Dambe
Traditionelles Boxen der Hausa aus Nordnigeria mit einer umwickelten Faust, Kopf und Tritten. Historisch von Metzgern betrieben, heute mit Ligen und YouTube-Publikum.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Über Dambe
Dambe ist nach Thomas Green ein traditionelles Faustkampfspiel des Volkes der Hausa aus den Sahara-Regionen Westafrikas. Al Jazeera nennt eine Verbreitung im Norden Nigerias, im Süden Nigers und im Südwesten Tschads. Historisch fand es nach Green auf Dorfebene bei Festen statt und war Domäne der Mitglieder der Metzgerzunft. Von den Händen wird nur mit der stärkeren angegriffen, Speer genannt, die mit einem Stoffstreifen namens kara umwickelt ist, über den eine Schnur namens zare gebunden wird. Die schwächere Hand, Schild genannt, ist zum Gegner ausgestreckt, wehrt Schläge ab und darf den Gegner packen. Der Kämpfer darf mit Faust, Kopf oder Fuß an jede Körperstelle schlagen. Ziel ist ein einziger entscheidender Schlag, nach dem der Gegner den Boden mit der Hand oder dem Knie berührt, was als Töten des Gegners bezeichnet wird. Laut Al Jazeera von 2018 übertrug Dambe Warriors seit 2017 Kämpfe auf YouTube. Die BBC berichtete 2023, dass der Veranstalter African Warriors drei Drei-Minuten-Runden und Punktewertung eingeführt habe.
Geschichte
Thomas Green beschreibt Dambe in einem Artikel von 2005 als traditionelles Faustkampfspiel des Volkes der Hausa aus den Sahara-Regionen Westafrikas. Historisch war es ein Kampfsport der Hausa auf Dorfebene, die Kämpfe fanden bei Festen statt, und die Kunst war besondere Domäne der Mitglieder der Metzgerzunft. Der Ursprung verliert sich nach Green in der Vorzeit. Edward Powe weist laut ihm darauf hin, dass die einzelne umwickelte Faust und der Gruß im Dambe Darstellungen ägyptischer Boxer der klassischen Zeit auffallend ähneln. Dambe war nach Green ursprünglich eine Methode, militärische Fertigkeiten zu üben, und heute zeigen Zunftmitglieder damit Männlichkeit, erwerben persönliches Prestige und bringen Familie und Dorf Ehre. Die BBC berichtete 2023, Dambe sei allem Anschein nach vor mehr als tausend Jahren bei den Hausa entstanden und traditionell von Metzgern und Handwerkern betrieben worden, und weil manche Nigerianer auf diese Berufe herabgesehen hätten, habe sich ein gesellschaftliches Stigma an ihm festgesetzt. Al Jazeera schrieb 2018, Dambe habe begonnen, als Gruppen umherziehender Hausa-Metzger Turniere mit örtlichen Gemeinden veranstalteten, und anfangs sei es eher ein Kampf namens Hausa kokowa gewesen.
Technik
Nach Green wird im Dambe nur mit der stärkeren Hand angegriffen, Speer genannt, während die schwächere Hand, Schild genannt, zum Gegner ausgestreckt ist, Schläge abwehrt und den Gegner packen darf. Die Schlagfaust ist mit einem Stoffstreifen namens kara umwickelt, über den eine geknotete Schnur namens zare gebunden wird. Das vordere Bein war traditionell vom Knöchel bis zum Knie mit einer Kette namens akayau umwickelt, die beim Tritt als Waffe dienen konnte, getreten werden durfte aber mit jedem Bein. Die Kette wird nach Trainer Carambe, den Green zitiert, heute weder in Amateur- noch in Profikämpfen verwendet. Der Boxer darf mit Faust, Kopf oder Fuß an jede Körperstelle schlagen. Ziel ist ein einziger entscheidender Schlag (kwab daya), nach dem der Gegner den Boden mit der Hand oder dem Knie berührt oder flach hinfällt, was als Töten des Gegners bezeichnet wird. Die Variante damben karfe, Eisenboxen, verwendet ein in der Hand gehaltenes Schlaginstrument namens mazagi und wird nach Green weiterhin betrieben, wenn auch illegal. Laut BBC legten sich manche Kämpfer früher Glasscherben in den Schlagarm, was heute verboten ist.
