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Meyers Fechtkunst

Fechten nach dem Straßburger Meister Joachim Meyer, der 1570 ein Buch über Schwert, Dussack, Rapier, Dolch, Stab und Hellebarde drucken ließ. Auch seine Handschriften sind erhalten.

Wichtige Daten

HerkunftslandDeutschland
RegionEuropa
HauptfokusWaffen

Charakter & Herkunft

StatusRekonstruiert
LinieTraditionell
EntstehungszeitFrühe Neuzeit

Training

BekleidungSchutzausrüstung
Rolle der WaffenWaffen im Zentrum
Rolle der FormenFormen optional

Für wen

KinderprogrammeKein Kindertraining
SeniorenfreundlichMit Anpassungen geeignet
Körperliche Anforderung3/5
Verletzungsrisiko2/5
Übertrag auf Selbstverteidigung1/5
Konditioneller Nutzen3/5
Wie wir die Skalen bewerten →

Organisation & Wettkampf

WettkampfformatKeine Wettkämpfe
GewichtsklassenNein
Olympischer StatusNicht olympisch
Geschätzte PraktizierendeUnter 10 000

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeNicht verwendet
TritteNicht verwendet
WürfeAm Rande
BodenkampfNicht verwendet
Hebel & HaltegriffeAm Rande
WaffenZentral

Kataloge & Datenbanken für Meyers Fechtkunst

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Über Meyers Fechtkunst

Meyers Fechten ist eine Sammlung fechterischer Lehren von Joachim Meyer, der sich auf dem Titelblatt seines Buches Freyfechter zů Straßburg nennt. Laut Dupuis (Acta Periodica Duellatorum, 2021) wurde Meyer 1560 als Messerschmied durch Heirat mit einer Witwe Bürger von Straßburg und stammte aus Basel. Eine Geburt im Jahr 1537 ist nach ihm möglich, wegen Namensvettern aber nicht sicher. 1571 trat er in den Dienst des Herzogs in Schwerin und starb kurz nach der Ankunft, was der Brief des Kanzlers vom 24. Februar 1571 bestätigt.

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1570 gab Meyer in Straßburg beim Drucker Thiebolt Berger das Buch Gründtliche Beschreibung der freyen Ritterlichen vnnd Adelichen kunst des Fechtens heraus. Das Buch hat fünf Teile: das Fechten mit dem Schwert, dem Dussack, dem Rapier, dem Dolch mit vielen Ringerstücken und zuletzt mit Stab, Hellebarde und langem Spieß. Die Stiche schreibt Dupuis Tobias Stimmer zu. Das Buch ist dem Pfalzgrafen Johann Casimir gewidmet und erschien 1600 in Augsburg erneut. Meyer hinterließ auch Handschriften. Die Münchner von 1561 hat 79 Illustrationen und enthält außer den Waffen des gedruckten Buches auch den Kampf in der Rüstung, weitere liegen in Lund und in Rostock. In den sechziger Jahren des 16. Jahrhunderts veranstaltete Meyer öffentliche Fechtvorführungen und bereitete laut Dupuis vier Fechter auf die Fechtmeisterprüfung vor. Heute ist sein Buch auch in der englischen Übersetzung von Jeffrey L. Forgeng von 2006 zugänglich.

Geschichte

Laut Dupuis (Acta Periodica Duellatorum, 2021) wurde Joachim Meyer 1560 als Messerschmied durch Heirat mit einer Witwe, die das Bürgerrecht besaß, Bürger von Straßburg. Seine mutmaßlichen Eltern Jakob Meyger und Anna Fründt lebten in der Basler Vorstadt St. Alban, in deren Pfarrei Joachim Meyer 1537 getauft wurde, wegen Namensvettern ist dies aber nicht sicher. In den Jahren 1560 bis 1570 hinterließ er in den Archiven wenig Spuren außer der Veranstaltung öffentlicher Fechtvorführungen, und 1570 war er Schatzmeister des Gerichts der Straßburger Schmiedezunft, was seine Meisterstellung belegt.

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1570 erschien in Straßburg bei Thiebolt Berger sein Buch Gründtliche Beschreibung der freyen Ritterlichen vnnd Adelichen kunst des Fechtens, gewidmet dem Pfalzgrafen Johann Casimir aus der Linie Pfalz-Simmern. 1571 verließ Meyer Straßburg, trat in den Dienst des Herzogs in Schwerin und starb kurz nach der Ankunft. Seinen Tod bestätigte der Kanzler in einem Brief an den Herzog vom 24. Februar 1571, in dem er sich über den fehlenden Hofarzt beklagte. Die deutsche Wikipedia nennt als Todestag den 24. Februar, die englische den 23. Februar. Das Buch wurde laut Dupuis posthum 1600 in Augsburg mit denselben Platten und ohne wesentliche Textänderungen nachgedruckt. Jaquet (2020) nennt noch eine Augsburger Ausgabe von 1610. Green (2001) schreibt, Meyer habe seine Lehren 1570 aufgezeichnet, ebenso wie Jacob Sutor 1612, und die Deutschen hätten sich insgesamt der Übernahme des Rapiers zugunsten traditioneller Waffen widersetzt.

