Ranggeln (Alpenringen)
Alpines Volksringen auf Gras. Gegriffen wird an der Leinenhose, Gewichtsklassen gibt es nicht, und der Sieger erhält den Titel Hogmoar.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Ranggeln (Alpenringen)
Über Ranggeln (Alpenringen)
Ranggeln ist das Volksringen der Alpentäler, zu Hause vor allem im österreichischen Salzburg und in Tirol sowie im angrenzenden Bayern. Gerungen wird auf Gras und nicht auf der Matte, und die Gegner tragen kurze Leinenhosen, die Ranglerhose, die zugleich der Griff sind: Man fasst daran, und wer loslässt, verliert den Halt. Ziel ist es, den Gegner auf beide Schulterblätter zu legen. Schläge, Tritte und Hebel sind nicht erlaubt, es entscheiden also Beinkraft, Hüftarbeit und die Fähigkeit, das Gleichgewicht des Gegners zu stören, ehe er sich setzen kann. Die Gänge sind meist kurz, oft eine Sache von wenigen Dutzend Sekunden. Die bekannteste Veranstaltung ist das Hundstoaranggeln, das im Pinzgau unmittelbar auf einer Bergwiese unterhalb des Hundstein-Gipfels stattfindet. Gerungen wird nicht in der Halle oder im Stadion; die Zuschauer stehen rund um einen markierten Kreis am Hang, und die Ringer steigen zum Ort hinauf. Der Sieger des ganzen Turniers erhält den Titel Hogmoar, ungefähr der höchste Herr, und behält ihn bis zum nächsten Jahr. In der traditionellen Form gibt es keine Gewichtsklassen, was für heutige Zweikampfsportarten ungewöhnlich ist: Das Turnier ist ein Baum, aus dem ein einziger Gesamtsieger hervorgeht. Erwähnungen von Ringfesten in dieser Gegend reichen ins späte Mittelalter zurück, die heutige organisierte Gestalt mit Regeln, Verbänden und Jahrgängen entstand erst im 20. Jahrhundert. Ranggeln ist deshalb eher ein lebendiger Brauch als ein Sport im modernen Sinn.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
