Meyers Fechtkunst
Deutsches Renaissance-Fechten nach Joachim Meyers gedrucktem Handbuch von 1570, heute eine der meistgeübten Richtungen des HEMA.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Meyers Fechtkunst
Über Meyers Fechtkunst
Joachim Meyer (um 1537 in Basel – 24. Februar 1571 in Schwerin) war Messerschmied und Berufsfechter, ein sogenannter Freifechter, dessen Werk die klassische Epoche des deutschen Fechtens beschließt. In Straßburg erwarb er 1560 durch die Heirat mit einer Witwe das Bürgerrecht und verdiente seinen Lebensunterhalt unter anderem mit dem Betrieb von Fechtschulen. 1570 veröffentlichte er die Gründtliche Beschreibung der Kunst des Fechtens, ein umfangreiches gedrucktes Handbuch mit reichhaltigen Stichen, das sich von älteren Handschriften vor allem in seiner Absicht unterscheidet: Es will kein Notizapparat für Eingeweihte sein, sondern ein durchgängiges Lehrbuch für jemanden, der von Grund auf lernen will. Das Buch gliedert sich in fünf Abschnitte nach Waffen — Langes Schwert, Dusack, Rapier, mit dem Ringen verbundener Dolch sowie Stangenwaffen, also Stab, Hellebarde und Pike. Meyer bekennt sich ausdrücklich zur Tradition Liechtenauers und übernimmt deren Begrifflichkeit, arbeitet sie jedoch für Verhältnisse um, in denen aus dem Kampf auf Leben und Tod ein Übungs- und Wettkampfgefecht in den Schulen geworden war. Daher rührt seine Betonung der Körperarbeit: Stellungen, Übergänge, Distanzmessung und das Einüben in fortlaufenden, wiederholbaren Abläufen. Gerade weil er auch das beschreibt, was andere Meister für selbstverständlich hielten, zählt sein Abschnitt über das lange Schwert zu den detailliertesten erhaltenen Quellen zu dieser Waffe überhaupt. Meyer starb kurz nach Erscheinen des Buches im Alter von etwa dreiunddreißig Jahren, nachdem er in den Dienst des Herzogs von Mecklenburg nach Schwerin getreten war. In der heutigen HEMA gehört sein System zu den am meisten geübten Richtungen und dient vielen Gruppen als Einstieg in die gesamte deutsche Schule.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
