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Anatoli Charlampijew

Анатолий Аркадьевич Харлампиев

Sowjetischer Ringer und Trainer (1906–1979), einer der drei Begründer des Sambo, Schüler von Wassili Oschtschepkow und Autor des Buches Borba sambo von 1949.

Auf einen Blick

Geburtsdatum29.10.1906
Sterbedatum16.4.1979
HerkunftslandRusslandRussland
Auch bekannt alsAnatoly Kharlampiev

Biografie

Anatoli Charlampijew war ein sowjetischer Ringer und Trainer, einer der drei Begründer des Sambo, die der Allrussische Sambo-Verband und der internationale Verband FIAS gemeinsam mit Wassili Oschtschepkow und Viktor Spiridonow nennen. Er wurde am 29. Oktober 1906 geboren, laut der russischen Wikipedia in Smolensk, und starb am 16. April 1979 in Moskau.

Er stammte aus einer Sportlerfamilie: Der Großvater war Turner und Faustkämpfer, der Vater Arkadi nach FIAS der Begründer des Boxens in Russland. Als Kind trat er im Zirkus als Luftakrobat auf. Mit 28 Jahren kam er in eine Trainerschule, wo er bei Wassili Oschtschepkow und Nikolai Galkowski lernte, und 1935 übernahm er von Oschtschepkow dessen Abteilung. Zweimal gewann er die Moskauer Ringermeisterschaft.

Laut der russischen Wikipedia war er 1938 Cheftrainer des ersten gesamtsowjetischen Trainerkongresses des neuen Ringens, dessen Entwicklung der Befehl Nr. 633 vom 16. November 1938 billigte, und 1947 leitete er den Kongress, auf dem das Ringen in Sambo umbenannt wurde. Im Krieg diente er ab 1941 als Freiwilliger in der Roten Armee. 1947 erhielt er den Titel Verdienter Meister des Sports, 1949 veröffentlichte er das Buch Borba sambo und trainierte bei Krylia Sovetov, Dynamo und Burevestnik. Ab 1953 lehrte er am Moskauer Energetischen Institut.

In Moskau findet jedes Jahr das Memorial A. A. Charlampijews im Rahmen des Sambo-Weltcups statt. Am Moskauer Energetischen Institut gibt es eine Gedenktafel von 2006, ein Museum und seit 2018 ein nach ihm benanntes Institut für die Entwicklung des Sambo.

Frühe Jahre

Anatoli Arkadjewitsch Charlampijew wurde am 29. Oktober 1906 geboren, die russische Wikipedia nennt Smolensk. Die Familie hieß in Smolensk nach der Bergsteigerseite mountain.ru die Smolensker Turner: Der Großvater Georgi war Turner und Faustkämpfer, und der Vater Arkadi trat im Zirkus als Akrobat, Boxer und Ringer auf und boxte in Paris unter einem Pseudonym als Profi. FIAS bezeichnet ihn als Begründer des Boxens in Russland und der UdSSR.

Von Kindheit an trainierten ihn der Großvater und der Vater, und nach FIAS begann er im Zirkus als Luftakrobat. Nach der russischen Wikipedia widmete er sich auch Musik, Malerei und Bildhauerei und war mit sechzehn Jahren ein vielseitiger Sportler. 1933 nahm er mit seinem jüngeren Bruder Georgi an einer Expedition in den Pamir teil. Der Bruder wurde 1938 verhaftet und hingerichtet und 1957 rehabilitiert.

Ausbildung und Lehrer

Nach FIAS kam er mit 28 Jahren in eine Trainerschule und in die dritte Gruppe von Wassili Oschtschepkow, wo ihn auch Nikolai Galkowski unterrichtete. Nach der Enzyklopädie Znanie Rossii verteidigte er 1936 am Moskauer Zentralinstitut für Körperkultur ein Diplom mit Techniken, die er von Oschtschepkow gelernt und selbst gesammelt hatte. 1935 übernahm er von Oschtschepkow dessen Abteilung im Sportpalast von Aviachim.

