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Tameshigiri

試し斬り

Prüfung der Schwertschärfe durch einen echten Hieb in einen Gegenstand oder Körper, in der Edo-Zeit erbliches Gewerbe der Familie Yamada Asaemon, die die Schwerter des Shogun prüfte.

Wichtige Daten

HerkunftslandJapan
RegionAsien
HauptfokusWaffen
KontaktstufeKein Kontakt

Charakter & Herkunft

LinieTraditionell
EntstehungszeitFrühe Neuzeit

Organisation & Wettkampf

Olympischer StatusNicht olympisch

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeNicht verwendet
TritteNicht verwendet
WürfeNicht verwendet
BodenkampfNicht verwendet
Hebel & HaltegriffeNicht verwendet
WaffenZentral

Über Tameshigiri

Tameshigiri ist laut japanischen Wörterbüchern das Prüfen der Schärfe eines Schwertes durch einen tatsächlichen Hieb in einen Gegenstand oder einen Menschen, nicht eine Schule oder eine Kunst mit eigener Tradition. Das Heibonsha Sekai daihyakka jiten verbindet es mit der Edo-Zeit und nennt auch die Bezeichnung tameshimono, die das Nihon kokugo daijiten schon um das Jahr 1532 belegt. Einen Gründer oder ein Entstehungsjahr haben wir in den Quellen nicht gefunden.

Weiterlesen

In der Edo-Zeit wurden die Schwerter des Shogun laut Sekai daihyakka im Gefängnis an den Leichen Hingerichteter geprüft, durch einen Hieb in einen auf einem Lehmsockel liegenden Körper (suemonogiri), im Beisein von Beamten. Die Enzyklopädie Nipponica führt an, dass der erste Yamada Asaemon, Sadatake, um die Mitte der Kanbun-Ära (1661–1673) beim suemonogiri-Meister Yamano Kanjuro in die Lehre ging und die Familie ab der zweiten Generation offizieller Prüfer der Shogunschwerter war. Nach ihr vollstreckte die Familie Hinrichtungen durch Enthaupten bis zu deren Abschaffung im Jahr 1881. Das V&A-Museum gibt an, dass die Ergebnisse der Probehiebe auf den nakago des Schwertes geschrieben wurden, eine in der Edo-Zeit eingeführte Praxis. Das Handbuch der Heeresschule Toyama von 1944 nahm tameshigiri als Pflichtteil der Ausbildung mit dem Militärschwert auf. Die japanische Wikipedia führt battodo als Kunst an, die auf den Probehieb ausgerichtet ist, und laut der englischen Wikipedia ist heute die Matte tatami omote das häufigste Ziel.

Geschichte

Das Nihon kokugo daijiten belegt das Wort tameshimono, einen Gegenstand oder Verurteilten für den Probeschnitt, bereits in der Sammlung Shinsen Inu Tsukubashu um das Jahr 1532, dies belegt jedoch das Wort, nicht unbedingt die Praxis. Die japanische Wikipedia führt an, dass bereits Luís Fróis in der Sengoku-Zeit festhielt, die Japaner hätten bei der Schwertprobe nur dem menschlichen Körper vertraut. Das Sekai daihyakka beschreibt, dass die Schwerter des Shoguns auf einer Prüfstätte (tameshiba) im Inneren des Gefängnisses im Beisein von Beamten, den koshimono-bugyo, erprobt wurden. Das V&A-Museum ergänzt, dass Verurteilte oder deren Leichen verwendet wurden, manchmal zusammengebunden. Nach Nipponica erprobten die Yamada Schwerter im Gefängnis Denmacho an den Körpern hingerichteter Bürgerlicher und inoffiziell auch Schwerter der daimyo und hatamoto. Das Sekai daihyakka gibt an, die Yamada seien in Edo ansässige ronin in Kojimachi Hirakawacho gewesen und hätten Schüler gehabt. Nipponica nennt als Abfolge der Oberhäupter der Familie Sadatake, Yoshitoki, Yoshitsugu, Yoshihiro, Yoshimutsu, Yoshimasa und Yoshitoshi. Der siebte Yamada Asaemon Yoshitoshi (1813–1884) enthauptete laut Nihon jinmei daijiten während der Ansei-Säuberungen unter anderem Yoshida Shoin und Rai Mikisaburo.

Technik

Das Handbuch der Heeresschule Toyama von 1944 nennt als Ziele des tameshigiri die Abstimmung der Kraftrichtung auf die Bahn der Klinge, den Griff des Heftes, die richtige Führung und den Winkel der Klinge. Die englische Wikipedia nennt die Grundschnitte kesa-giri, kiri-age, gyaku-kesa, yoko, jodan-giri, makko-giri, shinchoku-giri und dotan-giri sowie eine Reihenfolge der Schwierigkeit am senkrechten Ziel vom schrägen Schnitt nach unten bis zum waagerechten. Die japanische Wikipedia gibt an, der Standardschnitt in tatami sei kesa-giri in einem Winkel von etwa 40 bis 45 Grad und der waagerechte Schnitt sei der schwierigste. Die japanische Wikipedia verzeichnet auch historische Namen von Schnittstellen am Körper, zum Beispiel suritsuke, kenashi, ichi no do, ni no do, hachimaime und ryoguruma. Ein Schnitt durch mehrere Körper hieß ihr zufolge mitsudo, also drei Körper, und erhalten sind Aufzeichnungen bis zu nanatsudo, sieben Körpern.

