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Viktor Spiridonov

Виктор Афанасьевич Спиридонов

Russischer Offizier (1882–1944), einer der drei Begründer des Sambo, der ab 1923 bei Dynamo eine Abteilung für Selbstverteidigung leitete und drei Handbücher des Systems schrieb.

Auf einen Blick

Geburtsdatum20.12.1882
Sterbedatum7.9.1944
HerkunftslandRusslandRussland
BerufSoldat, Polizist

Biografie

Viktor Spiridonow war ein russischer Offizier und einer der drei Begründer des Sambo, die der Gesamtrussische Sambo-Verband und FIAS gemeinsam mit Wassili Oschtschepkow und Anatoli Charlampijew nennen. Er wurde am 20. Dezember 1882 im Gouvernement Wjatka geboren, FIAS nennt das Jahr 1883. Er starb am 7. September 1944 in Moskau.

Mit siebzehn trat er als Freiwilliger in die Armee ein und diente im Kreml-Bataillon. Im Russisch-Japanischen Krieg diente er in der berittenen Aufklärung und erhielt die Orden der heiligen Anna und des heiligen Stanislaus. Im Ersten Weltkrieg führte er als Leutnant eine Infanteriekompanie, wurde schwer kontusioniert und schied nach einem Jahr in Krankenhäusern aus dem Dienst. Die Kampfkünste studierte er laut der Zeitung Vechernyaya Moskva seit 1906 selbstständig, er kannte Boxen, Ringen und Jiu-Jitsu.

Im Jahr 1923 war er bei der Gründung der Sportgesellschaft Dynamo dabei, wo er die Abteilung für Verteidigung und Angriff für Sicherheitskräfte und Miliz leitete. Das System hieß zunächst SAM, dann SAMOZ und schließlich SAMBO. Er schrieb drei Handbücher, aus den Jahren 1927, 1928 und 1933, die für den NKVD bestimmt und nicht öffentlich waren. Im Jahr 1934 erreichte er die Aufhebung des Programms von Oschtschepkow an der Zentralen Hochschule der Miliz. Am Lebensende unterrichtete er Soldaten der Brigade OMSBON im Nahkampf.

Begraben ist er auf dem Vagankovo-Friedhof, wo sein Grab lange als verloren galt. Am 20. Dezember 2012 wurde dort ein Grabstein mit einer Büste enthüllt.

Frühe Jahre

Viktor Spiridonow wurde im Gouvernement Wjatka geboren. Der Gesamtrussische Sambo-Verband nennt das Jahr 1882, die englische Wikipedia das genaue Datum 20. Dezember 1882, der internationale Verband FIAS das Jahr 1883 und die Enzyklopädie Znanie Rossii das Jahr 1881 oder 1883. Mit siebzehn Jahren trat er als Freiwilliger in die Armee ein und wurde wegen seiner Statur dem Kreml-Bataillon zugeteilt. Er absolvierte die Kasaner Infanterieschule.

Im Jahr 1905 ging er als Unteroffizier in die Mandschurei, wo er im Russisch-Japanischen Krieg in der berittenen Aufklärung diente. Laut dem Gesamtrussischen Sambo-Verband erhielt er die Orden der heiligen Anna 4. und 3. Klasse und des heiligen Stanislaus 3. Klasse mit Schwertern und Schleife, die englische Wikipedia nennt den Stanislaus ohne Schwerter. Im Ersten Weltkrieg führte er als Leutnant eine Infanteriekompanie, wurde schwer kontusioniert und schied nach einem Jahr in Krankenhäusern mit einer Beförderung aus dem Dienst.

Ausbildung und Lehrer

Einen Lehrer in den Kampfkünsten haben wir bei Spiridonow in den Quellen nicht gefunden. Laut der Zeitung Vechernyaya Moskva widmete er sich seit 1906 dem Selbststudium des Jiu-Jitsu, und der Gesamtrussische Sambo-Verband gibt an, dass er Boxen, Ringen und Jiu-Jitsu gut kannte. Nach der Revolution arbeitete er in der Hauptpanzerverwaltung der Roten Armee und leitete eine Schule für Milizinstruktoren.

Über sein Training wissen wir wenig, denn seine Personalakte wurde laut der Zeitung Vechernyaya Moskva in den frühen vierziger Jahren vernichtet. Wir folgern, dass sein System auf der Praxis beruhte: Mit der ersten Gruppe von vierzehn Operativen von Dynamo ging er selbst auf Festnahmen.