Zweimal gewann er die Moskauer Ringermeisterschaft. Nach der Zeitung Weekend Rambler reiste er durch den Kaukasus und Zentralasien und lernte Techniken nationaler Ringkämpfe, zum Beispiel das georgische chidaoba, das armenische koch und das tadschikische gushti. Die Jahre der Reisen haben wir in den Quellen nicht gefunden.

Beitrag und Neuerungen

Nach der russischen Wikipedia war er 1938 Cheftrainer des ersten gesamtsowjetischen Kongresses der Trainer des neuen Ringens. Der Befehl Nr. 633 vom 16. November 1938 über die Entwicklung des freien Ringens, wie das Sambo damals hieß, gilt als Datum der Geburt des Sport-Sambo. 1939 fand die erste Meisterschaft der UdSSR statt, und 1947 leitete er den zweiten Trainerkongress, auf dem das Ringen in Sambo umbenannt wurde.

Nach der englischen Wikipedia diente er ab dem 7. Juli 1941 als Freiwilliger in der Roten Armee. 1947 erhielt er den Titel Verdienter Meister des Sports und 1949 veröffentlichte er das Buch Borba sambo. Nach der Zeitung Wetscherniaja Moskwa teilte er das Sambo in einen sportlichen und einen kämpferischen Teil, dessen Techniken lange Spezialeinheiten vorbehalten blieben. In den Jahren 1945 bis 1952 war er Cheftrainer des Ringens bei Krylia Sovetov und bei Dynamo und ab 1953 Dozent am Moskauer Energetischen Institut, wo er Dutzende Meister des Sports ausbildete.

Legenden und belegte Fakten

In sowjetischer Zeit wurde Charlampijew als alleiniger Schöpfer des Sambo dargestellt. Heute nennt der Allrussische Sambo-Verband drei Begründer, und sein Präsident Sergei Jelissejew sagte 2018, es habe keinen Sinn zu entscheiden, wer am meisten getan habe. Sein ehemaliger Schüler Boris Djakow gab nach der russischen Wikipedia an, Charlampijew habe über Oschtschepkow immer gut gesprochen.

Das Wort Sambo wird Charlampijew oder dem Kongress von 1947 zugeschrieben. Der Allrussische Sambo-Verband gibt jedoch an, dass das Buch Sambo schon 1940 von W. P. Wolkow, einem Schüler Viktor Spiridonows, veröffentlicht wurde. Die Behauptung, sein Vater Arkadi sei Meister Frankreichs und Europas im Boxen gewesen, bezeichnen die englische und die russische Wikipedia als nicht belegt. Die Website des Moskauer Energetischen Instituts schrieb 2018 vom 110. Jahrestag der Geburt, FIAS und Wikipedia nennen aber das Jahr 1906.

Vermächtnis

Er starb am 16. April 1979 in Moskau und ist nach der russischen Wikipedia auf dem Nowodewitschi-Friedhof begraben. Der Film Nepobedimy von 1983 wurde nach der offiziellen Website Moskaus teilweise von seinen Reisen zu den nationalen Ringkämpfen inspiriert. Nach der Wikipedia findet seit 1980 ein Turnier zu seinem Gedenken statt, heute das Memorial A. A. Charlampijews im Rahmen des Sambo-Weltcups.

Am 21. November 2006 wurde am Moskauer Energetischen Institut seine Gedenktafel enthüllt. Am 18. Oktober 2018 entstand dort das A.-A.-Charlampijew-Institut für die Entwicklung des Sambo mit seinem Museum, einem Denkmal und einer Allee. 2017 genehmigte Moskau die Benennung der Charlampijew-Straße, und am 18. Dezember 2020 wurde in Luzhniki ein Denkmal für die Begründer des Sambo enthüllt.

Lehrer, Schüler und Familie

Lehrer

Assoziierte Kampfkünste

SamboMitbegründer→

Sowjetisches Ringen in der kurtka mit Würfen und Hebeln auf Arme und Beine, ohne Würgegriffe. Sportart seit 1938, FIAS seit 2021 vom IOK voll anerkannt, nicht olympisch.