Was es unterscheidet

Pierre-Alexandre Chaize sieht laut Dupuis (Acta Periodica Duellatorum, 2021) in Meyers Druck die Anfänge des bürgerlichen Sports, der den Körper durch eine gesellschaftliche Tätigkeit in Bewegung bringt. Dupuis weist darauf hin, dass das Fechten stark mit der Aristokratie verbunden blieb. Jaquet und Walczak (2015) zählen Meyer zu den Zeugen, die die Lehren zum langen Schwert von Martin Siber enthalten. Die englische Wikipedia gibt an, dass Meyers Druck zu einer einflussreichen Quelle weiterer deutscher Fechtbücher wurde, darunter der Bücher von Jacob Sutor (1612) und Theodor Verolinus (1672), die vereinfachte Redaktionen davon sind.

Technik

Der Druck von 1570 hat laut Inhalt des Digitalisats fünf Bücher. Das erste gilt dem Schwertfechten, das zweite dem Dussack, das dritte dem Rapier, das vierte dem Dolch mit vielen Ringerstücken und das fünfte Stab, Hellebarde und langem Spieß. Die Überschrift des zweiten Buches nennt viele männliche und schnelle Stücke, mit denen Anfänger Gewandtheit und dann das Rapierfechten üben. Die Münchner Handschrift von 1561 hat laut Dupuis (2021) 79 Illustrationen und Abschnitte über Zweihandschwert, Dussack, Rapier, Dolch, Stab, Hellebarde, langen Spieß und Kampf in der Rüstung. Der Dussack-Abschnitt hat 23 Bilder. Die englische und die deutsche Wikipedia geben an, Meyers System gehe von der Terminologie der Schule Liechtenauers aus, das zivile Fechten schöpfe aber offenbar auch aus dem zeitgenössischen italienischen Fechten einschließlich Achille Marozzo.

Training

Die Übungsklinge für das lange Schwert war der Feder. Laut der Studie von Gassmann und Kollegen (Acta Periodica Duellatorum, 2017) hat er stumpfe Kanten und Spitze, entspricht dem langen Schwert aber sonst in Maßen, Gewicht von etwa 1400 Gramm und Balance. Historische Federn sind aus dem 16. und 17. Jahrhundert erhalten, und Meyers Buch zeigt Übende damit in seinem Saal.

Graduierungen und Fortschritt

Meyer bereitete laut Dupuis (Acta Periodica Duellatorum, 2021) in vier Jahren vier Fechter auf die Fechtmeisterprüfung vor. Gesuche um eine öffentliche Fechtschule aus den Jahren 1560, 1561 und 1563 sollten dazu führen, dass einer seiner Schüler Meister wurde. Er selbst nennt sich auf dem Titelblatt des Drucks Freyfechter zů Straßburg und war 1570 Schatzmeister des Gerichts der Schmiedezunft, was laut Dupuis den Meisterstatus belegt.

Heute

Jeffrey L. Forgeng veröffentlichte 2006 in London die englische Übersetzung des Drucks von 1570 unter dem Titel The Art of Combat: A German Martial Arts Treatise of 1570. Die Handschriften in Lund und Rostock wurden laut Dupuis (Acta Periodica Duellatorum, 2021) in den Jahren 2008 und 2009 gefunden, die Münchner Handschrift von 1561 im Bayerischen Nationalmuseum beschrieb Dupuis im Jahr 2021. Die Quellen gehen bei der Datierung der Lunder Handschrift auseinander. Dupuis legt sie auf etwa 1568, Jaquet (2020) auf 1560. Die Rostocker Handschrift enthält unter anderem einen Traktat über das Rapier, der Graf Heinrich von Eberst gewidmet und auf 1570 datiert ist.

Wissenswertes

Luis Pacheco de Narváez bezeichnet Meyer in seinem Buch Nueva Ciencia nach Dupuis (2021) als Übersetzer von Achille Marozzo ins Deutsche. Einige Kompositionen im Rapierabschnitt der Münchner Handschrift erinnern an die Stiche in Marozzos Buch Opera Nova von 1536. Die Münchner Handschrift ist dem Pfalzgrafen Georg Hans von Veldenz gewidmet, und die Widmung ist nach dem Julianischen Kalender auf den 1. März 1561 datiert.

Häufige Fragen

Wer war Joachim Meyer?

Ein Fechter und Messerschmied aus Straßburg, wo er nach Dupuis (2021) 1560 Bürger wurde. 1570 veröffentlichte er ein Fechtbuch, 1571 trat er in die Dienste des Herzogs in Schwerin und starb kurz darauf.

Welche Waffen beschreibt Meyers Buch?

Der Druck von 1570 hat fünf Bücher: Schwert, Dussack, Rapier, den Dolch mit Ringerstücken und zuletzt Stab, Hellebarde und langen Spieß. Die Münchner Handschrift von 1561 enthält zusätzlich den Kampf in Rüstung.

Gibt es Meyers Buch in Übersetzung?

Ja. Eine englische Übersetzung von Jeffrey L. Forgeng erschien 2006 in London unter dem Titel The Art of Combat: A German Martial Arts Treatise of 1570.

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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.

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