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Muay Chaiya

มวยไชยา

Südliche Thaibox-Linie aus Chaiya in Surat Thani. Enge Deckung, Ellbogen und Knie nah, Abwehr und Angriff in einem Rhythmus, Prinzip der vier po: verteidigen, abwehren, schließen, öffnen.

Wichtige Daten

HerkunftslandThailand
RegionAsien
HauptfokusSchlagtechnik
KontaktstufeVollkontakt
GürtelsystemKeine Graduierungen

Charakter & Herkunft

StatusWiederbelebt
LinieTraditionell
Entstehungszeit19. Jahrhundert

Training

BekleidungTraditionelle Kleidung
SparringMittlerer Kontakt
Rolle der WaffenWaffen optional
Rolle der FormenFormen im Zentrum

Für wen

KinderprogrammeKindergruppen üblich
SeniorenfreundlichMit Anpassungen geeignet
Körperliche Anforderung3/5
Verletzungsrisiko2/5
Übertrag auf Selbstverteidigung3/5
Konditioneller Nutzen4/5
Wie wir die Skalen bewerten →

Organisation & Wettkampf

GraduierungenNein
WettkampfformatFormen
GewichtsklassenNein
Olympischer StatusNicht olympisch
Geschätzte Praktizierende10 000–100 000

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeZentral
TritteBedeutend
WürfeBedeutend
BodenkampfNicht verwendet
Hebel & HaltegriffeBedeutend
WaffenBedeutend

Kataloge & Datenbanken für Muay Chaiya

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Über Muay Chaiya

Muay Chaiya ist eine südliche Linie des traditionellen Thaiboxens aus Chaiya, heute ein Distrikt der Provinz Surat Thani. Nach mündlicher Überlieferung gründete sie ein Mönch namens Pho Than Ma, der gegen Ende der Herrschaft von Rama III. aus Bangkok kam und Abt des Tempels Wat Thung Chap Chang wurde. Ekchai hält ihn eher für einen Krieger aus Bangkok, der zentralsiamisches Boxen lehrte, und das Chaiya-Boxen für jung, entstanden mit der Wiederbelebung der Stadt unter Thonburi. Unter Rama V. förderte den Stil der Verwalter von Chaiya, Phraya Wachi Sattayarak, mit Geburtsnamen Kham Sriyaphai (1844 bis 1914). Sein Schüler Plong Chamnongthong erhielt nach einem Sieg vor dem König den Titel muen, und der Sohn des Verwalters, Khet Sriyaphai (gestorben 1978), brachte den Stil nach Bangkok, wo ihn sein Schüler Thonglor Yalae (gestorben 1996) weiter verbreitete.

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Vat definiert Chaiya als Angriffsboxen, das auf dem Prinzip der vier po beruht, also verteidigen, abwehren, schließen und öffnen, und auf dem Chaiya-Ellbogen, der der Verteidigung wie dem Angriff dient. Ältere Beschreibungen schildern es als Boxen des inneren Kreises mit enger Deckung, festen Stellungen, kurzen Waffen Ellbogen und Knie, wobei Abwehr und Angriff in einem Rhythmus laufen, sowie mit Würfen, Druck, Griffen und Hebeln, die aus dem modernen muay thai verschwunden sind. Gelernt werden zuerst die Grundwaffen mit Betonung des Ellbogens, dann die Meistertechniken mae mai, zum Beispiel der Schritt yang sam khum. Ein Handbuch des Provinzkulturamts von 2014 zählt neun Waffen, fünfzehn mae mai und 108 Techniken. Stufen oder Schärpen konnten wir in den Quellen nicht belegen. Kämpfe fanden beim Tempelfest an Phra Borommathat Chaiya statt, bis Buddhadasa Bhikkhu sie abschaffte, und nach dem amtlichen Verbot des Seilbindens Anfang der dreißiger Jahre wurde der Stil eher zur Vorführung. Heute tragen ihn akademische Aufarbeitung, Schulcurricula in Surat Thani, mehrere Camps in Chaiya und Bangkok sowie der Tourismus. IFMA führt ihn als eine von fünf Disziplinen des muay boran.

