Kokh
ԿոխArmenischer Volksringkampf, bei dem jeder Kampf mit einem Tanz beginnt; achtminütige Begegnungen, Lori- und Schirak-Variante.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Kokh
Über Kokh
Kokh ist der überlieferte Ringkampf Armeniens, in dem Kampf und Zeremonie zusammengehalten werden. Historisch gehörte er zu Hochzeiten, Wallfahrten und Dorffesten, und bis heute beginnt jeder Kampf mit einem Tanz: Beide Ringer treten zu armenischer Musik in den Kreis und fassen einander erst dann. Eine Begegnung dauert acht Minuten und wird durch Schultersieg oder nach Punkten gewonnen. Am weitesten verbreitet sind zwei regionale Varianten, der Lori- und der Schirak-Kokh, die sich in den erlaubten Griffen und im Tempo unterscheiden. Technisch handelt es sich um Standringen mit Griff an Kleidung und Gürtel, mit Würfen über die Hüfte und über das Bein; das Ziel ist, den Gegner zu Fall zu bringen und ihn nicht am Boden zu zermürben, und daher stammt auch der bekannte Ausspruch armenischer Trainer, ein Armenier lasse sich nicht werfen, denn der Fall gilt als Ehrensache. Ein Gründer und ein Gründungsjahr sind nicht belegt, denn es handelt sich um eine Volkstradition ohne Kodifizierung, und diese Seite nennt daher keines von beidem. Eine organisierte Gestalt erhielt Kokh erst in der Neuzeit: Der Landesverband entstand 2001 und wird seit 2015 vom Weltmeister Vaghinak Galustjan geführt. Der Verband arbeitet mit dem Kulturministerium zusammen, damit auch die zeremonielle Seite erhalten bleibt, und verfügt über knapp dreißig Trainer; zum Turnier in Garni traten 2017 achtundachtzig Ringer an, darunter junge Männer, die vom Judo und von der Selbstverteidigung herüberkommen.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
