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Meyer s Square

Auch bekannt als: Meyer's Square, Meyer Square, Meyer's four openings drill

Eine Übung aus Joachim Meyers Buch von 1570: vier Langschwerthiebe auf vier Blössen (vier Blössen) in vier Reihenfolgen nach den Ziffern im kleinen Bild.

Auf einen Blick

Kampfkünste
Persönlichkeiten
FormtypSpiel
EntstehungszeitFrühe Neuzeit

Über die Kata

Im zehnten Kapitel des Buches über das Langschwert, überschrieben Wie man nach den vier Blössen fechten sol, beschreibt Meyer eine Reihe von vier Hieben auf die vier Blössen des Gegners. Im Zufechten schwingt der Fechter die Klinge von rechts ein- bis dreimal vor dessen Gesicht und endet im Lang ort. Dann schlägt er den ersten von rechts aufs linke Ohr, den zweiten von unten schräg auf den rechten Arm mit hoch über dem Kopf gehaltener Parade, den dritten von rechts auf die untere linke Blöße und den vierten schräg (schlims) aufs rechte Ohr; zuletzt Zwirch und zurücktreten. Alle vier Hiebe laufen schnell von einer Blöße zur nächsten, samt den Schritten. Damit der Übende geschickter wird, soll der erste Hieb wechseln. Die Reihenfolge zeigt ein kleines Bild (Figürlein) neben dem Text: zuerst die äußeren Ziffern, dann die zweite, dritte und zuletzt die innere. Sean Franklin (Sword STEM) liest daraus eine Formel von sechzehn Hieben. Geübt wird mit der langen Schneide, dann mit der halben und zuletzt mit der Flachen der Klinge. Der Name Meyers Quadrat ist modern: Meyer habe laut Franklin weder Bild noch Übung benannt, und Keith Farrell spricht von der Übung der vier Blössen. Eine feste Abfolge haben wir in den Quellen nicht gefunden; Meyer schreibt von einer Übung, mit der der Fechter lernt, Hiebe auf alle vier Blössen zu führen.

Die Kata in den Stilen

StilName im StilBewegungenKiai
HEMAMeyer's Square16—

Bedeutung des Namens

Die vier Blössen gehen auf Meyers Einteilung des Körpers in vier Viertel zurück – oben, unten, rechts und links (Ober, Under, Recht, Linck). Im dritten Kapitel des Buches über das Langschwert ordnet Meyer ihnen zudem die vier Hauptleger zu, aus denen die übrigen hervorgehen: Ochs, Pflug, Tag und Olber. Sean Franklin nennt in seiner Analyse des Bildes jede Vierergruppe von Hieben einen Rahmen: In jedem Rahmen stecken alle vier Hiebe, kein Rahmen wiederholt sich, und zwei Hiebe verlaufen stets auf derselben Linie hin und zurück. Von den 24 möglichen Reihenfolgen von vier Hieben führt Meyer laut Franklin nur vier an. Die Bezeichnungen Rahmen und Paar hat Franklin selbst eingeführt, bei Meyer stehen sie nicht.

Urheber und Geschichte

Meyer vollendete das Buch Gründtliche Beschreibung, der freyen Ritterlichen unnd Adelichen kunst des Fechtens laut Wiktenauer am 24. Februar 1570 und widmete es Johann Casimir, Pfalzgraf von Simmern; die Illustrationen entstanden in der Werkstatt von Hans Christoff Stimmer. Die englische Wikipedia gibt an, dass es in Straßburg von Thiebolt Berger gedruckt und 1600 von Meyers Witwe in Augsburg neu herausgegeben wurde. Keith Farrell schrieb 2017, Übung und Bild hätten sich in der heutigen Langschwert-Gemeinschaft sehr verbreitet. Die Zeichnung, die heute unter den Clubs kursiert, sei seiner Ansicht nach eine moderne Neuzeichnung, die Ilkka Hartikainen der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt habe.

Bunkai – Anwendungen

Nach den Hieben folgt laut Meyer ein zweiter Hauptteil: die vier Blössen gegen solche Hiebe schützen können, entweder durch Auffangen mit der Klinge oder – besser – mit Gegenhieben. Den dritten Teil nennt er Practick: Sieht der Fechter, dass ein Hieb an einer Stelle nicht gelingt, zieht er ihn zurück, bevor er auftrifft, oder lässt ihn vorbeifliegen und führt ihn auf eine andere Blöße, bis er trifft. Meyer zeigt das an dieser Reihe: ersten und zweiten Hieb hart auftreffen lassen, den dritten mit Schwung zurückziehen, damit der vierte schneller trifft; oder nach dem ersten Treffer zweiten und dritten zurückziehen und mit dem vierten treffen. Mit dem ersten und zweiten kann man auch nur drohen und den Hieb auf die nächste Blöße führen.

Häufige Fehler

Keith Farrell warnt davor, das Schwert zu schwingen, ohne auf Füße und Körper zu achten; zu jedem Hieb muss ein Schritt gewählt werden. Laut Lansing Longsword haben Anfänger Schwierigkeiten, die Schneide richtig zu drehen und das Ziel zu treffen.

Wichtiger Tipp

Mit der Flachen der Klinge schlägt man laut Meyer mit der inneren Fläche auf die rechte Seite des Gegners und mit der äußeren, umgekehrten Fläche auf seine linke Seite.

Weitere Quellen zum Thema (7)
  1. wiktenauer.com/wiki/Joachim_Meyer
  2. en.wikipedia.org/wiki/Joachim_Meyer
  3. en.wikipedia.org/wiki/Gründtliche_Beschreibung_der_Kunst_des_Fechtens
  4. swordstem.com/2021/03/17/4-rules-to-the-meyer-square
  5. keithfarrell.net/blog/2017/05/meyers-four-openings-drill-aka-meyers-square
  6. lansinglongsword.wixsite.com/website/single-post/2018/03/22/using-the-meyer-square
  7. shanee.io/blog/2017/01/03/longsword-solo-drills-meyer-square