Capoeira Miudinho
Eine Spielweise der Capoeira, die Mestre Suassuna in den 1990er Jahren einführte. Gespielt wird eng, tief und mit kurzen, genauen Bewegungen.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Capoeira Miudinho
Über Capoeira Miudinho
Miudinho ist kein eigener Capoeira-Stil, sondern eine Spielweise. Suassuna sagt es selbst: Es ist eine andere Art, Capoeira zu zeigen, vergleichbar mit traditionellen Varianten wie dem Jogo de Iuna oder dem Jogo de São Bento Grande. Diese Seite führt es so, weil eine Einordnung unter die Stile den Leser in die Irre führte. Eingeführt hat es Mestre Suassuna in den 1990er Jahren, nicht 1970, wie hier zuvor stand; diese Angabe entstand wohl aus einer Verwechslung mit der Gründung seiner Gruppe Cordão de Ouro im Jahr 1967. Suassuna stellte etwa zwölf Einzel- und zwei Gruppensequenzen zusammen, die er seinen jüngeren Schülern beibrachte. Den Grund beschrieb er selbst: Er beobachtete, dass Capoeiristas viel zu weit voneinander entfernt spielten, und wollte das Spiel näher, „mais miúdo, mais dentro“ – kleiner und mehr drinnen. Daher der Name, denn miudinho heißt auf Portugiesisch „winzig“. Technisch bedeutet das ein Spiel auf kurze Distanz, tief am Boden und mit kurzen, genau geführten Bewegungen statt der großen ausholenden Tritte, die Raum brauchen. Zum Miudinho gehört auch ein eigener Berimbau-Rhythmus, den Suassuna für dieses Spiel schuf. Aus dem Cordão de Ouro verbreiteten sich die Sequenzen weiter über Schüler wie Boca Rica, Habibs oder Kibe.
Ähnliche Stile
Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
