Ki-Aikido (Shinshin Toitsu Aikido)
心身統一合氣道Aikido-Stil, den Tohei Koichi 1974 nach seinem Weggang vom Aikikai begründete. Er beruht auf den vier Grundsätzen zur Vereinigung von Geist und Körper und auf dem ki test.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Ki-Aikido (Shinshin Toitsu Aikido)
Über Ki-Aikido (Shinshin Toitsu Aikido)
Ki-Aikido, offiziell Shinshin Toitsu Aikido, also Aikido mit vereintem Geist und Körper, ist ein Aikido-Stil, den Tohei Koichi (1920–2011) begründete. Tohei lernte ab 1940 bei Morihei Ueshiba und wurde Cheflehrer des Aikikai Hombu Dojo. Nach dem Krieg studierte er bei Nakamura Tempu, von dem er nach eigenen Worten den Satz übernahm, dass der Geist den Körper bewegt. Im Jahr 1971 gründete er die Ki no Kenkyukai, die Gesellschaft zur Erforschung des ki, und verließ im Mai 1974 den Aikikai, nachdem es ihm nicht gelungen war, einen auf das ki ausgerichteten Unterricht durchzusetzen. Grundlage des Stils sind die vier Grundsätze zur Vereinigung von Geist und Körper: den Geist auf einen Punkt sammeln, sich völlig entspannen, das Gewicht unten halten und das ki ausdehnen. Ihre Beherrschung prüft der ki test im Sitzen, im Stehen und in der Bewegung. Tohei ordnete die Techniken nach eigenen Worten neu und schied einige aus. Neben den Prüfungen übt man taigi, die Vorführung von Abläufen, bewertet nach Gleichgewicht, Rhythmus und Größe der Bewegung. Die Zentrale mit einem Dojo von 520 Tatami steht seit 1990 in der Präfektur Tochigi. Seit 2007 leitet die Bewegung Toheis Sohn Tohei Shinichi, und die Organisation nennt Dojo in 24 Ländern.
Geschichte
Tohei Koichi wurde am 20. Januar 1920 in Tokio geboren. Im Jahr 1940 lernte er als Neunzehnjähriger Morihei Ueshiba kennen und begann, Aikido zu lernen. Im selben Jahr schloss er sich der Gruppe Ichikukai an, wo er intensiv misogi sowie Atem- und Meditationsübungen übte. Nach dem Krieg studierte er bei Nakamura Tempu, was nach Angaben der Ki Society seine spätere Lehre vom ki prägte. Ueshiba beförderte ihn 1952 zum 8. dan, und später wurde Tohei Cheflehrer des Aikikai Hombu Dojo. Im September 1971 gründete Tohei die Ki no Kenkyukai, die Gesellschaft zur Erforschung des ki. Nach eigener Darstellung schlug er im selben Jahr vor, das ki innerhalb des Aikikai zu lehren, doch Kisshomaru Ueshiba lehnte ab. Am 1. Mai 1974 trat er als Cheflehrer zurück, und am 15. Mai schickte er den Leitern der Dojo einen Brief mit seinen Gründen. Beim Abschied gründete er das Shinshin Toitsu Aikidokai, Aikido mit vereintem Geist und Körper. Die Haltung des Aikikai zur Trennung konnten wir nicht direkt belegen. Laut Stanley Pranin wurde der Lehrplan von Kisshomaru Ueshiba zum offiziellen Standard des Aikikai, und die Übenden mussten sich zwischen beiden Organisationen entscheiden.
Was es unterscheidet
Vom Aikikai-Aikido unterscheidet sich Ki-Aikido dadurch, dass die Prinzipien des ki im Kern des Unterrichts stehen, nicht als Ergänzung. Tohei wollte sie im Aikikai lehren und gründete nach der Ablehnung eine eigene Organisation. Die Techniken ordnete er nach dem Grundsatz, dass der Geist den Körper bewegt, neu und schied einige aus. Auf religiöse Deutungen Ueshibas hörte er nach eigenen Worten kaum. Das taigi, das einem Wettkampf ähnelt, soll laut Ki Society keine Überlegenheit über andere bewerten, sondern die Einheit von Geist und Körper zeigen. Beurteilt werden auch Verbeugung, Gang und Abstand ma-ai. Kisshomaru Ueshiba setzte nach 1974 im Aikikai unterdessen seinen eigenen Lehrplan durch.