Training
Green beschrieb 2005 das Training im Carambe Afromartial Club in Kano, wo zweimal täglich an fünf Tagen pro Woche geübt wurde. Zum Training gehörten Liegestütze mit Abstützen auf dem Kopf zur Kräftigung von Kopf und Nacken sowie Liegestütze auf einem Finger einer Hand.
Wettkampf
Wettkämpfe werden nach Green zwischen Gruppen namens Armeen ausgetragen, deren Mitglieder paarweise auf einem symbolischen Schlachtfeld antreten, einem freigeräumten Platz namens dandali mitten im Dorf, umgeben von Zuschauern. Die Kämpfe gehen über drei Runden, und eine Runde endet nach langer Untätigkeit, wenn sich einem Boxer die Bandage löst oder wenn einer der Gegner freiwillig die Kampfhaltung verlässt. Gewichtsklassen gab es nach Green (2005) nicht, die Gegner waren üblicherweise ausgeglichen, doch in den damaligen Profikämpfen durfte auch ein Leichtgewicht gegen ein Schwergewicht antreten. Al Jazeera schrieb 2018, dass die Sieger Preise wie Geld, Vieh, Geschenke von Fans, Motorräder oder Autos erhalten, die Kämpfer aber nicht gerecht bezahlt werden, weil die unregelmäßigen Zahlungen von Häuptlingen gesteuert werden. Die Organisation African Warriors führte laut BBC neue Regeln ein, darunter drei Drei-Minuten-Runden, die es zuvor nicht gab, und eine Wertung des Kampfstils.
Heute
Nach dem Trainer Carambe, den Green 2005 zitiert, verbot der nigerianische Verband für traditionelle Sportarten in Amateurkämpfen Kopfschläge (in professionellen blieben sie erlaubt), erlaubte an den Händen nur den Stoff kara und verbot Glas und die Schnur zare. Green gibt an, dass dambe und der Ringkampf kokawa bei den Afrikaspielen 2003 in Nigeria vorkamen. Anthony Okeleke und Chidi Anyina starteten laut Al Jazeera im Januar 2017 den Kanal Dambe Warriors auf YouTube. Der nigerianische Sportminister Sunday Dare versprach laut Daily Trust 2019 eine nationale dambe-Liga und die Zusammenarbeit mit der Dambe Sport Association bei der Gründung eines Verbands. Die BBC berichtete 2023 über die erste Emir Ado Bayero Dambe Championship im Dorayi-Palast in Kano, wo Teams namens Häuser antraten und House of Arewa nach Punkten siegte. Eines der meistgesehenen dambe-Videos auf YouTube hatte laut BBC 2023 über 25 Millionen Aufrufe, und nach Nigeria reisten Kämpfer aus Mali, Burkina Faso, Kamerun und Niger.
Wissenswertes
Dambe wird von Hausa-Trommeln begleitet, vor allem von der sanduhrförmigen Trommel kalangu und der kleineren kuntuku. Sie spielen den Ruf take, der die Boxer zusammenruft, und begleiten die Lobgesänge kirari vor und nach den Kämpfen. Die Kämpfe selbst werden laut Green nicht von Musik begleitet. Green nennt Shaga als berühmtesten dambe-Kämpfer aller Zeiten. Dambe ist laut ihm für übernatürliche Mittel bekannt, meist Amulette, deren Arten nach dem Tragort benannt sind, zum Beispiel laaya am Hals, kambu am Arm und guru an der Taille.
Häufige Fragen
Mit welcher Hand wird beim dambe angegriffen?
Nach Thomas Green greift man nur mit der stärkeren Hand an, dem Speer, umwickelt mit Stoff kara und Schnur zare. Die schwächere Hand, der Schild, ist zum Gegner gestreckt, wehrt Schläge ab und darf den Gegner packen.
Wie gewinnt man beim dambe?
Ziel ist laut Green ein einziger entscheidender Schlag, nach dem der Gegner mit Hand oder Knie den Boden berührt, was Töten des Gegners heißt. Die Kämpfe gehen über drei Runden, heute wird laut BBC bei African Warriors auch nach Punkten gewertet.
Wo kann man dambe sehen?
Seit Januar 2017 sendet Dambe Warriors Kämpfe auf YouTube. Die BBC schrieb 2023, eines der meistgesehenen Videos hatte über 25 Millionen Aufrufe, und über die erste Emir Ado Bayero Dambe Championship in Kano.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.