Spiridonows Selbstverteidigung (SAM-System)
Самозащита без оружияSelbstverteidigungssystem von Viktor Spiridonow, der ab 1923 eine Abteilung in der Gesellschaft Dynamo leitete. Eine der Quellen des Sambo, die Abkürzung Sambo wird ihm zugeschrieben.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Spiridonows Selbstverteidigung (SAM-System)
Über Spiridonows Selbstverteidigung (SAM-System)
Das SAM-System (Abkürzung des russischen Samozashchita bez oruzhiya, Selbstverteidigung ohne Waffen) ist ein Selbstverteidigungssystem, das Viktor Spiridonow in der Sportgesellschaft Dynamo aufbaute. Laut der russischen Nachrichtenseite Life gründete Spiridonow dort 1923 eine Abteilung für Verteidigung und Angriff, die erste Gruppe zählte vierzehn Personen. Er veröffentlichte Handbücher der Selbstverteidigung ohne Waffen aus den Jahren 1927, 1928 und 1933, das erste verweist im Titel auf das System des Jiu-Jitsu.
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Laut Life stellte Spiridonow den Angriff nicht an die erste Stelle: Es ging um Selbstverteidigung in Kleidung, um das Bewältigen und Ausschalten des Angreifers und um den Einsatz naheliegender Gegenstände, etwa Gürtel, Messer oder Armeestiefel, mit Techniken, die bei voller Kraft tödlich sein konnten, und das System erweiterte er um Elemente des Jiu-Jitsu. Im Zweiten Weltkrieg bildete er Soldaten der Einheit OMSBON aus, die hinter der Front eingesetzt wurde. Laut Life starb er 1944. Die Enzyklopädie Martial Arts of the World (Green 2001) zählt Spiridonow neben Oschtschepkow und Charlampijew zu den Schöpfern des Sambo und schreibt, dass bis heute gestritten wird, wer von ihnen den größten Anteil an der Entstehung des Sambo hatte. Die Abkürzung Sambo schreiben Spiridonow sowohl Green als auch Life zu. Der Internationale Sambo-Verband (FIAS) sieht den 16. November 1938 als Geburtstag des Sambo. Das Entstehungsjahr von Spiridonows System konnten wir in den Quellen nicht belegen, ebenso wenig, wie genau seine Techniken ins Kampf-Sambo übergingen. Grade im System konnten wir nicht belegen.
Geschichte
Die Sportgesellschaft Dynamo entstand laut einem begutachteten Artikel auf hssb.elpub.ru im August 1923 als erste sowjetische Sportgesellschaft. Viktor Spiridonow gründete in ihr laut der Seite Life im selben Jahr eine Abteilung für Verteidigung und Angriff, in die die erste Gruppe von vierzehn Personen eintrat. Die russische Website proza.ru, eine Quelle ohne Verweise, gibt an, Spiridonow sei Stabskapitän der zaristischen Armee gewesen und das japanische Jiu-Jitsu habe ihn 1906 angezogen. Die englische Wikipedia gibt seine Geburt mit dem 20. Dezember 1882 im Gouvernement Wjatka an.
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Spiridonow veröffentlichte drei Handbücher: Rukovodstvo samozashchity bez oruzhiya po sisteme dzhiu-dzhitsu (Moskau 1927), Samozashchita bez oruzhiya. Trenirovka i sostyazaniye (1928) und Samozashchita bez oruzhiya. Osnovy samozashchity. Trenirovka. Metodika izucheniya (1933), wie sie die Bibliografie eines Fachartikels der Südlichen Föderalen Universität nennt. Laut Life gewannen seine Schüler 1928 zwei von drei Kämpfen gegen deutsche Jiu-Jitsu-Meister. Proza.ru gibt an, 1929 habe die erste Moskauer Dynamo-Meisterschaft im SAM-System stattgefunden und der Name des Systems habe sich von Selbstverteidigung über SAM und SAMOZ bis zu Sambo gewandelt. Die Abkürzung Sambo schreiben Spiridonow die Enzyklopädie Martial Arts of the World (Green 2001), die ihn unter dem falschen Vornamen Wladimir nennt, und Life zu. Laut Green stellte Charlampijew im November 1938 den sowjetischen Freistilringkampf vor, der 1946 in Sambo umbenannt wurde, und die Sowjets spielten Spiridonows Anteil herunter, weil er zaristischer Offizier war. Die FIAS nennt den 16. November 1938 als Geburtstag des Sambo. Michail Lukaschew schreibt im Buch Sambo na sluzhbe Rodine, dass Spiridonow Dynamo nach mehr als fünfzehn Jahren Arbeit verlassen musste und mit Oschtschepkow einen Kalten Krieg führte, obwohl sie einander ergänzten. Im Zweiten Weltkrieg bildete Spiridonow laut Life Soldaten der Einheit OMSBON aus, die hinter der Front eingesetzt wurde, und starb 1944 an Krebs. Wikipedia gibt als Todestag den 7. September an, im Text den 9. September 1944, proza.ru das Jahr 1943.
