Bao Quan
豹拳
Wörtlich: Leopardenfaust
Auch bekannt als: Leopard Blow
Leopardenfaust: ein Schlag mit den vorderen Fingerknöcheln einer halb geschlossenen Faust, der die Kraft auf weiche Ziele wie Kehle oder Rippen konzentriert.
Auf einen Blick
Über
Bao Quan (豹拳), wörtlich Leopardenfaust, englisch Leopard Blow, ist ein Schlag mit den Fingerknöcheln: Die ersten beiden Fingerglieder beugen sich nach innen, die vorderen Knöchel führen den Schlag. So entsteht eine halb geschlossene Faust mit einer Kante aus den im ersten Gelenk gebeugten Fingern. Die Quelle nennt zwei Griffe: vier Finger, schneller mit größerer Reichweite, oder mit Daumen, fester mit geringerem Verletzungsrisiko. Der Schlag erfolgt aus kurzer Distanz und im Winkel, um den Aufprall auf die Hand zu verringern. Die kleine Trefffläche konzentriert die Kraft auf weiche Ziele: Kehle, Rippen, Solarplexus, Nieren, Leiste, Arminnenseite, Halsvene, Augen, Nasenwurzel, Kiefer, Schläfen. In der Handform unterscheidet sie sich vom Phönixauge (Schlag mit dem Zeigefingerknöchel auf Druckpunkte) und der Leopardenkralle (Finger zum Kratzen angepasst). Sie ist vor allem eine Technik des Leopardenstils, eines der südlichen Fünf-Tiere-Stile neben Tiger, Kranich, Schlange und Drache, laut Quelle begründet von Jueyuan, Li Yuanshou (Li Sou) und Bai Yufeng durch Beobachtung von Leoparden in der Natur. Der Stil setzt auf Schnelligkeit statt Kraft und greift in Kombinationen von ein bis drei Techniken an. Sie taucht auch im Choy Li Fut, im Karate Kyokushin, Shotokan und Uechi-ryu sowie im Kempo auf.