Engolo
Ein akrobatisches Kampfspiel der Hirten Südangolas mit Tritten aus dem Handstand. Die Verbindung zur Capoeira ist umstritten, nicht belegt.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Engolo
Über Engolo
Engolo ist ein Kampfspiel der Hirtenvölker im Süden Angolas, vor allem bei den Nyaneka-Nkhumbi zu Hause. Gekämpft wird überwiegend mit den Beinen und in akrobatischen Lagen: Tritte aus dem Handstand, Überschläge, Ausweichbewegungen und kopfüber gedrehte Körperwendungen. Daher die geläufige Bezeichnung Zebratanz — die Bewegung des Tretenden erinnert an den Hufschlag eines Zebras nach hinten. Der Zweikampf findet im Kreis der Zuschauer statt, begleitet von Gesang und Klatschen, und ist an Zeremonien gebunden, unter anderem an Initiationsfeste. Am häufigsten wird Engolo im Zusammenhang mit Capoeira genannt und oft als deren direkter Vorfahr bezeichnet. **Hier ist Vorsicht geboten.** Diese Gleichsetzung entstand nicht aus historischer Forschung, sondern in den 1960er Jahren aus dem Briefwechsel und den Bildern des luso-angolanischen Malers Albano Neves e Sousa mit dem brasilianischen Folkloristen Luís da Câmara Cascudo; Capoeiristas, allen voran Mestre Pastinha, übernahmen sie als Beleg für den afrikanischen Ursprung ihrer Kunst. Neuere Forschung zeigt, dass dies eher als Zertifikat der Afrikanität wirkte denn als belegte Linie, und hält den direkten Zusammenhang für unbewiesen. Die Bewegungsähnlichkeit ist unstrittig, die direkte Weitergabe nicht.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