Technik
Grundlage der Praxis sind laut Ki Society die vier Grundsätze zur Vereinigung von Geist und Körper: den Geist auf einen Punkt sammeln, sich völlig entspannen, das Gewicht unten halten und das ki ausdehnen. Dazu gehören die fünf Grundsätze des Aikido: Das ki dehnt sich aus, kenne den Geist des Gegners, respektiere sein ki, versetze dich an seine Stelle und handle mit Zuversicht. Den Grundsatz seika no itten, die Sammlung auf einen Punkt im Unterbauch, lernte Tohei nach eigenen Worten während seines Militärdienstes. Den Satz, dass der Geist den Körper bewegt, übernahm Tohei nach eigenen Worten von Nakamura Tempu und überarbeitete danach die Techniken. Er schied jene aus, die er für unlogisch hielt, und sagte selbst, sein Aikido sei etwa zu 30 Prozent das von Ueshiba und zu 70 Prozent sein eigenes. Im Jahr 1980 gründete er kiatsuho, eine Heilmethode, die auf den Prinzipien des ki beruht.
Training
Ziel des Unterrichts ist laut Ki Society die richtige Haltung nach dem Prinzip, dass der Geist den Körper bewegt. Zum Training gehört der ki test, der den Einklang von Geist und Körper im Sitzen, Stehen und in Bewegung prüft. Neben Aikido gibt es eigene ki- und kiatsuho-Stunden. Das Entspannen lernte Tohei nach eigener Schilderung durch misogi und zazen, als er sich von einer Rippenfellentzündung erholte, die sein Judotraining an der Keio-Universität unterbrochen hatte.
Graduierungen und Fortschritt
Prüfungen für höhere Grade, zum Beispiel Shoden oder den 4. dan, finden zentral statt. Wer sich der Ki Society aus einer anderen Gruppe anschließen will, muss die Zentrale kontaktieren, und sein bisheriger Grad wird neu bewertet. Neben den Prüfungen gibt es taigi, die Vorführung von Abläufen, die von 1 bis 10 benotet wird und Gleichgewicht, Rhythmus und Größe der Bewegung beurteilt. Tohei selbst erhielt 1960 den 9. dan und nach Angaben der Ki Society im Januar 1969 den 10. dan, das Profil im Aikido Journal nennt das Jahr 1970.
Heute
Die Zentrale in Haga-gun in der Präfektur Tochigi eröffnete Tohei 1990 mit einem Dojo von 520 Tatami, das Hauptbüro befindet sich im Tokioter Bezirk Chiyoda. Tohei Koichi starb am 19. Mai 2011 im Alter von 91 Jahren. Die Leitung übernahm schon im September 2007 sein Sohn Tohei Shinichi, geboren 1973, und es entstand die Shinshin Toitsu Aikido Kai mit ihm als Präsidenten. Die ursprüngliche Ki no Kenkyukai geriet nach Angaben der Ki Society nach dem teuren Bau in Tochigi in Schwierigkeiten, und Tohei Shinichi kaufte das Gelände zurück. Die Organisation nennt Dojo in 24 Ländern.
Wissenswertes
Tohei behauptete nach eigenen Worten, der erste offiziell beförderte Träger des 10. dan im Aikido gewesen zu sein. Ins Ausland reiste er erstmals im Februar 1953 nach Hawaii auf Einladung der Hawaii Nishi Kai und blieb dort ein Jahr. Im Jahr 2010 leitete Tohei Shinichi auf Wunsch des Teams ein ki-Training für den Baseballklub Los Angeles Dodgers. Eine japanische Studie aus dem Jahr 2001 maß EKG, EEG und Blutdruck bei der ki-Atmung, verglich aber nur zwei Personen, einen Anfänger und einen Meister.
Häufige Fragen
Welche vier Grundsätze zur Vereinigung von Geist und Körper gibt es?
Laut Ki Society: den Geist auf einen Punkt sammeln, sich völlig entspannen, das Gewicht unten halten und das ki ausdehnen.
Wodurch unterscheidet sich Ki-Aikido vom gewöhnlichen Aikido?
Tohei Koichi gründete den Unterricht auf ki-Prinzipien und den Grundsatz, dass der Geist den Körper bewegt. Die Techniken ordnete er laut eigenen Worten neu, einige schied er aus.
Warum verließ Tohei den Aikikai?
Tohei trat am 1. Mai 1974 als Cheflehrer des Aikikai Hombu Dojo zurück, weil es ihm nicht gelungen war, einen auf das ki ausgerichteten Unterricht durchzusetzen. Die Haltung des Aikikai konnten wir nicht direkt belegen.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.