Geschichte

Nach mündlicher Überlieferung beginnt muay Chaiya mit einem Mönch namens Pho Than Ma, der gegen Ende der Herrschaft von Rama III. aus Bangkok nach Chaiya kam und Abt des heute untergegangenen Tempels Wat Thung Chap Chang wurde. Den Grund seines Kommens kennt die Überlieferung nicht. Ekchai hält ihn eher für einen Krieger aus Bangkok, der zentralsiamisches Boxen lehrte, und liest die Legende als Spur der Ausbreitung der Macht Bangkoks nach Süden. Seiner Ansicht nach ist das Chaiya-Boxen jung: Nach dem Fall von Ayutthaya führte das birmanische Heer die alte Bevölkerung Chaiyas fort und brannte die Stadt nieder, sodass der Stil erst mit der Wiederbelebung der Stadt unter Thonburi entstand. Phothipanya nennt Chaiya dagegen die älteste der vier regionalen Linien, ein Sprichwort über sie lautet: schwere Faust Korat, Klugheit Lopburi, gute Ausführung Chaiya, Schnelligkeit Tha Sao.

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Unter Rama V. förderte den Stil der Verwalter von Chaiya, Phraya Wachi Sattayarak, mit Geburtsnamen Kham Sriyaphai (1844 bis 1914), der selbst Schüler wurde. Sein bester Schüler Plong Chamnongthong aus dem Dorf Lamet wurde zum Kampf vor dem König auf den Sanam Luang geschickt und erhielt den Titel Muen Muai Mi Chue, gemeinsam mit ihm wurden Sieger aus Lopburi und Korat betitelt. Kämpfe fanden in Chaiya beim Fest der Prozession der Buddhastatue an Phra Borommathat Chaiya und in der Halle Sala Kao Hong in Phum Riang statt, die der Verwalter gebaut hatte. Die Seile der Prozession wurden zu einem Kreis als Ring gespannt, gekämpft wurde fünf Runden mit wechselnden Paaren, ohne Wiegen und mit Händen, die mit Faden umwickelt waren. Buddhadasa Bhikkhu ließ die Kämpfe und die Unterhaltung beim Fest später abschaffen und behielt nur die religiösen Riten. Der Sohn des Verwalters, Khet Sriyaphai, zog nach Bangkok, lehrte an der Abteilung für öffentliche Arbeiten, verbreitete den Stil mit seinem Schüler Thonglor Yalae und starb 1978. Thonglor gründete mit Schülern der Ramkhamhaeng-Universität einen Kreis zum Schutz des thailändischen Kampfes und der Waffen und starb 1996. Nach Lehrer Praeng wurde das Seilbinden 1931 bis 1932 amtlich abgeschafft, Chaiya-Boxer konnten nicht antreten, und der Stil galt als Vorführung. Vat teilt die Geschichte in drei Epochen: bis 1910 Verteidigung und königliche Garde, 1911 bis 2014 mündlich überlieferte Festkämpfe, ab 2015 Kommerzialisierung und Tourismus.

Was es unterscheidet

Das von Phothipanya zitierte Sprichwort fasst die vier regionalen Linien zusammen: schwere Faust Korat, Klugheit Lopburi, gute Ausführung Chaiya, Schnelligkeit Tha Sao. Ekchai erklärt die Unterschiede zwischen den Linien mit schwierigem Reisen, rechtlichen Einschränkungen der Bewegung, Entstehen und Untergehen politischer Zentren zu verschiedenen Zeiten und schwieriger Verbreitung von Lehrbüchern. Das Seilbinden reicht in Chaiya seiner Meinung nach nicht weit über das Handgelenk, in Korat bis zum Ellbogen. Das wai khru von Chaiya hat nach Phothipanya nur vier Bewegungen, ist das einfachste und enthält als einziges die Atemkontrolle truat lom, es fehlt ihm dagegen die Verbeugung vor dem König thawai bangkhom, die Korat und Lopburi haben, und yang sam khum teilt es mit Korat und suea lak hang mit Tha Sao. Südliche Boxer bevorzugen laut einer von Ekchai zitierten Studie Tritte und Knie gegenüber den Händen, was nicht mit Vats Betonung des Ellbogens übereinstimmt.

