Joachim Meyer
Straßburger Messerschmied und Freifechter (um 1537–1571), Autor des Handbuchs Gründtliche Beschreibung der Kunst des Fechtens (1570) über Schwert, Dussack, Rapier und weitere Waffen.
Auf einen Blick
DeutschlandBiografie
Joachim Meyer war ein Straßburger Messerschmied und Freifechter (Freifechter), Autor des Handbuchs Gründtliche Beschreibung der Kunst des Fechtens von 1570. Er wurde in Basel geboren, laut Wiktenauer wahrscheinlich im August 1537, und starb am 23. Februar 1571 in Schwerin, die Todesursache ist unbekannt.
In Basel erlernte er wahrscheinlich das Messerschmiedehandwerk, und bis Juni 1560 ließ er sich in Straßburg nieder, wo er Appolonia Ruhlman heiratete. In einer Widmung von 1561 schreibt er, er habe das Fechten von Jugend an gelernt, einen Lehrer nennt er nicht. Von 1561 bis 1568 bat er den Stadtrat wiederholt um die Erlaubnis, Fechtschulen abzuhalten.
Im Jahr 1561 verfasste er die Handschrift MS Bibl. 2465, heute im Bayerischen Nationalmuseum in München, gewidmet dem Pfalzgrafen Georg Hans. Das gedruckte Buch erschien in Straßburg bei Thiebolt Berger, wurde am 24. Februar 1570 vollendet und Johann Kasimir gewidmet. Anders als die Handschrift beschreibt es den Kampf in Rüstung nicht und passt die Techniken den städtischen Stichverboten an. Es erschien erneut in den Jahren 1600, 1610 und 1660.
Ende 1570 nahm er die Stelle als Fechtmeister beim Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg an. Er verließ Straßburg am 4. Januar 1571, wegen der Herausgabe des Buches verschuldet, und traf am 10. Februar in Schwerin ein. Die erste englische Ausgabe erhielt das Buch im Jahr 2006, in der Übersetzung von Jeffrey Forgeng.
Frühe Jahre
Joachim Meyer wurde in Basel geboren, Wiktenauer nennt als Datum den 16. August 1537 mit einem Fragezeichen. In Basel erlernte er wahrscheinlich das Messerschmiedehandwerk. Bis zum 4. Juni 1560 ließ er sich in Straßburg nieder, heiratete Appolonia Ruhlman, wurde Messerschmiedemeister und später auch Funktionär der Schmiedezunft. In einer Widmung von 1561 schreibt er, er habe das Fechten von Jugend an gelernt, und nennt keinen Lehrer.
Ausbildung und Lehrer
In der Handschrift von 1561 unterschreibt er als Joachim meyer Frey Fechter, also als freier Fechter. Als Freifechter bat er den Straßburger Stadtrat in den Jahren 1561, 1563, 1566, 1567 und 1568 um die Erlaubnis für eine Fechtschule. Die Petition von 1568 ist die erste, in der er sich Fechtmeister nennt. Wer ihn im Fechten unterrichtete, haben wir nicht gefunden.
Beitrag und Neuerungen
Die Handschrift MS Bibl. 2465 entstand 1561, die Widmung ist auf den 7. März datiert und richtet sich an den Pfalzgrafen Georg Hans. Die Handschrift befindet sich im Bayerisches Nationalmuseum in München. Die kürzere Handschrift MS A.4º.2 in Lund aus den Jahren 1563 bis 1568 entstand für Otto von Solms, und die Rostocker MS Var.82 ist eine Anthologie älterer Traktate mit Meyers Abriss des Rapiers. Die gedruckte Gründtliche Beschreibung der Kunst des Fechtens erschien in Straßburg bei Thiebolt Berger, wurde am 24. Februar 1570 vollendet und Johann Kasimir gewidmet. Das Buch beschreibt den Kampf in Rüstung nicht und umgeht die städtischen Stichverbote mit Hieben.
Legenden und belegte Fakten
Das Geburtsdatum 16. August 1537 versieht Wiktenauer mit einem Fragezeichen, sicher ist nur die Geburt in Basel um dieses Jahr. Die Todesursache knapp zwei Wochen nach der Ankunft in Schwerin ist unbekannt. Die Handschrift von 1561 ist einem Pfalzgrafen gewidmet, den Dupuis als Görg Hans wiedergibt. Wir vermuten, dass es sich um Georg Johann I. von Veldenz handelt, eine Bestätigung haben wir jedoch nicht gefunden.
Vermächtnis
Ende 1570 nahm er die Stelle als Fechtmeister beim Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg an. Wegen der Herausgabe des Buches verschuldete er sich mit etwa 300 Kronen, verließ Straßburg am 4. Januar 1571 und traf am 10. Februar in Schwerin ein. Der Schwager Antoni Rulman wurde Vormund der Witwe und bat den Herzog am 15. Mai 1571 um die Rückgabe von Meyers Sachen und Büchern, Appolonia heiratete im April 1572 wieder. Das Buch erschien erneut in den Jahren 1600, 1610 und 1660, Jeffrey Forgeng übersetzte es 2006 ins Englische, eine weitere Übersetzung erschien 2023.
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Kata und Formen
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