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Handschrift

Talhoffer Fechtbuch (MS Chart.A.558)

Originaltitel: Talhoffer Fechtbuch

1443–1448DeutschlandLehrbuch

Gothaer Handschrift aus den Jahren 1443–1448, Hans Talhoffer zugeschrieben, über Langschwert, Langschild, Kurzschwert, Kriegsaxt, Dolch und Ringen.

Talhoffer Fechtbuch (MS Chart.A.558), auch als Gothaer Kodex bekannt, ist eine deutsche Fechthandschrift, die in der Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha in Gotha unter der Signatur MS Chart.A.558 aufbewahrt wird. Die Datierung ist uneinheitlich: Laut Wiktenauer entstand sie in den Jahren 1443–1448 oder erst 1448 oder später, die englische Wikipedia nennt wahrscheinlich das Jahr 1443. Sie umfasst 151 Blätter im Format 215 × 290 mm, beidseitig in Bastarda in frühneuhochdeutschem Oberdeutsch beschrieben. Den Inhalt bilden überwiegend Zeichnungen mit nur wenig Text, die den Schülern als anschauliches Hilfsmittel dienen sollten. Den Namen des Zeichners konnten wir nicht belegen. Das Buch vereint Talhoffers Schwertstellungen, eine Schrift von Johann Hartlieb, Liechtenauers Merkverse, den Kampf mit dem Langschild, das Kurzschwert, die Kriegsaxt, den Dolch, das Ringen und ein anonymes Kriegsbuch. Die Handschrift wird Hans Talhoffer zugeschrieben, Wiktenauer weist jedoch darauf hin, dass sich seine Urheberschaft nicht beweisen lässt. Talhoffer ist erstmals 1433 belegt, als er vor einem Femegericht den Salzburger Erzbischof Johann II. von Reisberg vertrat. In den Jahren 1446–1459 schuf er Handschriften für das Geschlecht der Königsegg und die letzte 1467 für Eberhard V. von Württemberg. Laut Wiktenauer ist die Gothaer Handschrift der Archetyp späterer Abschriften aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die in Wolfenbüttel und Coburg erhalten sind. Die englische Wikipedia führt sie als die älteste von vier bekannten Archetypen von Talhoffers Werken.

Kampfkünste im Werk

HEMAZentralRingen (mittelalterlich)ZentralDeutsche FechtschuleProminent

Inhalt

Auf den Blättern 2r–6r stehen Talhoffers Schwertstellungen, auf den Blättern 7r–17r folgt die Schrift von Johann Hartlieb Ueber die Erhaltung des Sieges. Liechtenauers Merkverse sind auf den Blättern 18r–20v (Langschwert) und 21v–23r (Kampf zu Pferd) aufgezeichnet, der Merkvers zum Kurzschwert auf Blatt 48v. Die umfangreichsten Teile bilden der Kampf mit dem Langschild (24v–48r) und das Kurzschwert (49r–72r). Weiter sind die Kriegsaxt (72v–79v), der Dolch (83r–104v), das Ringen von Otto Jud (109v–114v) und Talhoffers Ringen (116v–133v) eingereiht. Die Handschrift schließt mit einem anonymen Kriegsbuch (141r–148v). Die englische Wikipedia beschreibt die nicht fechterischen Teile anders und nennt Hartliebs Onomatomantia, einen astrologischen Traktat und Kyesers Bellifortis.

Urheberschaft

Auf Blatt 1r befindet sich ein abgeriebenes Besitzerzeichen. Laut Wiktenauer kann das bedeuten, dass die Handschrift fertig gekauft wurde, und Talhoffers Urheberschaft sich daher nicht beweisen lässt. Auf Blatt 28r trägt der Schild ein Wappen, das der vermuteten Heraldik Talhoffers entspricht, Schild und Helmdecken unterscheiden sich jedoch von der Gestalt in anderen Handschriften, zum Beispiel in MS Thott.290.2o aus dem Jahr 1459. Die englische Wikipedia nennt Talhoffer als Urheber. Auch die Angaben zur Datierung gehen auseinander: Wiktenauer nennt die Spanne 1443–1448, gegebenenfalls eine Entstehung 1448 oder später, und setzt die Handschrift im Artikel über Talhoffer um das Jahr 1448 als sein erstes großes Werk an. Die englische Wikipedia nennt wahrscheinlich das Jahr 1443.

Personen und Kampfkünste

Angaben

Form
Handschrift
Aufbewahrungsort
Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha, Gotha
Signatur
MS Chart.A.558
Blätter
151

Weitere Titel

  • Gothaer Codex (Alternativtitel, DE)
  • Gotha Codex (Alternativtitel, DE)
Weitere Quellen zum Thema (3)
  1. wiktenauer.com/wiki/Talhoffer_Fechtbuch_(MS_Chart.A.558)
  2. en.wikipedia.org/wiki/Hans_Talhoffer
  3. wiktenauer.com/wiki/Hans_Talhoffer