Technik

Vat definiert muay Chaiya als Angriffsboxen, das auf dem Prinzip der vier po beruht, also pong, pat, pit, poet: verteidigen, abwehren, schließen, öffnen, und auf dem Chaiya-Ellbogen, der zum Verteidigen, Abwehren, Schließen und Öffnen dient. Nach Lehrer Praeng schützen die vier po den Körper vom großen Zeh bis zu den Haaren und lehren, die Kraft des Angreifers gegen ihn zurückzulenken. Eine ältere Beschreibung in MGR Online schildert Chaiya als sehr eng geschlossenen Stil mit festen Stellungen und scharfen kurzen Waffen Ellbogen und Knie, wobei Abwehr und Angriff in einem Rhythmus verlaufen, und mit Würfen, Druck, Griffen und Hebeln, die aus dem modernen muay thai verschwunden sind. Polizeigeneral Khun Phan nannte es laut Silpa Wattanatham ein Boxen des inneren Kreises mit Ellbogen und Knien.

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Der Unterricht beginnt mit den Grundwaffen Faust, Fuß, Knie, Ellbogen und Kopf, mit Betonung des Ellbogens zum Blocken, erst dann folgen die Meistertechniken mae mai, zum Beispiel yang sam khum, ein Schritt mit angehobenem Knie und gebundener Faust, der auch Teil des wai khru ist. Ekchai nennt als mae mai von Chaiya pan mat, pan khaen, pan mat phlik liam, kradot top sok, ten raeng ten ka und yang sam khum. Die Technik suea lak hang, der Tiger zieht den Schwanz, ist laut Vat ein Wurf, Andrücken, Griff und Hebel, der geraden Tritt, geraden Schlag und geraden Ellbogen verbindet. Ein Handbuch des Provinzkulturamts von 2014 zählt neun Waffen: Kopf, zwei Hände, zwei Ellbogen, zwei Knie und zwei Füße, insgesamt 108 Techniken, fünfzehn mae mai und zu jedem fünfzehn luk mai. Vat sammelte 72 Namen von Chaiya-Bewegungen, davon 22 einzelne Techniken und 50 zusammengesetzte.

Training

Das Provinzkulturamt von Surat Thani gab im August 2014 das Handbuch Wissen über muay Chaiya mit 116 Seiten als Hilfe für lokale Schulcurricula heraus. Nach Vat werden die Curricula in mehreren Camps in Chaiya und Bangkok unterrichtet, persönlich und online, und der Unterricht beginnt nach Lehrer Praeng mit der Selbstverteidigung der vier po, erst nach deren Beherrschung steht der Schüler vor dem Tor des luk mai. Jedes Jahr am Feiertag Makha Bucha versammeln sich Boxer und Schüler am Stupa von Pho Than Ma in Phum Riang und tanzen davor das ram muay von Chaiya. Der Boxer trägt nach Phothipanya schwarze Shorts, einen Stoffschutz krachap, einen mongkhon auf dem Kopf und prajiad an beiden Armen, spricht vor dem Kampf ein Gebet an vier oder fünf Götter und begleitet es mit pi chawa, klong khaek und ching mit dem Lied Sarahma. Das wai khru hat nach Phothipanya vier Bewegungen: eine Verbeugung mit fünf Berührungen, die Atemkontrolle truat lom, yang sam khum und suea lak hang, Vat nennt elf Namen. Lehrer Praeng registrierte im Juni 2003 die Stiftung Muay Chaiya und setzt die Linie von Khet Sriyaphai und Thonglor fort.

