Nuba-Ringen
مصارعة النوبةTraditioneller Ringkampf der Nuba aus den Nuba Mountains im sudanesischen South Kordofan. In Khartoum wurde daraus der sudanesische Ringkampf mit Tausenden Zuschauern.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Nuba-Ringen
Über Nuba-Ringen
Der Nubische Ringkampf ist der traditionelle Ringkampf der Nuba aus den Nuba Mountains im sudanesischen South Kordofan. Der Christian Science Monitor schrieb 2015, früher sei nur zur Erntezeit gerungen worden, und Green (2001) gibt an, der Ringkampf im Sudan und in Nigeria sei meist an den landwirtschaftlichen Zyklus gebunden gewesen. Laut der New York Review of Books datieren manche Nuba ihn ins zweite Jahrtausend vor Christus. Laut der New York Review of Books vertrieben Kriege viele Nuba in die Vororte von Khartoum, und 2001 benannte die dortige nubische Gemeinschaft den Sport in sudanesischen Ringkampf um. Die Dissertation von Hayes an der Australian National University aus dem Jahr 2022 gibt an, der sudanesische Ringkampf sei in den letzten drei bis vier Jahrzehnten aus verschiedenen Ritualen der Nuba Mountains entstanden und ziehe Tausende Zuschauer in ein Stadion in Khartoum. Die Regeln unterscheiden sich je nach Quelle. Der Christian Science Monitor schreibt, es verliere, wer zuerst mit dem Rücken den Boden berührt. Laut der New York Review of Books bedeutet in den Bergen ein Knie oder eine Hand am Boden die Niederlage, in Khartoum muss der Besiegte ganz im Sand liegen. Die Ringer reiben sich mit Asche ein, die laut demselben Blatt zusammen mit dem Sand den Schweiß aufsaugt, das Greifen erschwert und nach Ansicht mancher vor dem bösen Blick schützt.
Geschichte
Green (2001) gibt an, der Ringkampf in Afrika sei von ägyptischen Gravuren und Malereien sudanesischer nubischer Ringer bekannt. Der Christian Science Monitor schreibt, die Nuba stammten aus den Nuba Mountains in Kordofan, etwa 400 Meilen südlich von Khartoum, und bei den überwiegend ackerbauenden Nuba sei nur zur Erntezeit gerungen worden. Kinder beginnen laut der New York Review of Books mit etwa sieben Jahren zu ringen, und Champions heißen faris, Ritter. Laut der New York Review of Books vertrieben Kriege viele Nuba in die Vororte von Khartoum, und das Viertel Haj Yusif wurde zu einem kleinen Jebel Nuba. 2001 benannte die dortige nubische Gemeinschaft den Sport in sudanesischen Ringkampf um. Der Film Nuba Wrestling von Rolf Husmann und Werner Sperschneider aus dem Jahr 1991 zeigt wöchentliche Turniere nubischer Zuwanderer in Khartoum, mit denen sie sich laut seiner Beschreibung in der feindlichen städtischen Umgebung ihre ethnische Identität stärken.
Was es unterscheidet
Der japanische Diplomat Murotatsu sagte laut AFP aus dem Jahr 2013, der sudanesische Ringkampf ähnle dem Freistilringen und unterscheide sich völlig vom Sumo. Laut CNN ist die Kampffläche in Khartoum viel größer als beim olympischen Ringen.
Technik
Der Christian Science Monitor beschreibt Ringer mit aschebeschmiertem Oberkörper und Amuletten an den Armen. Die Gegner verhaken sich laut dem Blatt mit Köpfen und Armen, stürmen aufeinander los und versuchen, den Gegner auf den Rücken zu werfen. Die New York Review of Books schreibt, die Asche auf Gesicht und Oberkörper sei nach Ansicht mancher die einzige wirklich traditionelle Ringertracht und Schutz vor dem bösen Blick. Der Sand, mit dem sich die Ringer zusammen mit der Asche Hände und Körper einreiben, saugt laut dem Blatt den Schweiß auf und erschwert das Greifen.
Wettkampf
Der Christian Science Monitor schreibt, es verliere, wer zuerst mit dem Rücken den Boden berührt, und die Kämpfe in Khartoum dauerten vier Minuten, während in Kordofan gerungen werde, bis es einen Sieger gibt. Laut der New York Review of Books bedeutet in den Bergen ein Knie oder eine Hand am Boden die Niederlage, in Khartoum muss der Besiegte ganz im Sand liegen. Läuft die Zeit ab, meist nach vier oder fünf Minuten, erklärt der Kampfrichter ein Unentschieden. In Khartoum enden die Kämpfe mit dem Abendgebet, in den Bergen wurde laut dem Blatt oft bei Vollmond gerungen. Die Kampffläche in Khartoum ist laut CNN aus dem Jahr 2015 viel größer als beim olympischen Ringen und mit Sand bedeckt. Ein japanischer Trainer brachte sudanesischen Ringern laut CNN die olympischen Regeln bei. Japan und der Sudan starteten laut CNN im August 2014 das Projekt Wrestling Diplomacy.
Heute
Hayes gibt in der Dissertation an, der sudanesische Ringkampf ziehe in ein Stadion in Khartoum Tausende ethnisch vielfältige Zuschauer und Sportler an, meist aus der Arbeiterschicht. Der Christian Science Monitor schrieb 2015, an drei Tagen pro Woche werde im Stadion im Viertel al-Haj Yusuf gerungen, es sei nach Fußball der meistgesehene Sport im Sudan und laut dem Blatt der offizielle Nationalsport. Die Fans klatschen den Siegern laut ihm Geldscheine auf die Stirn, die Gewinne reichen aber nicht zum Leben. Das Stadion Haj Youssef baute laut AFP die Regierung 2010, und 2019 wurden die Kämpfe nach der gewaltsamen Auflösung von Protesten am 3. Juni unterbrochen. Nach Ausbruch des Krieges zwischen der Armee und der RSF am 15. April 2023 kämpften Ringer laut der New York Review of Books auf beiden Seiten, und einige kamen ums Leben. Der Ringer Mudawi Hassan floh nach Äthiopien.
Wissenswertes
Ein guter Kampf endet laut der New York Review of Books oft damit, dass der Besiegte den Sieger auf den Schultern trägt. Der Christian Science Monitor nennt Spitznamen von Ringern wie The Fat Tiger, Influenza oder Dictionary. Die Kämpfe in Khartoum werden laut AFP aus dem Jahr 2013 von Trommeln, Tänzern mit Federschmuck und einer Trompete aus einem Tierhorn begleitet.
Häufige Fragen
Wie verliert man beim Nubischen Ringkampf?
Laut Christian Science Monitor durch Berühren des Bodens mit dem Rücken. Laut New York Review of Books durch ein Knie oder eine Hand am Boden in den Bergen und durch ganzes Liegen im Sand in Khartoum.
Warum reiben sich die Ringer mit Asche ein?
Laut der New York Review of Books ist Asche für manche die einzige wirklich traditionelle Tracht und Schutz vor dem bösen Blick. Mit Sand saugt sie den Schweiß auf und erschwert das Greifen.
Was ist der sudanesische Ringkampf?
Laut der New York Review of Books der Name, den die nubische Gemeinschaft in Khartoum dem Sport 2001 gab. Laut der Dissertation von Hayes entstand der sudanesische Ringkampf in den letzten drei bis vier Jahrzehnten aus Ritualen der Nuba Mountains.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.