Ranggeln (Alpenringen)
Alpines Volksringen barfuß auf Gras in weißer Leinenkleidung. Es siegt, wer den Gegner auf beide Schulterblätter drückt, Gewichtsklassen gibt es nicht.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Ranggeln (Alpenringen)
Über Ranggeln (Alpenringen)
Ranggeln ist ein Volksringen der Alpentäler, zu Hause vor allem im österreichischen Salzburg und Tirol, in Südtirol und in Bayern. Gerungen wird barfuß auf Gras in weißer Leinenkleidung aus einem Hemd ohne Kragen, einer Hose und einem Gürtel. Ziel ist es, den Gegner mit beiden Schulterblättern auf den Boden zu drücken. Schmerzhafte Techniken, Hebel und Würgegriffe verbieten die Regeln, und ein Kampf dauert höchstens sechs Minuten. Das traditionelle Ranggeln kennt keine Gewichtsklassen. Die Ringer werden nach Leistungsklassen eingeteilt, die Jugend nach Alter. Die berühmteste Veranstaltung ist das Hundstoaranggeln auf dem Hundstein im Pinzgau, das am Sonntag rund um das Fest des heiligen Jakob am 25. Juli stattfindet. Der Sieger erhält den Titel Hogmoar und darf ihn bis zur nächsten Austragung führen. 2024 rangen auf dem Hundstein hundertachtundzwanzig Ringer aus Salzburg, Südtirol und Bayern. Nach der Österreichischen UNESCO-Kommission reichen die Wurzeln des Hundstoaranggeln bis ins vierzehnte Jahrhundert zurück, und die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1518. Der Salzburger Rangglerverband entstand 1947. 2010 wurde das Hundstoaranggeln in das österreichische Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Eine Gründerfigur kennt die Volksüberlieferung nicht.
Geschichte
Nach dem Bericht der Österreichischen UNESCO-Kommission reichen die Wurzeln des Hundstoaranggeln bis ins vierzehnte Jahrhundert zurück, und ursprünglich nahmen Hirten und Knechte daran teil. Die Veranstaltung hieß früher Jakobiranggeln nach dem Fest des heiligen Jakob am 25. Juli. Die Tourismusorganisation Salzburgerland nennt als erste schriftliche Erwähnung das Jahr 1518. 1947 entstand der Salzburger Rangglerverband, der nach UNESCO ICM das Ranggeln zu einer einheitlichen Form vereinte. Der Titel Hogmoar stammt nach Wikipedia von den Wörtern Hag, der Grenze eines Anwesens, und Moar, Verwalter, also vom alten Amt der freien Bauern.
Was es unterscheidet
Die Österreichische UNESCO-Kommission vergleicht das Ranggeln mit dem Schweizer Schwingen und gibt an, dass es zum internationalen Verband des keltischen Ringens gehört. Anders als moderne Ringsportarten kennt es keine Gewichtsklassen und teilt die Ringer nur nach Leistung und Alter ein. Vom olympischen Ringen unterscheidet es sich auch dadurch, dass barfuß auf Gras gerungen wird.
Technik
Es siegt, wer den Gegner mit beiden Schulterblättern auf den Boden drückt. Die Regeln des Hundstoaranggeln legen Griffe, Fassungen, Kleidung, Zeiten und die Maße der Kampffläche fest und erlauben nur Techniken, die dem Gegner keine Schmerzen zufügen. Hebel und Würgegriffe sind verboten. Ein Kampf dauert höchstens sechs Minuten. Fällt darin keine Entscheidung, scheiden laut Wikipedia beide Ringer aus.
Graduierungen und Fortschritt
Gewichtsklassen kennt das Ranggeln nicht. Die Ringer werden nach Leistung in Klassen eingeteilt, die Jugend nach Alter. Beim Hundstoaranggeln gibt es fünf Schülerklassen, zwei Jugendklassen und vier Klassen der Erwachsenen, und eine Frauenkategorie gibt es dort laut Salzburg24 nicht. Um den Titel Hogmoar können auf dem Hundstein nur Salzburger Ringer in den Klassen eins bis drei kämpfen. Im Jahr 2010 nahm die Österreichische UNESCO-Kommission das Hundstoaranggeln als gesellschaftliche Praxis in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes auf.
Heute
Der Salzburger Rangglerverband veranstaltet während der Saison die Wettbewerbe Punkteranggeln, Preisranggeln, Alpencupranggeln, die Alpenländermeisterschaft und Länderranggeln. Die Saison 2026 endet mit dem Finale des Alpencup am 11. Oktober in Mayrhofen und dem Länderranggeln am 25. Oktober in St. Martin in Passeier. Das Hundstoaranggeln findet am Sonntag um den 25. Juli bei jedem Wetter statt, und als Erste ringen die Kinder. Im Jahr 2024 nahmen laut Salzburg24 hundertachtundzwanzig Ringer aus Salzburg, Südtirol und Bayern teil.
Wissenswertes
Früher durften laut Austria-Forum nur ledige Männer teilnehmen, und Kampfrichter konnte nur ein früherer Inhaber des Titels Hogmoar sein. Der traditionelle Preis war eine Birkhahnfeder namens Schneidfeder, und die Kampfrichter heißen bis heute Schermtax.
Häufige Fragen
Wie gewinnt man beim Ranggeln?
Es siegt, wer den Gegner mit beiden Schulterblättern zu Boden drückt. Ein Kampf dauert höchstens sechs Minuten.
Was ist das Hundstoaranggeln?
Das berühmteste Ranggeln-Turnier auf dem Hundstein im Pinzgau, das am Sonntag um den 25. Juli stattfindet. Der Sieger erhält den Titel Hogmoar, und 2010 wurde das Turnier in das österreichische Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Hat das Ranggeln Gewichtsklassen?
Nein. Die Ringer werden nach Leistungsklassen eingeteilt, die Jugend nach Alter.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.