Beitrag und Neuerungen

Im Jahr 1923 war er bei der Gründung der proletarischen Sportgesellschaft Dynamo dabei und leitete von Anfang an ihre Abteilung für Verteidigung und Angriff, in der eine neue Schule der Selbstverteidigung ohne Waffen entstand. Das System hieß zunächst SAM, dann SAMOZ und schließlich SAMBO. Im Jahr 1927 veröffentlichte er ein Handbuch der Selbstverteidigung ohne Waffen nach dem System des Jiu-Jitsu, 1928 ein Buch über Training und Wettkämpfe und 1933 ein Buch über Grundlagen und Methodik. Alle waren für den NKVD bestimmt und durften nicht veröffentlicht werden.

Im Februar 1929 fand die erste Meisterschaft von Dynamo Moskau in seinem System statt. Spiridonow bildete eine Reihe von Instruktoren aus, und in vielen regionalen Organisationen von Dynamo entstanden Selbstverteidigungsabteilungen. Im Jahr 1934 erreichte er die Aufhebung des Programms von Wassili Oschtschepkow an der Zentralen Hochschule der Miliz mit der Begründung, es widerspreche seinem eigenen genehmigten Programm. Im Jahr 1940 veröffentlichte sein Schüler W. P. Wolkow das Buch Sambo.

Philosophie und Prinzipien

In seinem zweiten Buch von 1928 schrieb Spiridonow, dass er das System der Selbstverteidigung nicht für abgeschlossen halte und dass es sich nach praktischen Erfahrungen weiter vervollkommnen werde. Wir folgern, dass er das System als offen und veränderbar verstand, was auch dazu passt, wie sich sein Name im Lauf der Jahre änderte.

Legenden und belegte Fakten

Die Rivalität der drei Begründer führte dazu, dass lange nur einer von ihnen als Schöpfer des Sambo galt. Der Präsident des Gesamtrussischen Sambo-Verbands Sergei Jelissejew sagte 2018, es habe keinen Sinn zu entscheiden, wer am meisten getan habe, und alle drei würden gleichermaßen verehrt. Belegt ist, dass Spiridonow und Oschtschepkow gleichzeitig und im Streit arbeiteten: 1934 erreichte Spiridonow die Aufhebung des Unterrichts von Oschtschepkow an der Milizschule.

Die Quellen weichen im Geburtsjahr (1881 bis 1883) und im Todesjahr voneinander ab: FIAS nennt in der Kopfzeile den 7. September 1944, im Text aber das Jahr 1943. Der Gesamtrussische Sambo-Verband und der Grabstein von 2012 gehen vom Jahr 1944 aus.

Vermächtnis

In den letzten Jahren unterrichtete er Soldaten der Selbstständigen Motorisierten Schützenbrigade zur besonderen Verwendung OMSBON, deren Kern Sportler von Dynamo bildeten, im Nahkampf. Er starb am 7. September 1944, FIAS nennt im Text das Jahr 1943, und wurde auf dem Vagankovo-Friedhof begraben. Sein Grab galt jahrzehntelang als verloren, Mitglieder der Gesellschaft der Nekropolisten fanden es, und am 20. Dezember 2012 wurde dort ein Grabstein mit einer Büste des Bildhauers Alexander Rukavishnikov enthüllt.

Am 18. Dezember 2020 wurde im Moskauer Luzhniki ein Denkmal für die Begründer des Sambo, Spiridonow, Oschtschepkow und Charlampijew, enthüllt. FIAS führt ihn in der Ruhmeshalle unter den drei Begründern.

Lehrer, Schüler und Familie

Schüler

Assoziierte Kampfkünste

Spiridonows Selbstverteidigung (SAM-System)Gründer→

Selbstverteidigungssystem von Viktor Spiridonow, der ab 1923 eine Abteilung in der Gesellschaft Dynamo leitete. Eine der Quellen des Sambo, die Abkürzung Sambo wird ihm zugeschrieben.

SamboMitbegründer→

Sowjetisches Ringen in der kurtka mit Würfen und Hebeln auf Arme und Beine, ohne Würgegriffe. Sportart seit 1938, FIAS seit 2021 vom IOK voll anerkannt, nicht olympisch.

Zitate

Ich bin weit davon entfernt, das junge System der „Selbstverteidigung“ für abgeschlossen zu halten, und bin überzeugt, dass es sich künftig weiter vervollkommnen wird.

Я далек от мысли считать молодую систему «Самозащиты» законченной и уверен, что в дальнейшем она будет совершенствоваться.