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Bajutsu (Japanische Kriegsreitkunst)

馬術

Japanische Kriegsreitkunst: Laut Nipponica entwickelte sie sich seit alters als Schießen vom Pferd mit Bogenschießen. Die Schulen Ogasawara-ryu und Otsubo-ryu, yabusame, kasagake, inuoumono.

Wichtige Daten

HerkunftslandJapan
RegionAsien
HauptfokusWaffen

Charakter & Herkunft

LinieTraditionell
EntstehungszeitMittelalter

Organisation & Wettkampf

Olympischer StatusNicht olympisch

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeNicht verwendet
TritteNicht verwendet
WürfeNicht verwendet
BodenkampfNicht verwendet
Hebel & HaltegriffeNicht verwendet
WaffenZentral

Über Bajutsu (Japanische Kriegsreitkunst)

Bajutsu ist keine Schule, sondern ein Fachgebiet: die Kunst, zu reiten und Pferde zu führen. Die Enzyklopädie Nipponica beschreibt es im Artikel über Watanabe Ichiro als ursprünglich militärische Technik, die heute rein als Wettkampfsport betrieben wird, und führt an, dass sich die japanische Reitkunst seit alters als Schießen vom Pferd, kisha, in Verbindung mit dem Bogenschießen entwickelte und die im Kampf zu Lande am höchsten geschätzte Kampfkunst war. Der Brauch des Reitens gelangte laut Nipponica und Maypedia über das Festland und die Koreanische Halbinsel Ende des vierten Jahrhunderts nach Japan und verbreitete sich im sechsten Jahrhundert. Die ältesten Belege für das Schießen vom Pferd nennt das Wörterbuch Nikkoku aus der Chronik Nihon shoki, und Britannica datiert die früheste Erwähnung des berittenen Scheibenschießens auf das Jahr 680.

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In der Heian-Zeit war das Schießen vom Pferd laut Nipponica beim höheren Adel beliebt, und von der Genpei-Zeit bis zur Kamakura-Zeit verbreitete sich die praktische Reitfertigkeit. Minamoto no Yoritomo förderte die Reitkunst, und unter den Kriegern von Kamakura wurde das Trio yabusame, kasagake und inuoumono beliebt. In der Muromachi-Zeit wurde die praktische Reitkunst laut Nipponica in Schulen systematisiert: Aus dem Haus Ogasawara, der Lehrerfamilie des Schießens vom Pferd, ging Otsubo Sukehide hervor, der einen neuen Zweig mit Schwerpunkt auf militärischer Reitkunst gründete, die Otsubo-ryu. Sie bildete laut Nipponica zusammen mit der Hachijo-ryu die Hauptströmung der Reitkunst der frühen Neuzeit, und Tokugawa Ieyasu war ihr Meister und förderte die Reitkunst als unentbehrliche Kriegskunst. Heibonsha führt an, dass sich die Otsubo-ryu im Unterschied zur auf Bräuche ausgerichteten Ogasawara-ryu auf die Reitkunst spezialisierte und offen war, sodass sie viele Schüler hatte. Unter dem fünften Shogun Tsunayoshi verfiel die Reitkunst laut Nipponica, und der achte Shogun Yoshimune belebte das Schießen vom Pferd, yabusame, dakyu, kasagake, inuoumono und das Durchqueren von Gewässern zu Pferd, suiba, wieder, führte westliche Pferde ein und lud ausländische Lehrer ein. Nach der Ankunft der Schwarzen Schiffe wurde laut Nipponica der westliche Reitstil geübt, und mit dem Untergang des Bakufu endete auch die japanische Reitkunst. Der moderne Reitsport entstand um 1872 unter französischen und deutschen Instrukteuren, und der heutige Nihon Bajutsu Renmei, laut Nipponica 1946 und laut Heibonsha 1948 gegründet, ist ein Sportverband, der der japanischen Vereinigung für Leibeserziehung beitrat. Von den zeremoniellen Disziplinen bleiben laut Heibonsha und Maypedia kasagake, dakyu und yabusame unter dem Namen koshiki bajutsu erhalten, und die einzige Schule des Bogenschießens und Reitens unter den Mitgliedern von Nihon Kobudo Kyokai und Nihon Kobudo Shinkokai ist die Ogasawara-ryu.

Geschichte

Die Enzyklopädie Heibonsha führt an, dass das Pferd in Japan seit alters die Grundlage der militärischen Ausrüstung war und dass Krieger aus Häusern von Bogen und Pferd das Reiten üben mussten. Der Brauch des Reitens kam laut Nipponica und Maypedia Ende des vierten Jahrhunderts auf und verbreitete sich im sechsten Jahrhundert. Das Wörterbuch Nikkoku belegt das Schießen vom Pferd mit der Chronik Nihon shoki, und Britannica datiert die früheste Erwähnung des berittenen Scheibenschießens auf das Jahr 680. In der Heian-Zeit fanden laut Nipponica am Hof zeremonielle Reitveranstaltungen statt, und Nipponica führt an, dass das Schießen vom Pferd am fünften Tag des fünften Monats vor dem Kaiser stattfand und dass daraus offenbar das spätere yabusame der Krieger hervorging. Heibonsha ergänzt, dass die Reiterei im alten Japan nicht erwähnenswert war, dass man ab dem Ende der Heian-Zeit und in der Kamakura-Zeit häufig zu Pferd kämpfte, ganze Reiterverbände aber selten waren.

