Capoeira
CapoeiraBrasilianische Kampfkunst, verwoben mit Tanz und Musik; geübt im Kreis namens Roda zur Begleitung des Berimbau.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Capoeira
Über Capoeira
Capoeira entstand in Brasilien unter versklavten Afrikanern, überwiegend aus der Region des heutigen Angola. Sie hat keinen Gründer — sie wuchs aus Verhältnissen, in denen offener Kampf unmöglich war, und verbarg sich deshalb in Gestalt eines Tanzes und Spiels mit Musikbegleitung. Nach Abschaffung der Sklaverei war sie jahrzehntelang verboten und wurde erst in den 1930er Jahren legalisiert, als Mestre Bimba die erste offizielle Schule eröffnete. Heute bestehen zwei Hauptzweige. Capoeira Angola hält am tiefen Spiel, langsamerem Tempo und der rituellen Dimension fest; Capoeira Regional, von Mestre Bimba geschaffen, ist schneller, sportlicher und systematischer. Viele Schulen üben beides unter der Bezeichnung Contemporânea. Grundlage der Bewegung ist die Ginga — das ständige pendelnde Verlagern des Gewichts, aus dem alles andere hervorgeht. Die Techniken sind überwiegend Tritte, oft aus der Drehung oder aus dem Handstand, ergänzt durch Ausweichbewegungen (Esquiva) und Akrobatik. Handschläge sind selten. Geübt wird im Kreis (Roda), wo zwei Spieler einen Dialog in Bewegung führen, während die übrigen singen und Berimbau, Atabaque und Pandeiro spielen. Der Rhythmus des Instruments bestimmt, welches Spiel gespielt wird — langsam und tief oder schnell und angreifend. Das ist wesentlich: Die Musik ist keine Kulisse, sondern Regel. Körperlich ist Capoeira sehr fordernd, mit Schwerpunkt auf Schulterkraft, Mobilität und Gleichgewicht.
Stile & Zweige
Der ältere und langsamere Zweig der brasilianischen Capoeira. Gespielt wird tief am Boden, das Tempo gibt der Berimbau vor; geordnet von Mestre Pastinha.
Der Capoeira-Stil, den Mestre Bimba in Salvador schuf und ab 1932 in der ersten amtlich anerkannten Capoeira-Schule lehrte.
Eine Spielweise der Capoeira, die Mestre Suassuna in den 1990er Jahren einführte. Gespielt wird eng, tief und mit kurzen, genauen Bewegungen.
Ähnliche Stile
Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
