterschied zur boxe française eher einem Sport für Gauner ähnelt und Ohrenziehen, Nasenquetschen und Finger in den Augen nicht ausschließt, wenn sie wirksam sind. Green gibt über La Lutte Française, später griechisch-römischer Ringkampf genannt, an, dass sie Griffe vom Kopf bis zur Taille ohne Angriffe auf die Beine erlaubte und Kopfstöße, Würgen und Hebel verbot.
Technik
Green zufolge nutzen die Techniken der lutte parisienne Würfe und Hebel, um den Gegner zu verletzen und nicht, um ihn zu halten, und viele sollen wie ein Unfall aussehen oder vor Zeugen verborgen bleiben. Vigneron betonte nach ihm kräftige Würfe und Haltegriffe, LeBroucher Würgen und Genickbruch. Von der lutte parisienne stammt nach Green auch der Stock mit gebogenem Ende, mit dem sich der Gegner fangen, herunterreißen oder zu Fall bringen lässt. Der französische Verband für savate schreibt in seinem historischen Überblick, Leboucher habe heftige Eingänge, Einhaker und enfourchements gefördert und das savate défense habe sich von diesen Techniken weitgehend inspirieren lassen.
Training
Green schreibt, dass im savate danse de rue die Techniken der lutte parisienne durch eine Reihe von Partnerübungen nach dem Waffensystem eingeführt werden und die obersten zwei Stufen des silbernen Handschuhs kompliziertere Ringkampfsequenzen hinzufügen. Le Monde beschreibt 1998 das Training bei Pierre Chagne im Klub Élan de Montreuil, der die Technik als auf Verteidigung gegründet bezeichnete. In der kleinen Halle ist laut der Zeitung alles erlaubt, solange man sich verteidigt: Hände, Füße, Kopf, Nahkampf, Stock und Stange.
Graduierungen und Fortschritt
Green zufolge teilte Joseph Charlemont den Unterricht in boxe française, Stock und lutte parisienne in Stufen ein und schuf ein Handschuhsystem zur Bewertung der Schüler mit farbigen Schärpen oder Manschetten.
Wettkampf
Le Monde bezeichnete die lutte parisienne 1998 als Kampfsport ohne Wettkämpfe und echte Prüfungen. Desbonnet beschreibt Ringkampfvorführungen in den Pariser Arenen in den Jahren 1867 und 1868, bei denen die Regeln untersagten, die Zuschauer anzusprechen, und über einen Sturz eine Jury entschied, deren Vorsitzender ein trikolores Fähnchen hob.
Heute
Le Monde gibt 1998 an, dass das savate défense, früher lutte parisienne, eine kodifizierte Disziplin ist, die dem französischen Verband für boxe française und savate angeschlossen ist, und nach Pierre Chagne üben es 500 bis 1 000 Menschen aus. 1992 wandte sich nach Angaben der Zeitung eine Sondereinheit der Polizei von Los Angeles an den Verband, damit ihre Angehörigen Kurse in lutte parisienne absolvieren konnten. Der französische Verband für savate führt Pierre Chagne als Experten für lutte parisienne und savate boxe française an.
Wissenswertes
Charlemont erzählt, dass Leboucher den schlafenden Ringkampf weckte und den Ringer Arpin unterstützte und dass Kaiserin Eugénie öffentliche Kämpfe verbieten ließ, weil sie ihr schockierend erschienen. In der Literatur des 19. Jahrhunderts, etwa bei Bloy und Verne, ist der Ausdruck lutte parisienne oft nur eine bildliche Bezeichnung für den Pariser Kampf um Erfolg.
Häufige Fragen
Ist die lutte parisienne ein eigenständiger Ringkampf?
Green beschreibt sie als Griffkampfanteil des savate und Le Monde als Disziplin, die seit 1992 savate défense heißt und zum französischen Verband für boxe française und savate gehört.
Wer hat die lutte parisienne geschaffen?
Die Quellen unterscheiden sich. Green schreibt die Kodifizierung der Techniken den Savateuren Hubert LeBroucher und Louis Vigneron zu, Le Monde schreibt ihre Entwicklung François Vidocq zu.
Wie war das Verhältnis der lutte parisienne zum griechisch-römischen Ringkampf?
Green gibt an, dass La Lutte Française, später griechisch-römischer Ringkampf genannt, Angriffe auf die Beine, Würgen und Hebel verbot. Über die lutte parisienne schreibt er, sie nutze Würfe und Hebel, um den Gegner zu verletzen.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.