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Minamoto no Yoritomo förderte laut Nipponica den Weg von Bogen und Pferd, übte selbst das Reiten und veranstaltete yabusame, und unter den Kriegern von Kamakura wurde das Trio yabusame, kasagake und inuoumono beliebt. In der Muromachi-Zeit wurde die praktische Reitkunst laut Nipponica in Schulen systematisiert: Der Sohn von Ogasawara Sadamune erhielt ein Amt beim Bakufu und sein Haus wurde zur Lehrerfamilie des Schießens vom Pferd, und aus seiner Schule ging Otsubo Sukehide hervor, der die Otsubo-ryu mit Schwerpunkt auf militärischer Reitkunst gründete, auch wenn Nipponica im Artikel über die Otsubo-ryu drei Theorien zum Ursprung ihrer Lehre nennt. Laut Heibonsha diente der Gründer der Otsubo-ryu um die Wende vom vierzehnten zum fünfzehnten Jahrhundert den Shogunen Yoshimitsu und Yoshimochi. Am Ende der Muromachi-Zeit legte laut Nipponica Saito Yoshiharu, genannt der Erneuerer der Otsubo-ryu, dem Shogun Ashikaga Yoshiteru ein Werk in dreißig Bänden vor, und seine Schüler verbreiteten die Schule in die han. Tokugawa Ieyasu war laut Nipponica Meister der Otsubo-ryu und förderte die Reitkunst als unentbehrliche Kriegskunst, nach der Kanei-Ära verbreiteten sich andere Reitweisen, unter Tsunayoshi verfiel die Reitkunst, und Yoshimune belebte in der Kyoho-Reform das Schießen vom Pferd, yabusame, dakyu, kasagake, inuoumono und suiba wieder und lud ausländische Lehrer ein. Nach der Ankunft der Schwarzen Schiffe übte man laut Nipponica den westlichen Reitstil, und mit dem Untergang des Bakufu endete auch die japanische Reitkunst.

Was es unterscheidet

Die japanische Kriegsreitkunst und der moderne Reitsport sind zwei verschiedene Traditionen. Laut Nipponica entstand die moderne Reitkunst in Japan um 1872 unter französischen und deutschen Instrukteuren mit dem westlichen Sattel, 1922 wurde ein Reitverband gegründet, und der Sportverband wurde laut Nipponica 1946 und laut Heibonsha 1948 errichtet. Das Wörterbuch Daijisen unterscheidet beim Wort bajutsu zwei Bedeutungen, die Kunst, ein Pferd zu lenken, und einen Sportwettbewerb mit drei olympischen Disziplinen. Die zeremoniellen Disziplinen kasagake, dakyu, horohiki und yabusame heißen laut Heibonsha koshiki bajutsu, um sie vom Reitsport zu unterscheiden. Nipponica schreibt, dass sich die japanische Reitkunst seit alters als Schießen vom Pferd in Verbindung mit dem Bogenschießen entwickelte, und der Leitfaden koryu.com nennt bei der Ogasawara-ryu bajutsu, kyujutsu und yabusame nebeneinander. Ogasawara Kiyotada führt in einem Beitrag aus dem Jahr 2005 an, dass Bogenschießen und Schießen vom Pferd seiner Schule keine Wettbewerbe im Treffen eines Ziels seien und dass er den Verlauf des Übens am meisten schätze.

Technik

Nipponica unterscheidet in der Reitkunst drei Komponenten: die Lenkung des Pferdes mit Sattel, Steigbügeln, Zügeln, Peitsche, Seil und Stimme, die militärische Reitkunst auf dem Schlachtfeld und die zeremonielle oder sportliche Reitkunst. Der Kern der japanischen Reitkunst war das Schießen vom Pferd, kisha, das das Wörterbuch Daijisen dem Schießen zu Fuß, hosha, gegenüberstellt. Yabusame ist laut Nipponica ein Schießen, bei dem der Reiter im Lauf des Pferdes kaburaya-Pfeile mit karimata-Spitze nacheinander auf drei Ziele schießt, und Britannica beschreibt eine zwei cho lange Bahn mit drei Zielen aus Zypressenholz und einen Reiter in Jagdkleidung. Kasagake ist laut Nipponica ein Schießen mit hikime-Pfeil auf ein festes Ziel vom galoppierenden Pferd, hat zwei Arten und blühte in der Kamakura-Zeit. Inuoumono ist laut Nipponica eine Technik, bei der der Reiter vom Pferd laufende Hunde beschießt, der erste Beleg stammt von 1207, und in der Meiji-Zeit verschwand sie. Suiba ist laut Daijisen die Kunst, Wasser zu Pferd zu durchqueren: Wo das Pferd den Boden verliert, steigt der Reiter ab und lässt es schwimmen, und Nipponica unterteilt suiba in bewaffnete und auf ungesatteltem Pferd. Die japanische Wikipedia führt an, dass die Pferde weder beschlagen noch kastriert wurden und man von rechts aufstieg.

