Ryuei-ryu
劉衛流Das okinawanische Karate der Familie Nakaima, drei Generationen lang nur familienintern gelehrt. Öffentlich wurde es erst 1971.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Über Ryuei-ryu
Ryuei-ryu ist das okinawanische Karate der Familie Nakaima. Sein Anfang liegt in China: Nakaima Norisato reiste mit neunzehn Jahren nach Fuzhou und lernte sieben Jahre bei einem chinesischen Meister namens Ryu Ryu Ko, von dem er eine förmliche Bestätigung erhielt. Um 1875 kehrte er heim, und zwar nicht nur mit einer Kampfmethode, sondern auch mit chinesischer Medizin und Kräuterheilkunde, die zum Unterricht gehörten. Das Besondere ist die Art der Weitergabe. Norisato gab die Kunst an seinen Sohn Kenchu weiter, dieser ausschließlich an seinen eigenen Sohn Kenko – drei Generationen lang bestand die Methode als Familienerbe, ohne öffentliche Schule und ohne Namen. Erst 1971, im Alter von sechzig Jahren, kam Nakaima Kenko zu dem Schluss, dass Geheimhaltung keinen Zweck mehr habe; er nahm zwanzig Lehrer als erste Schüler außerhalb der Familie an, und seither trägt die Kunst den Namen Ryuei-ryu. Diese Seite nennt daher kein einziges Gründungsjahr: 1875 gehört der Ankunft der Methode auf Okinawa, 1971 der Entstehung der Schule im heutigen Sinn. Technisch steht der Stil seinen chinesischen Wurzeln näher als die meisten okinawanischen Richtungen; er bewahrt einen eigenen Kata-Satz, den andere Schulen nicht haben, und neben der waffenlosen Arbeit die okinawanischen Waffen. Gerade die Formen des Ryuei-ryu, vor allem Anan und Paiku, sind in den letzten Jahrzehnten zu einer häufigen Wahl bei Kata-Weltmeisterschaften geworden.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
