Modern Army Combatives (MACP)
Nahkampfprogramm der US-Armee, das ab 1995 im 2. Bataillon des 75. Ranger-Regiments entstand. Es beruht auf dem Bodenkampf des Brasilianischen Jiu-Jitsu und umfasst Wettkämpfe.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Modern Army Combatives (MACP)
Über Modern Army Combatives (MACP)
Modern Army Combatives (MACP) ist das Nahkampfprogramm der Armee der Vereinigten Staaten. Nach Berichten von army.mil (2008) und Abschlussarbeiten des Command and General Staff College (Blanton 2008) und der Naval Postgraduate School (Lorah 2010) entstand es ab 1995 im 2. Bataillon des 75. Ranger-Regiments. Geleitet wurde es vom damaligen Gruppenführer Staff Sergeant Matt Larsen. Die Gruppe entschied sich laut army.mil für das Brasilianische Jiu-Jitsu der Familie Gracie, Green (2001) nennt die Übernahme des Gracie-Jiu-Jitsu bei den Rangers schon für 1994.
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Kodifiziert wurde das Programm durch das Feldhandbuch FM 3-25.150 Combatives vom 18. Januar 2002, das das ältere Handbuch FM 21-150 ablöste. Laut army.mil schrieb es Larsen um. Das Handbuch besagt, Würgen sei der beste Weg, einen Kampf zu beenden, Schläge dagegen eine unwirksame Methode, den Gegner auszuschalten, auch wenn sie zur Gesamtstrategie des Kampfes gehören. Heute gilt die Ausbildungsvorschrift TC 3-25.150 vom 31. März 2017, die den Kampf in vier Distanzen von der Schussdistanz bis zum Bodenkampf gliedert. Die Ausbildung nach TC 3-25.150 beginnt in der Grundausbildung, der Großteil soll aber in den Einheiten stattfinden, auch gegen einen sich voll wehrenden Partner. Ausbilder durchlaufen drei aufeinander aufbauende Lehrgänge. Teil des Programms sind Wettkämpfe von den Einheiten bis zur Armeemeisterschaft, die laut army.mil seit 2005 stattfindet.
Geschichte
Vorläufer des Programms war das Handbuch FM 21-150. Blanton (2008) gibt an, es sei erstmals 1942 erschienen, habe sich in den folgenden fünfzig Jahren kaum verändert, und seine Techniken beruhten auf dem Unterricht von William Fairbairn, Eric Sykes und Rex Applegate im Zweiten Weltkrieg. Der Nahkampf der Armee war nach ihm 1995 ein wenig geübtes System dynamischer Würfe und Gelenkhebel.
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Im Jahr 1995 ordnete nach Blanton der Kommandeur des Ranger-Bataillons eine Bewertung des Armeesystems an, und das 2. Bataillon des 75. Regiments setzte eine Kommission unter Leitung von Staff Sergeant Matt Larsen ein. Lorah (2010) nennt mit dem Vorbehalt, es handle sich um eine überlieferte Erzählung, als Kommandeur, der die Entwicklung anordnete, Oberstleutnant Stanley McChrystal. Die Kommission untersuchte nach Blanton Taekwondo, Judo, Thaiboxen und Sambo. Von Sambo übernahm sie die Notwendigkeit einer Wettkampfkomponente, und weil Sambo-Ausbilder fehlten, wandte sie sich dem Brasilianischen Jiu-Jitsu zu. Laut army.mil (2008) schrieb Larsen nach seiner Versetzung zur Ranger Training Brigade in Fort Benning im Jahr 2002 das Feldhandbuch um, das als FM 3-25.150 Combatives erschien. Beim 11. Infanterieregiment schuf er 2005 einen vierstufigen Lehrgang zur Ausbildung von Ausbildern, aus dem die United States Army Combatives School hervorging. Die englische Wikipedia nennt als Gründungsjahr der Schule 2000. Die Armeemeisterschaft findet laut army.mil seit 2005 statt und zog 2011 erstmals von Fort Benning nach Fort Hood um.