Training

Das Handbuch der Heeresschule Toyama von 1944 definiert tameshigiri als echten Schnitt und Stich mit einem Militärschwert in einen Gegenstand. Es verlangt, zuerst Ziehen und Halten des Schwerts zu lernen und dann Schnitt und Stich auf der Stelle und schräg abwärts zu üben, der Rest richte sich ihm zufolge nach der Vorschrift für kenjutsu und gunto no soho. Die japanische Wikipedia unterscheidet den Probeschnitt (shitojutsu) von battodo und iaido, die einen Gegner voraussetzen. Ihr zufolge werden tatami-Matten vor dem Schneiden einen bis mehrere Tage eingeweicht und auf einen Pfahl gesteckt. Dieselbe Wikipedia sagt, die makiwara aus Stroh seien durch tatami-Matten ersetzt worden und makiwara bedeute heute meist tatami.

Wettkampf

Die japanische Wikipedia beschreibt den battodo-Wettkampf: Im Einzelwettbewerb schneiden die Gegner der roten und der weißen Seite eine Tatami-Matte, und die Kampfrichter bewerten Etikette, Haltung und Schnitt. Im Mannschaftswettbewerb schneiden drei Mitglieder nacheinander eine Matte. Die Zweigstelle der Zen Nihon Battodo Renmei in Kobe gibt an, dass zertifizierte Kampfrichter nach der Kriterientabelle des Verbands Etikette, Haltung, vorgeschriebene Formen und den Schnitt der Matte bewerten. Die Tschechische Toyama Ryu Föderation gibt an, dass Petr Donátek 2025 in Tokio der erste nichtjapanische Medaillengewinner in der Disziplin Kraftschnitt war. Die englische Wikipedia nennt Isao Machiis Guinness-Rekorde im Mattenschneiden, darunter 1.000 Schnitte in 36 Minuten und 4 Sekunden.

Heute

Die Zen Nihon Battodo Renmei, nach eigenen Angaben 1977 gegründet, vereint heute Übende des battodo aus verschiedenen Schulen. Die japanische Wikipedia stellt battodo als eine auf den Probeschnitt ausgerichtete Kunst dar, und tameshigiri ist heute Teil sowohl des Toyama-ryu als auch des battodo. Eine eigene Organisation nur für tameshigiri haben wir in den Quellen nicht gefunden. Laut der englischen Wikipedia ist das gebräuchlichste Ziel die Matte tatami omote, oft eingeweicht, und grüner Bambus ahmt den Knochen nach. Die Föderation Zen Nihon Toyama-ryu Iaido Renmei gibt an, dass sie seit 2013 für ausländische Mitglieder die Ausfuhr von Matten tatami omote für den Probeschnitt besorgt.

Wissenswertes

Das Nihon kokugo daijiten gibt an, dass dodan eine Lehmstufe zum Schneiden mit einer Grube davor bezeichnete, daher der heutige Ausdruck dotanba. Das Nipponica gibt an, dass zu den entfernten Vorfahren der Familie Yamada Acha no Tsubone gehört, eine Konkubine von Tokugawa Ieyasu, und dass das Haus Yamada ein Mittel gegen Tuberkulose für zwei bu Silber verkaufte. Laut der englischen Wikipedia waren die Gebühren für die Prüfung hoch, doch das eingetragene Ergebnis steigerte den Wert des Schwertes. Die japanische Wikipedia gibt an, dass Sakakibara Kenkichi 1887 beim kabuto-wari vor dem Kaiser in der Residenz Fushimi-no-miya einen Helm mit dem Schwert Dotanuki spaltete. Das Handbuch der Heeresschule Toyama von 1944 enthält ein anatomisches Schema der Schnitt- und Stichstellen am menschlichen Körper.

Häufige Fragen

Ist tameshigiri eine eigenständige Kampfkunst?

Japanische Wörterbücher beschreiben tameshigiri als das Prüfen eines Schwertes, nicht als Schule. Die japanische Wikipedia führt battodo als Kunst an, die auf den Probehieb ausgerichtet ist.

Wer prüfte in der Edo-Zeit die Schwerter des Shogun?

Laut der Enzyklopädie Nipponica war es ab der zweiten Generation die Familie Yamada Asaemon, die offizieller Prüfer der Shogunschwerter war und Hinrichtungen durch Enthaupten bis zu deren Abschaffung im Jahr 1881 vollstreckte.

Was wird heute beim tameshigiri geschnitten?

Laut der englischen Wikipedia ist das häufigste Ziel die Matte tatami omote, oft eingeweicht, und grüner Bambus imitiert den Knochen. Matten tatami omote nennt auch die Tschechische Toyama Ryu Föderation.

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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.

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