Training

Nihon Kobudo Kyokai führt an, dass die Ogasawara-ryu die Beherrschung dreier Dinge verlangt, der zeremoniellen Etikette reiho, des Bogenschießens kyujutsu und des Schießens vom Pferd kyubajutsu, und den Ausbildungsverlauf betont. Schulvertreter Ogasawara Kiyotada verglich dies 2005 in einem Beitrag mit drei Schriftstilen: Die Etikette sei wie die Schrift kaisho, das Bogenschießen wie gyosho und das Schießen vom Pferd wie sosho, und der Schüler lerne nach den Grundlagen Bogenschießen und dann Schießen vom Pferd, beginnend mit yabusame. Laut ihm nennt die Schule ihre Übungsstätten nicht dojo, weil der Weg ihrer Ansicht nach nicht gelehrt, sondern gegangen werde und man die Technik unterrichte. Laut Nihon Kobudo Kyokai übt die Schule das Schießen vom Pferd an den Schreinen Tsurugaoka Hachimangu in Kamakura, Omiya Hachimangu in Suginami, Shimogamo in Kyoto, Kasuga Taisha in Nara und in einem Reitclub in Nikko.

Heute

Die einzige Reitschule unter den Mitgliedern sowohl der Nihon Kobudo Kyokai als auch der Nihon Kobudo Shinkokai ist die Ogasawara-ryu kyubajutsu reiho unter der Leitung ihres einunddreißigsten Vertreters Ogasawara Kiyotada. Der Leitfaden koryu.com nennt für sie das Gründungsjahr 1187, den Gründer Ogasawara Nagakiyo und den Sitz in Fujisawa. Laut der Nihon Kobudo Kyokai dient die Schule mit Schießen zu Fuß und vom Pferd bei Schreinzeremonien in ganz Japan, die yabusame-Zeremonie im Tadasu no mori beim Schrein Shimogamo ist als immaterielles Kulturgut der Präfektur Kyoto eingetragen, und die Schule hat Zweigstellen in Australien und Großbritannien. Nipponica führt an, dass die unter Yoshimune erneuerten und der Familie Ogasawara übergebenen yabusame-Regeln als immaterielles Kulturgut des Tokioter Stadtbezirks Shinjuku eingetragen sind und dass yabusame jedes Jahr am 16. September im Schrein Tsurugaoka Hachimangu stattfindet. Die Präfektur Kagoshima führt yabusame an drei Orten an, und eine dieser Zeremonien ist seit 1981 als immaterielles Volkskulturerbe der Präfektur eingetragen. Britannica führt an, dass die yabusame-Regeln von drei Schulen überliefert werden, Ogasawara, Takeda und Miura. Die japanische Wikipedia ist der Ansicht, dass die traditionelle Reitkunst nach der Einführung der westlichen Reitkunst fast verschwand und nur von einigen Forschern betrieben wird.

Wissenswertes

Das Wörterbuch Nikkoku belegt das Wort bajutsu erstmals in einem Text von 1733, laut dem ein gewisser Otsubo in den Ären Meitoku und Oei Meister der Reitkunst war. Nipponica führt an, dass suiba, das Durchqueren von Gewässern zu Pferd, in Edo ein jährlicher Anlass des Bakufu im sechsten Monat am Fluss Sumida in Anwesenheit des Shoguns war und dass Hilfsmittel für mehr Auftrieb des Pferdes vorgeschlagen wurden, etwa in einer Schrift der Kobori-ryu. Der Text der Nihon Kobudo Kyokai über die Ogasawara-ryu nennt im Abschnitt über überlieferte Schriftrollen Titel der Jigen-ryu, die offenbar nicht zur Reitkunst gehören.

Häufige Fragen

Was ist bajutsu?

Die japanische Kunst, zu reiten und Pferde zu führen. Laut Nipponica handelte es sich ursprünglich um eine militärische Technik, die sich seit alters als Schießen vom Pferd in Verbindung mit dem Bogenschießen entwickelte, und heute bezeichnet das Wort auch den Reitsport.

Worin besteht der Unterschied zwischen bajutsu und yabusame?

Yabusame ist eine Disziplin des Schießens vom Pferd: Laut Nipponica schießt der Reiter im Lauf des Pferdes nacheinander auf drei Ziele. Bajutsu ist das gesamte Fachgebiet der Reitkunst, zu dem yabusame, kasagake und inuoumono gehören.

Wird die japanische Kriegsreitkunst heute noch gelehrt?

Von den alten Schulen ist nur die Ogasawara-ryu Mitglied der Nihon Kobudo Kyokai, und sie übt das Schießen vom Pferd an Schreinen und dient bei yabusame-Zeremonien. Laut Nipponica endete die japanische Reitkunst mit dem Untergang des Bakufu, und der heutige Reitsport beruht auf westlichen Vorbildern.

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