Was es unterscheidet
Blanton (2008) vergleicht das Programm mit dem MCMAP der Marineinfanterie. MCMAP steht ihm zufolge einer traditionellen Kampfkunst näher und hat Gürtel von Hellbraun bis Schwarz mit sechs Graden. Das Armeeprogramm beschreibt er als Bodenkampfsystem mit vier Stufen, die nicht genau ein Gürtelsystem sind. Weder das Feldhandbuch von 2002 noch das Ausbildungshandbuch von 2017 nennt Fairbairn, Sykes oder Applegate. Blanton bringt mit deren Unterricht nur das ältere Handbuch FM 21-150 in Verbindung, das das neue Programm ersetzt hat.
Technik
Das Handbuch FM 3-25.150 von 2002 nennt acht Prinzipien: geistige Ruhe, Lagebewusstsein, Nachgiebigkeit, Basis, dominante Körperposition, Distanz, Gleichgewicht und Hebel. Würgen bezeichnet es als den besten Weg, einen Kampf zu beenden, Schläge als unwirksame Methode, den Gegner auszuschalten. Handgelenkshebel und Drehhebel am Knie sollen ihm zufolge mit großer Vorsicht gelehrt werden und sind im Sparring und im Wettkampf nicht erlaubt. Die Ausbildungsvorschrift TC 3-25.150 von 2017 lehrt den Kampf im Rahmen einer Strategie, in der der fighter Distanz, Winkel und Höhe kontrolliert. Sie unterscheidet vier Distanzphasen: Schießen, Schläge, Clinch und Bodenkampf. Das erste Ziel des Soldaten ist, Abstand zu schaffen und zur Hauptwaffe überzugehen. Ist das nicht möglich, soll er den Abstand für die Sekundärwaffe halten oder die Distanz verkürzen, eine dominante Position gewinnen und den Kampf beenden. Zu den Lehren aus den Rückmeldungen vom Gefechtsfeld zählt die Vorschrift die Grundsätze, dass jeder Kampf ein Kampf im Clinch und am Boden ist, in dem Schläge nur einen Teil bilden, und dass es in jedem Kampf um eine Waffe geht. Die Kapitel der Vorschrift führen von grundlegenden über mittlere bis zu fortgeschrittenen Techniken des Bodenkampfs und enden mit einem Kapitel über Kontaktwaffen.
Training
Das Handbuch FM 3-25.150 von 2002 schlägt für die Grundausbildung zehn Stunden in fünf Lektionen zu je zwei Stunden vor. Es beginnt mit dem Bodenkampf, weil er sich leichter lernen lässt und eine Grundlage für Techniken im Stand bildet. Der erste Drill verbindet das Befreien aus der Position im Sitz auf dem Gegner, das Passieren seiner Beine und das Erreichen derselben Position, der zweite den Übergang auf den Rücken des Gegners und das Befreien aus dieser Position. Die Einheiten sollen nach der Methode crawl, walk, run vorgehen und in der letzten Phase sparren, wobei am Boden statt zu schlagen nur abgeklopft wird, Takedowns gegen einen Gegner in Boxhandschuhen geübt werden und Szenarien mit mehreren Gegnern hinzukommen.
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Die Ausbildungsvorschrift TC 3-25.150 von 2017 baut die Ausbildung auf Systematik, Grundlagen, Kontinuität, Wettkämpfen, Drills, Live-Training, Einbindung in die übrige Ausbildung und Rückmeldungen vom Gefechtsfeld auf. Unter Live-Training versteht sie das Üben gegen einen sich voll wehrenden Partner. Laut der Vorschrift soll die Ausbildung in der Grund- und Fachausbildung beginnen und in Lehrgängen für Unteroffiziere und Offiziere fortgesetzt werden, der Großteil soll aber in den Einheiten stattfinden. Die Vorschrift kritisiert zugleich frühere Versuche, bei denen ein Ausbilder einer zivilen Kampfkunst den Soldaten in kurzer Zeit einige schnell vergessene Techniken beibrachte.