Was es unterscheidet
Den Unterschied zwischen Spiridonows System und den weiteren Quellen des Sambo beschreiben die Quellen nur allgemein. Spiridonows Selbstverteidigung rechnete laut Life mit einem Kampf in Kleidung und mit Gegenständen zur Hand und ging vom Jiu-Jitsu aus, das ihn laut proza.ru schon 1906 anzog. Die Enzyklopädie Martial Arts of the World (Green 2001) schreibt, Sambo habe Elemente des griechisch-römischen und des Freistilringens, des georgischen Jackenringens und über Oschtschepkow des Kodokan-Judo übernommen, Spiridonow und Oschtschepkow hätten die japanischen Schläge gekannt und Schläge kämen im Kampf-Sambo zum Einsatz, nicht im Sportsambo. Während Spiridonow auf Selbstverteidigung für Dynamo aufbaute, mit dem die Ausbildung von NKVD-Angehörigen verbunden war, schreibt Green die Sportform des Sambo Charlampijew und seinem im November 1938 angekündigten Freistilringen zu. Laut Green wird bis heute gestritten, wer von den dreien, Charlampijew, Spiridonow und Oschtschepkow, den größten Anteil an der Entstehung des Sambo hatte.
Technik
Zur Technik von Spiridonows System haben wir nur Beschreibungen aus zweiter Hand. Life schreibt, Spiridonows Selbstverteidigung in Kleidung habe den Angriff nicht an die erste Stelle gestellt, sondern auf die Begegnung mit dem Angreifer und dessen Ausschalten gesetzt und mit naheliegenden Gegenständen gerechnet, etwa Gürtel, Messer oder Armeestiefel. Bei voller Kraft ausgeführte Techniken konnten laut Life tödlich sein. Das System erweiterte Spiridonow laut derselben Quelle um Elemente des Jiu-Jitsu, auf die schon der Titel seines ersten Handbuchs von 1927 verweist. Die Enzyklopädie Martial Arts of the World (Green 2001) führt an, dass Spiridonow wie Oschtschepkow die japanischen Schläge (atemi-waza) kannten und dass Schläge im Kampf-Sambo verwendet werden, nicht im Sportsambo. Den technischen Inhalt im Detail konnten wir in den verfügbaren Quellen nicht belegen.
Training
Spiridonow lehrte sein System in der Sportgesellschaft Dynamo, wo er ab 1923 eine Abteilung für Verteidigung und Angriff leitete, die erste Gruppe zählte laut Life vierzehn Personen. Ein Fachartikel der Südlichen Föderalen Universität beschreibt Dynamo als Hauptbasis der Programme der beruflichen körperlichen Ausbildung für Angehörige des NKVD. Michail Lukaschew schreibt im Buch Sambo na sluzhbe Rodine, Spiridonow habe schon in den zwanziger Jahren Wettkämpfe nach besonderen Regeln veranstaltet, die Website proza.ru nennt die erste Moskauer Dynamo-Meisterschaft im SAM-System für 1929. Laut Life gewannen seine Schüler 1928 zwei von drei Kämpfen gegen deutsche Jiu-Jitsu-Meister, und im Zweiten Weltkrieg bereitete Spiridonow Soldaten der Einheit OMSBON auf den Einsatz hinter der Front vor. Seine Methoden fasste er in Handbüchern von 1927, 1928 und 1933 zusammen, das letzte trägt im Titel die Trainingsmethodik.