Graduierungen und Fortschritt

In den gefundenen Quellen kennt muay Chaiya keine Stufen, Gürtel oder Schärpen, und mongkhon und prajiad sind Schutzamulette, keine Ränge. Der Fortschritt ergibt sich aus der Reihenfolge des Lernens: nach Vat zuerst die Grundwaffen mit dem Ellbogen der vier po, dann die mae mai der Meister und erst danach die abgeleiteten luk mai, und das Handbuch von 2014 zählt fünfzehn mae mai, jedes mit fünfzehn luk mai. Die historischen königlichen Titel muen, wie ihn Plong Chamnongthong erhielt, waren Auszeichnungen für Sieger vor dem König, keine Stufen einer Schule.

Heute

Vat fasst zusammen, dass die Existenz von muay Chaiya heute vor allem die akademische Aufarbeitung trägt, also Handbücher, Curricula und Informanten, weiter der Tourismus und neue Kunst: eine Statue von Pho Than Ma, Amulette, Vorführungen und Medien. Die Provinz Surat Thani nahm Chaiya 2015 unter die strategischen Ziele für den Tourismus auf, der Leiter des Provinzamts erklärte damals, der Stil sei noch kein nationales Erbe, und im Distrikt Chaiya trainierten über fünfzig junge Leute den alten Rhythmus des muay phleng. Vat erwähnt das Turnier Muay Thai Chaiya in die Welt auf einem provisorischen Ring in Phum Riang mit acht Kämpfen. In Bangkok setzt sich die Linie von Khet Sriyaphai und Thonglor in der Stiftung von Lehrer Praeng fort, der laut Posttoday von fehlenden Sponsoren nach dem Ende der Tempelkämpfe und von einem Plan für Regeln im Stil von MMA spricht. Beim Amazing Muaythai Festival 2023 war Chaiya eine von drei vorgestellten regionalen Linien neben Tha Sao und Korat. IFMA führt muay Chaiya als eine von fünf Disziplinen des muay boran neben Korat, Lopburi, Tha Sao und Pala Sueksa, gekämpft wird als Vorführung mit minimalem Kontakt oder mit vollem Kontakt. Die Aufnahme der Linie selbst in die thailändische Liste des immateriellen Erbes konnten wir nicht belegen. Muay thai steht als Ganzes darauf.

Wissenswertes

Plong Chamnongthong schlug laut Posttoday und Vat vor dem König einen Gegner aus Korat mit dem Griff suea lak hang bewusstlos und erhielt den Titel Muen Muai Mi Chue. Das Handbuch des Provinzkulturamts gibt an, einige Boxer hätten zerstoßenes Glas in die Seile gestreut, Rezensenten nannten das unbelegt, und einer der Informanten sagte, er habe es nur gehört, aber nie gesehen. Boxer, die für die königliche Garde ausgewählt wurden, erhielten laut Silpa Wattanatham die Titel khun, muen und phan und waren von Steuern befreit.

Häufige Fragen

Wodurch unterscheidet sich muay Chaiya von den anderen Linien des muay boran?

Es ist ein Boxen des inneren Kreises mit enger Deckung, Ellbogen und Knien im Nahbereich und dem Prinzip der vier po: verteidigen, abwehren, schließen, öffnen. Das Sprichwort schreibt ihm gute Ausführung zu, Korat schwere Faust, Lopburi Klugheit und Tha Sao Schnelligkeit.

Wer hat muay Chaiya gegründet?

Nach der Überlieferung der Mönch Pho Than Ma, der gegen Ende der Herrschaft von Rama III. aus Bangkok nach Chaiya kam. Ekchai hält ihn eher für einen Krieger, der zentralsiamisches Boxen lehrte. Den Stil entwickelte dann der Verwalter Kham Sriyaphai weiter, und sein Sohn Khet brachte ihn nach Bangkok.

Wo kann man muay Chaiya heute lernen?

In Chaiya und Surat Thani, wo das Provinzkulturamt es in die Schulcurricula aufgenommen hat, und in Bangkok in der Linie von Khet Sriyaphai und Thonglor. IFMA führt es als eine von fünf Disziplinen des muay boran.

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