Bataireacht
Sammelbegriff für irischen Stockkampf, am besten belegt bei den Massenschlägereien der faction fights im 19. Jahrhundert. Heute bestehen zwei bekannte Familienlinien und Rekonstruktionen.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Bataireacht
Über Bataireacht
Bataireacht ist ein Sammelbegriff für den irischen Stockkampf, keine einzelne Schule. Das National Museum of Ireland verwendet ihn als allgemeine Bezeichnung, im Wörterbuch von Ó Dónaill gibt es das Stichwort aber nicht, und Green kennt ihn in Martial Arts of the World nicht. Das Irische kennt auch den Ausdruck boiscín, der nach Green sowohl den Kampf mit den Händen als auch das Fechten mit dem Stock bezeichnete. Der Stock hieß nach Green bata und hatte die Länge eines Spazierstocks, manchmal ergänzt durch einen kürzeren Stock in der anderen Hand. Das Wort shillelagh bezeichnete nach ihm ursprünglich eine nach Europa ausgeführte Art von Eichenholz.
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Am besten belegt sind nach Green die faction fights des neunzehnten Jahrhunderts, Massenschlägereien mit bis zu tausend Männern und mit rituellen Herausforderungen. Das National Museum of Ireland beschreibt sie als Phänomen des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts, das sich auf Jahrmärkten, Märkten, Beerdigungen, Pferderennen und Wallfahrten abspielte, vor allem in Munster. Roberts (1983) schreibt, die traditionellen faction fights seien ritualisiert, eher zurückhaltend und mit Stöcken geführt worden. Laut dem Museum hörten sie bis 1839 praktisch auf. Heute haben sich nach den Quellen zwei bekannte Familienlinien erhalten. Die Doyle-Linie überlebte in Newfoundland unter dem Namen Rince an Bhata Uisce Bheatha, und die Antrim-Linie pflegte nach dem Praktiker Maxime Chouinard die Familie Ramsey in Nordirland. Daneben gibt es Rekonstruktionen nach zeitgenössischen Handbüchern.
Geschichte
Stöcke, shillelaghs und lange Stäbe waren nach Green in Irland verbreitet, weil die britische Verwaltung den Einwohnern den Zugang zu Waffen beschränkte. Irische Fechtmeister übten nach ihm meist mit Stöcken statt mit Schwertern, weil britische Gesetze katholischen Iren den Besitz eines Schwerts verboten. Britische Zeitungen begannen um 1805 über faction fights zu schreiben, die nach Green seit den dreißiger Jahren des achtzehnten Jahrhunderts auf irischen Jahrmärkten und bei Pferderennen stattfanden. Faction fights galten nach ihm als raue, aber gutmütige Prüfung des Könnens, auch wenn die Behörden sie missbilligten.
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Roberts beschreibt in Irish Peasants (University of Wisconsin Press 1983), dass 1806 im östlichen Munster ein Streit zweier großer Gruppierungen ausbrach, der Caravats und der Shanavests. Anders als bei den traditionellen faction fights ging es nach ihm um rücksichtslose Schlägereien mit Schusswaffen und häufigen Todesopfern, die von 1806 bis 1811 elf Grafschaften erfassten. Die Caravats waren nach Roberts vor allem eine Organisation der Whiteboys, die Shanavests eine Bewegung der Mittelschicht gegen die Whiteboys. Das Nationalmuseum von Irland gibt an, dass 1834 ein Zusammenstoß der Lalors und der Coleens am Strand von Ballyeagh in der Grafschaft Kerry 35 Tote forderte. Die Behörden sahen laut Museum meist nur zu, und die Polizei nahm erst nach dem Kampf Festnahmen vor. Owens (Irish Historical Studies, 1997) schreibt, dass 1828 die Streitigkeiten der Fraktionen im Südwesten Irlands endeten, nachdem sich O'Connell und die Catholic Association an sie gewandt hatten, und dass sich zwei Tipperary-Fraktionen im Juli 1828 in Dromin rituell versöhnten.
Was es unterscheidet
Allanson-Winn sieht im shillelagh ein Bindeglied zwischen einem gewöhnlichen Spazierstock und dem wuchtigen langen quarterstaff. Gegen einen Schwertkämpfer mit Klinge fehlen dem Iren seiner Ansicht nach Reichweite und Stiche mit der Spitze. Green vergleicht den irischen Griff an einem längeren Stock mit der Technik coulé im bâton. In der Antrim-Linie wechselt der Griff laut Chouinard (2015) mit der Entfernung: Auf kurze Distanz hält man den Stock beidhändig in der Mitte, auf mittlere einhändig und gegen mehrere Gegner beidhändig am Ende. Die Doyle-Linie kämpft vor allem beidhändig auf kurze Distanz. Die Rekonstruktionen stützen sich auf zeitgenössische Handbücher, laut Chouinard vor allem auf Allanson-Winn (1890) und Walker (1840), dessen Stil dadurch besonders ist, dass er die meisten Paraden mit dem unteren Stockende führt.
