Taekkyon
택견Koreanische Kampfkunst auf Basis des fließenden Dreiecksschritts pumbalki, mit Tritten und Niederreißen. Seit 2011 steht sie auf der UNESCO-Liste des immateriellen Erbes.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Taekkyon
Über Taekkyon
Taekkyon ist eine koreanische Kampfkunst, deren Grundlage laut der Encyclopedia of Korean Culture der fließende, rhythmische Schritt pumbalki ist und die Tritte und das Niederreißen des Gegners einsetzt. Die UNESCO nahm sie 2011 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf.
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Der Ursprung des Taekkyon ist laut Martial Arts of the World (2001) höchst spekulativ. Die Encyclopedia of Korean Culture nennt als ersten schriftlichen Beleg eine Liedersammlung von 1728, Martial Arts of the World das Werk Chaemulpo von etwa 1790. Unter der Joseon-Dynastie wurde Taekkyon laut beiden Enzyklopädien als Volksvergnügen betrieben, vor allem am Feiertag Dano und bei saisonalen Festen in Seoul. Martial Arts of the World schreibt, dass es nach der Annexion Koreas 1910 formell verboten, aber nicht aktiv unterdrückt wurde und eher deshalb verschwand, weil die Menschen in schwerer Zeit weder Muße noch Lust dazu hatten. Das lebendige Wissen stammt laut derselben Enzyklopädie fast ausschließlich von einem einzigen Mann, Song Deok-ki (1893–1987). Shin Han-seung (1928–1987) lernte bei ihm und ordnete die Kunst. Laut der Encyclopedia of Korean Culture wurde Taekkyon am 1. Juni 1983 als wichtiges immaterielles Kulturerbe Koreas Nummer 76 erfasst, und beide wurden als seine Träger anerkannt. Die UNESCO-Entscheidung nennt für diese Aufnahme das Jahr 1976. Die Tritte sollen laut der Encyclopedia of Korean Culture weich, aber kraftvoll treffen und den Gegner nicht verletzen, die Hände dienen vor allem zum Greifen und Drücken. Heute wird Taekkyon von einem Sportverband unter dem Korean Sport and Olympic Committee und von Vereinen zur Pflege des Kulturerbes betrieben.
Geschichte
Die Encyclopedia of Korean Culture gibt an, dass Taekkyon in den Quellen erstmals Anfang des 18. Jahrhunderts auftaucht, und zwar in einer Liedersammlung von 1728. Außerdem erwähnt es ein Werk von 1798, und Stewart Culin hielt es im Buch Korean Games (1895) fest. Martial Arts of the World hält als ersten bekannten Beleg das Werk Chaemulpo von Yi Song-ji von etwa 1790 für maßgeblich, nach dem die ältere Kunst subakhi begann, Taekkyon zu heißen. Die Herleitung des Taekkyon aus dem subaku der Korjo-Zeit bezeichnet die Encyclopedia of Korean Culture als umstritten.
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Laut der Encyclopedia of Korean Culture wurde Taekkyon vom Ende der Herrschaft von König Cheoljong bis zum Beginn der Herrschaft von König Gojong rege am Feiertag Dano betrieben, und die Stadtviertel rangen miteinander. Martial Arts of the World beschreibt um 1905 zwei Formen: ein Spiel, manchmal mit Mannschaften und Regeln, das zusammen mit dem Ringkampf ssirum bei saisonalen Festen in Seoul betrieben wurde, und echten Kampf, vor allem unter Gangstern. Laut der Encyclopedia of Korean Culture wurde Taekkyon per Gesetz verboten, weil sich Menschen damit rächten. Unter der Kolonialherrschaft verfiel Taekkyon. Die Encyclopedia of Korean Culture nennt als mögliche Ursachen das Fehlen eines Überlieferungssystems und die Einführung des japanischen Kendo und Judo an den Schulen. Martial Arts of the World schreibt, dass Song Deok-ki nach der Annexion 1910 noch einige Jahre in kleinen Gruppen trainierte, aber der Druck von Familie und Polizei ihn zum Aufhören zwang. Die Praxis wurde formell verboten, aktiv unterdrückt aber nicht. Song Deok-ki (1893–1987, in Martial Arts of the World Song Tok-ki) führte Taekkyon nach der Befreiung erstmals am 26. März 1958 zum Geburtstag von Präsident Yi Sung-man vor. Seit den Sechzigerjahren begann man laut der Encyclopedia of Korean Culture, Taekkyon rund um ihn zu erfassen, und in den Siebzigerjahren gab ihm Shin Han-seung (1928–1987, Sin Han-sung) den Wert eines Kulturerbes. Im November 1981 übergab Shin Han-seung der Cultural Heritage Administration die gesammelten Materialien, und am 1. Juni 1983 wurde Taekkyon als wichtiges immaterielles Kulturerbe Nummer 76 erfasst. Beide Träger starben 1987 im Abstand von zwanzig Tagen.