Heute
Eigenständige Wettkämpfe nach Spiridonows System konnten wir heute nicht belegen, sein Erbe wird im Sambo in Erinnerung gehalten. Die Enzyklopädie Martial Arts of the World (Green 2001) führt an, dass Sambo heute als Kampf-Sambo, Sportsambo und Gesamtheit von Selbstverteidigungstechniken existiert und von russischen Polizeieinheiten und den Streitkräften verwendet wird. Der Internationale Sambo-Verband (FIAS) feiert den 16. November 1938 als Geburtstag des Sambo, Spiridonow nennt er in seiner Geschichte nicht. Der Präsident des Allrussischen Sambo-Verbands Sergej Jelissejew betrachtet Spiridonow, Oschtschepkow und Charlampijew laut der Zeitung Vechernyaya Moskva als gleichermaßen verehrte Lehrer des Sambo. Die englische Wikipedia führt an, dass allen dreien im Dezember 2020 am Olympiakomplex Luschniki in Moskau ein Denkmal enthüllt wurde. Wie genau Spiridonows Techniken ins Kampf-Sambo übergingen, konnten wir in den Quellen nicht belegen, Life nennt nur, dass Charlampijew von den Systemen Spiridonows und Oschtschepkows ausging.
Wissenswertes
Die Enzyklopädie Martial Arts of the World (Green 2001) schreibt Spiridonow die Urheberschaft der Abkürzung Sambo zu, nennt ihn aber unter dem falschen Vornamen Wladimir. Laut Green spielten die Sowjets seinen Anteil herunter, weil er zaristischer Offizier war. Die Website proza.ru gibt an, Spiridonows Personalakte vom Anfang der vierziger Jahre sei vernichtet worden, daher gebe es über seine Arbeit in jenen Jahren wenige Berichte. Das Todesjahr unterscheidet sich in den Quellen (1943 oder 1944), und die englische Wikipedia hat in einem Artikel zwei verschiedene Daten, den 7. und den 9. September 1944. Die Nummer des Beschlusses des Allunions-Komitees für Körperkultur vom 16. November 1938 (633) nennt nur proza.ru, den Text des Beschlusses konnten wir nicht belegen. Michail Lukaschew schreibt, Spiridonow und Oschtschepkow hätten einen Kalten Krieg geführt, obwohl sie einander ergänzten, Sergej Jelissejew, Präsident des Allrussischen Sambo-Verbands, hält alle drei für gleichermaßen geachtete Lehrer des Sambo. Laut der englischen Wikipedia steht ein Denkmal für alle drei seit Dezember 2020 bei Luschniki in Moskau.
Häufige Fragen
Wer war Viktor Spiridonow?
Schöpfer des Selbstverteidigungssystems SAM, der ab 1923 in der Sportgesellschaft Dynamo eine Abteilung für Verteidigung und Angriff leitete und Handbücher der Selbstverteidigung ohne Waffen aus den Jahren 1927, 1928 und 1933 herausgab. Die Enzyklopädie Martial Arts of the World zählt ihn neben Oschtschepkow und Charlampijew zu den Schöpfern des Sambo. Er starb 1944.
Wer hat das Wort Sambo erfunden?
Die Abkürzung Sambo schreiben Spiridonow die Enzyklopädie Martial Arts of the World und die russische Seite Life zu. Der Internationale Sambo-Verband sieht den 16. November 1938 als Geburtstag des Sambo.
Wodurch unterschied sich Spiridonows System vom Sportsambo?
Laut Life ging es um Selbstverteidigung in Kleidung mit dem Ziel, den Angreifer auszuschalten, unter Nutzung von Gegenständen zur Hand und mit Elementen des Jiu-Jitsu. Die Sportform des Sambo schreibt die Enzyklopädie Martial Arts of the World Charlampijew zu.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.