Technik
Der längere Stock wurde nach Green in der Mitte gehalten, sodass die untere Hälfte entlang des Unterarms lag und ihn schützte, und die Schläge wurden mit dem Stockkopf geführt. Der kürzere Stock diente der Deckung. Allanson-Winn gibt in Broad-Sword and Single-Stick (1890) an, ein shillelagh sei etwa vier Fuß lang und bestehe meist aus Schlehdorn, Eiche, Esche oder Hasel. Man halte ihn nach ihm etwa acht Zoll von der Mitte entfernt, und wenn man ihn etwa ein Drittel der Länge vom Ende hält, decke der kürzere Teil die rechte Kopfseite und den rechten Unterarm. Irische Kämpfer decken nach Allanson-Winn die linke Kopfseite mit dem linken Unterarm, während ein Fechter die linke Hand hinter dem Rücken hält. Stöße mit der Spitze würden in irischen Kämpfen nach ihm kaum verwendet, und seine Landsleute wirbelten die Stöcke über dem Kopf und versuchten, dem Gegner den Hut herunterzuschlagen. Das Nationalmuseum von Irland beschreibt auch Stöcke, die an einem Ende beschwert waren und möglichst große Verletzungen verursachen sollten.
Training
Laut Green übten die Männer von Jugend an mit dem Stock, und jede Fraktion hatte ihren eigenen Fechtmeister. Allanson-Winn hält es für wichtig, dass der Stock gleichmäßig dick und gleich schwer ist. Einen festen Standard für Länge oder Material nennt jedoch keine der Quellen. Über die Antrim-Linie erzählt Maxime Chouinard im whistlekick-Podcast, dass er 2007 nach Irland reiste, wo man ihn an einen Herrn Ramsey verwies, der die Kunst von Vater, Großvater und Onkeln gelernt hatte. Mit dem Unterrichten begann er 2009, unter der Bedingung, dass er die Kunst weder zum Sport machen noch zum Geldverdienen nutzen werde. Grade oder Titel für bataireacht im Allgemeinen haben wir in verlässlichen Quellen nicht gefunden.
Heute
Schon Allanson-Winn schrieb 1890, die Iren hätten früher eine große Vorliebe für den shillelagh gehabt und ein wenig dieses Vergnügens sei noch auf den meisten Jahrmärkten zu sehen. Green berichtet von Bemühungen, den irischen Stockkampf unter dem Namen brata, Stock, zu bewahren oder wiederzubeleben. Die BBC schrieb, der irische Stockkampf gewinne an Beliebtheit, aber nicht in Irland: Ein Club in Wexford hatte vier Mitglieder, die sich einmal im Monat trafen, und sein Ausbilder Robert Belton sagte, die meisten Iren hielten die Kunst für einen Witz. Maxime Chouinard erlernte die Kunst laut der Studentenseite der Carleton University Capital Current (2024) im Jahr 2007 in Nordirland, begann zwei Jahre später sie zu unterrichten und hat heute Clubs in sieben Ländern. Wettkämpfe im bataireacht haben wir in verlässlichen Quellen nicht gefunden.
Wissenswertes
Frauen nahmen laut Green an den faction fights nicht mit einem Stock teil, sondern mit einem Stein im Strumpf oder Tuch. Allanson-Winn schreibt von einer Dame auf einem irischen Jahrmarkt, die am Rand einer Schlägerei mit einem Stein im Strumpf wartet. Ein Kämpfer durfte laut Green den Schlag einer Frau mit dem Stock abwehren, sie mit dem Stock zu schlagen galt jedoch als unschicklich. Zweieinhalb Prozent der Todesfälle bei faction fights gingen ihm zufolge auf Tritte gegen am Boden Liegende zurück und fünf Prozent auf infizierte Bisse. Die Namen Caravats und Shanavests gehen laut einer örtlichen Überlieferung, die Roberts zitiert, auf Nicholas Hanley zurück, der im Winter 1805 bis 1806 in Clonmel gehängt wurde und nach seiner eleganten Krawatte benannt war, sowie auf Patrick Connors (Paudeen Gar), bekannt für seine zerlumpte alte Weste. Das National Museum of Ireland besitzt in seiner Sammlung einen Schlagring aus Metall aus dem neunzehnten Jahrhundert und eine von einem Schmied gefertigte Taschenpistole von 1810, die die Polizei bei faction fights beschlagnahmte. Der shillelagh wurde laut Green in den USA zu einem der Symbole des St Patrick's Day.
Stile & Zweige
Häufige Fragen
Was ist ein shillelagh?
Ein irischer Stock, nach Allanson-Winn (1890) etwa vier Fuß lang, aus Schlehdorn, Eiche, Esche oder Haselnuss. Green gibt an, dass das Wort ursprünglich eine Art Eichenholz bezeichnete.
Was waren faction fights?
Massenschlägereien auf dem irischen Land im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert, nach dem National Museum of Ireland vor allem auf Jahrmärkten, Märkten und Beerdigungen in Munster. Laut dem Museum hörten sie bis 1839 praktisch auf.
Wird der irische Stockkampf heute noch gelehrt?
Ja, in der Doyle- und der Antrim-Linie und in Rekonstruktionen nach zeitgenössischen Handbüchern. Laut BBC ist er in Irland selbst aber wenig verbreitet.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.