Was es unterscheidet
Das Verhältnis des taekkyon zum Taekwondo ist umstritten. Martial Arts of the World gibt an, dass die Verantwortlichen der koreanischen Verbände des taekkyon jede direkte Verbindung zum Taekwondo ablehnen und keiner der wenigen Menschen mit belegter Kenntnis des taekkyon mit den Begründern des Taekwondo verbunden war. Der Einfluss war ihr zufolge vor allem begrifflich: Der Name Taekwondo aus den fünfziger Jahren sollte die Kunst koreanischer Schulen mit der Volkserinnerung an taekkyon verbinden. Die Encyclopedia of Korean Culture stellt Taekwondo in ihrem Taekwondo-Artikel dagegen als moderne Weiterentwicklung traditioneller Künste samt taekkyon dar. Technisch liegt der Unterschied laut Encyclopedia of Korean Culture in den Tritten: weich und bogenförmig im taekkyon, geradlinig im Taekwondo. Martial Arts of the World gibt an, taekkyon sei eine reine Standkunst gewesen, im Spiel seien Techniken mit Druck statt Schlag ausgeführt worden, im Kampf aber mit voller Kraft.
Technik
Das traditionelle System des Taekkyon gliedert sich laut der Encyclopedia of Korean Culture in den Schritt pumbalki, Handtechniken und Fußtechniken, zu denen Tritte und Fußfeger gehören. Pumbalki ist ein Schritt in einem tanzähnlichen Dreierrhythmus, bei dem die Füße abwechselnd vor und zurück ein Dreieck bilden und das Gewicht wiederholt auf und ab verlagert wird. Martial Arts of the World beschreibt ihn als ständiges Schreiten im Dreieck, damit der Fuß nicht lange an einer Stelle bleibt. Taekkyon hat laut ihr sehr wenige Blocks und bevorzugt das Ausweichen. Die Füße werden dicht beieinander gehalten, weil weite Schritte das Fegen erleichtern.
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Die Tritte sollen laut der Encyclopedia of Korean Culture weich, aber kraftvoll treffen und den Gegner nicht verletzen, und die Enzyklopädie stellt sie als weich und bogenförmig den geraden Tritten des Taekwondo gegenüber. Die Handtechniken dienen vor allem zum Greifen und Drücken, mit denen der Gegner aus dem Gleichgewicht gebracht und heruntergerissen wird. Gefährliche Handtechniken zählen laut derselben Enzyklopädie zu den sogenannten alten Techniken (Martial Arts of the World schreibt yaet pop) und sind im Kampf nicht erlaubt. Martial Arts of the World gibt an, dass die alten Schläge zum Kopf bis auf eine Ausnahme mit offener Hand und die Schläge zum Körper mit der Faust erfolgen. Die typische Antwort auf einen Tritt besteht laut Martial Arts of the World darin, das Bein des Gegners zu fangen und ihm das Standbein wegzufegen. Armbewegungen zusammen mit dem Schritt verwirren den Gegner und halten das Gleichgewicht. Bei der Erhebung der Cultural Heritage Administration 1973 wurden von Song Deok-ki nur 11 Techniken aufgezeichnet, der Bericht von 1982 nennt dagegen über 30 Grundtechniken und etwa 100 angewandte Techniken, weil Shin Han-seung sie weiter untergliederte.
Training
Die Encyclopedia of Korean Culture beschreibt drei Übungsweisen: Einzelübung ohne Partner (Schritt, Armbewegungen, Tritte und Handtechniken), Übung zu zweit gegeneinander nach Absprache und freies Kräftemessen. Martial Arts of the World gibt an, dass Shin Han-seung 1973 in Chungchu eine eigene Schule eröffnete und ein standardisiertes Trainingssystem aus vier Teilen schuf: Einzelübung im Stand und im Gehen, Partnerübung, Wettkampf und eine Form, die die grundlegenden Wettkampftechniken zusammenfasst. Laut derselben Enzyklopädie wurde er, besonders für die Form, kritisiert, den ursprünglichen Stil zu stark verändert zu haben, und einige Kritiker, die ebenfalls bei Song Deok-ki gelernt hatten, gründeten eigene Verbände. Eine Studie in einer koreanischen Fachzeitschrift für Kampfkünste von 2014 gibt an, dass die Taekkyon-Verbände verschiedene Schrittformen verwenden, von der Linie über das Dreieck und die Raute bis zum Fünfeck, und dass das Dreieck am stabilsten und am gebräuchlichsten ist.