Graduierungen und Fortschritt
Blanton (2008) beschreibt das Programm in vier Stufen. Level 1 dauerte 40 Stunden und fand ausschließlich am Boden statt, Level 2 dauerte zwei Wochen und fügte fortgeschrittenen Bodenkampf und Takedowns hinzu. Level 3 und Level 4 dauerten jeweils vier Wochen. Level 3 lehrte Schläge aus Boxen, Thaiboxen, Kali und anderen Künsten und deren Einbindung in close quarters battle, Level 4 diente der Qualitätskontrolle der Programme auf Brigade- oder Standortebene. Die Stufen 3 und 4 zertifizierte nur die United States Army Combatives School in Fort Benning. Die Ausbildungsvorschrift TC 3-25.150 von 2017 kennt drei aufeinander aufbauende Ausbilderlehrgänge. Der Basic Combatives Course bereitet Ausbilder für Feuerteams, Gruppen und Züge vor, der Tactical Combatives Course fügt weitere Techniken am Boden, Würfe und den Clinch hinzu, und der Combatives Master Trainer Course deckt alle Distanzen einschließlich Schlägen und der Einbindung in die Ausbildung im close quarters combat ab. Die Zertifizierung des höchsten Lehrgangs erteilt nur der United States Army Combatives Course in Fort Benning.
Wettkampf
Das Handbuch FM 3-25.150 von 2002 hatte drei Regelsätze. Im Grundregelsatz begann man auf den Knien und rang bis zur Aufgabe oder zum Ablauf der Zeit. Im Standardregelsatz rang man sechs bis zehn Minuten in Felduniform, Punkte gab es für Takedowns, das Passieren der Beine des Gegners, das Umdrehen des Gegners, das Knie auf der Brust und Positionen im Sitz auf dem Gegner und auf seinem Rücken, und alle Schläge waren verboten. Das Ausbildungshandbuch TC 3-25.150 von 2017 kennt fünf Wettkampfstufen: Basic, Standard, Intermediate, Advanced und das Team-Scenario. Schläge kommen erst in der Stufe Intermediate hinzu, wo Schläge mit der offenen Hand ins Gesicht, Faustschläge zum Körper sowie Tritte und Knie von der Taille abwärts erlaubt sind. Advanced erlaubt Faustschläge, Tritte und Knie unterhalb des Kopfes, und Scenario fügt Ellbogen und Kopfstöße in voller taktischer Ausrüstung und mit Waffe hinzu. Meisterschaften werden für kleine und große Einheiten, Garnisonen und die gesamte Armee ausgetragen.
Heute
Das gültige Handbuch ist TC 3-25.150 vom 31. März 2017, das die Ausgabe vom 1. April 2009 ersetzt hat. Zuständig ist das Kommando für Ausbildung und Doktrin TRADOC, erarbeitet hat es das U.S. Army Maneuver Center of Excellence in Fort Benning. Die Armeevorschrift AR 350-1 vom 1. Juni 2025 erwähnt den Nahkampf nur als Teil der körperlichen Einsatzbereitschaft im System Army Holistic Health and Fitness. Laut der Abschlussarbeit von Lorah (2010) wählte die Luftwaffe bei der Schaffung ihres eigenen Programms das Armeemodell mit Hilfe von Matt Larsen, und im September 2009 entstand das United States Air Force Combatives Program.
Wissenswertes
Laut army.mil (2008) übte die Gruppe Rangers auch nach dem Handbuch Marine Corps Martial Arts Program. Lorah (2010) gibt an, dass Larsen und sein Team um die Welt reisten, verschiedene Stile erforschten und feststellten, dass Länder ihren militärischen Nahkampfstil nach ihrer Kultur wählen. Die Quellen unterscheiden sich in der Schreibweise des Gründernamens. Blanton (2008) schreibt Matt Larson, army.mil und Lorah (2010) Matt Larsen.
Häufige Fragen
Wer hat Modern Army Combatives geschaffen?
Staff Sergeant Matt Larsen leitete das Programm ab 1995 beim 2. Bataillon des 75. Ranger Regiments. Laut army.mil schrieb er 2002 das Feldhandbuch FM 3-25.150 neu und schuf 2005 einen Ausbilderkurs, aus dem die Nahkampfschule der Armee hervorging.
Warum beginnt das Programm mit dem Bodenkampf?
Das Feldhandbuch FM 3-25.150 von 2002 führt an, der Bodenkampf sei leichter zu lernen und Grundlage für Standtechniken. Würgegriffe beenden einen Kampf demnach am besten, Schläge sind dagegen ein unwirksames Mittel, den Gegner auszuschalten.
Hat Modern Army Combatives Gürtel?
Blanton (2008) beschreibt vier Stufen, die ihm zufolge nicht genau ein Gürtelsystem sind, und das Ausbildungshandbuch von 2017 kennt drei aufeinander aufbauende Ausbilderkurse. Gürtel hat das MCMAP der Marineinfanterie.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.