Graduierungen und Fortschritt
Das traditionelle Taekkyon hatte laut Martial Arts of the World kein herkömmliches Trainingssystem, keine formalen Grade und keine vorgegebenen Formen. Laut Song Deok-ki lernten ernsthafte Schüler jedoch in organisierten Gruppen bei bestimmten Lehrern. Die heutigen Taekkyon-Organisationen haben eigene Trainingssysteme. Die Encyclopedia of Korean Culture gibt an, dass der Unterschied zwischen den 11 im Jahr 1973 aufgezeichneten Techniken und den mehr als 30 Grundtechniken im Bericht von 1982 dazu führte, dass jede Organisation ein eigenes technisches System entwickelt.
Wettkampf
Das traditionelle taekkyon wurde laut Encyclopedia of Korean Culture wohl in Gruppen als Siegesserien einzelner Kämpfer ausgetragen, auf einem Hof, auf einer mattenbedeckten Reisigunterlage. Die Stadtviertel kämpften gegeneinander. Martial Arts of the World beschreibt einen Wettkampf um das Jahr 2001: Er findet auf Matten wie im Judo statt, in weißer traditioneller Kleidung, ohne Runden und ohne Schutzausrüstung, der Kampf dauert bis zur Niederlage oder zum Zeitlimit, dann entscheiden die Kampfrichter. Einen Punkt gibt es, wenn der Gegner den Boden mit dem Knie oder einem höheren Körperteil berührt, oder durch einen sauberen Tritt gegen Kopf oder Gesicht, der den Kopf sichtbar bewegt. Die Hände dürfen nur drücken, greifen und abfangen, Kleidergreifen ist verboten, und gegen den Körper sind nur Schubtritte erlaubt. Laut der Agentur Newsis war taekkyon bei den nationalen Sportspielen 2017 die einzige Demonstrationssportart.
Heute
Die UNESCO hat taekkyeon 2011 mit dem Beschluss 6.COM 13.44 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Der Beschluss gibt an, dass es etwa fünfzig anerkannte Praktizierende gibt und dass die Korean Taekkyeon Association bei der Weitergabe eine bedeutende Rolle spielt. Zu den Schutzmaßnahmen gehören finanzielle Unterstützung des Meisters und der Assistenten, Aufklärung und Forschung. Die UNESCO betont, dass taekkyon Zurückhaltung lehrt und ein Meister den Gegner ohne Verletzung zum Rückzug bringen kann. Die Encyclopedia of Korean Culture nennt als heutige Organisationen unter anderem zwei Vereine unter der Behörde für nationales Erbe, einen Sportverband unter dem Korean Sport and Olympic Committee und einen Verband für gyeollyeon taekkyon, der eine juristische Person ist. Laut der Agentur Newsis beschlossen der Sportverband und ein Verein mit Sitz in Chungju 2017 die Fusion. Laut der Zeitung Seoul Shinmun wurde gyeollyeon taekkyon am 1. Dezember 2022 als Seouler immaterielles Kulturerbe Nr. 55 eingetragen. Martial Arts of the World nannte 2001 in Korea vier Verbände mit kleinen Unterschieden, Klubs an den meisten großen Universitäten und Fernsehübertragungen der Wettkämpfe. Laut dem Nachrichtenportal Nocutnews strebt der Sportverband die Aufnahme von taekkyon ins olympische Programm an.
Wissenswertes
Laut der Encyclopedia of Korean Culture wurde taekkyon auch unter anderen Namen geschrieben, und 1933 änderte die Korean Language Society seine Schreibung in der einheitlichen Rechtschreibung. Song Deok-ki glänzte laut derselben Enzyklopädie auch am Reck, im Fußball und im Bogenschießen aus, spielte für eine Fußballmannschaft und schoss etwa fünfzig Jahre mit dem Bogen. Martial Arts of the World gibt an, dass ein Gemälde von Yu Suk von 1846 wohl einen taekkyon-Kampf zeigt.
Stile & Zweige
Häufige Fragen
Ist Taekkyon der Vorläufer von Taekwondo?
Die Quellen gehen auseinander. Martial Arts of the World gibt an, dass die Taekkyon-Verbände eine direkte Verbindung ablehnen und der Einfluss vor allem begrifflich war, die Encyclopedia of Korean Culture stellt Taekwondo im Artikel über Taekwondo als Weiterentwicklung traditioneller Künste einschließlich Taekkyon dar.
Was ist pumbalki?
Der Grundschritt des Taekkyon. Laut der Encyclopedia of Korean Culture tritt man in einem tanzähnlichen Dreierrhythmus auf drei Punkte, sodass die Füße ein Dreieck bilden und das Gewicht auf und ab verlagert wird.
Wann nahm die UNESCO Taekkyon auf?
Im Jahr 2011 mit der Entscheidung 6.COM 13.44 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit. In Korea ist es laut der Encyclopedia of Korean Culture seit 1983 nationales immaterielles Erbe.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.