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La Canne (Französischer Stockkampf)

Französisches Fechten mit dem Spazierstock, das im 19. Jahrhundert in Pariser Sälen neben savate gelehrt wurde. Aus ihm ging im 20. Jahrhundert der Sport canne de combat hervor.

Wichtige Daten

HerkunftslandFrankreich
HauptfokusWaffen

Charakter & Herkunft

StatusLebendig, organisiert
LinieTraditionell
Entstehungszeit19. Jahrhundert

Training

Rolle der WaffenWaffen im Zentrum

Organisation & Wettkampf

Olympischer StatusNicht olympisch

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeNicht verwendet
TritteNicht verwendet
WürfeNicht verwendet
BodenkampfNicht verwendet
Hebel & HaltegriffeNicht verwendet
WaffenZentral

Kataloge & Datenbanken für La Canne (Französischer Stockkampf)

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Über La Canne (Französischer Stockkampf)

La canne ist ein französisches Fechten mit dem Spazierstock. Leboucher de Rouen stellt es in einem Handbuch von 1843 als System der Selbstverteidigung vor. Es wurde in den Pariser Sälen des 19. Jahrhunderts zusammen mit savate gelehrt, und J. Charlemont schreibt 1899, dass canne und Boxen einander ergänzen. Charlemont nennt als Vorgänger, die als Erste die Grundsätze des Unterrichts der canne festlegten, unter anderem diese Meister: Michel dit Pisseux, Larribeau, Leboucher und Lecour. Seine eigene Abhandlung L'art de la boxe française et de la canne (1899) kennt acht Hauptschläge, darunter den Stich mit dem Ende des Stocks. Encyclopaedia Britannica gibt an, dass das Fechten mit dem Stock nach dem Beginn des 20. Jahrhunderts verfiel, und die französischsprachige Wikipedia setzt den Verfall um das Jahr 1920 an. Die heutige sportliche canne de combat geht laut dem Lehrheft des französischen savate-Verbands auf die Methoden des 19. Jahrhunderts zurück, insbesondere auf die Methode des Meisters Charlemont, und wurde in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts von Maurice Sarry neu kodifiziert. Anders als die alte la canne verbietet sie den Stich.

Geschichte

Green (Martial Arts of the World, 2001) schreibt, dass la canne d'armes als Straßenkampfsystem zu einer Zeit entstand, als napoleonische Gesetze das Tragen von Schwertern in Paris verboten, und dass viele Fechter begannen, den Stock als legalen Schwertersatz zu üben. Charlemont gibt in seinem biografischen Werk von 1899 an, dass Michel dit Pisseux 1794 in La Courtille geboren wurde, Sohn eines Bäckers und selbst Bäcker war, eine Theorie namens l'Art de la savate aufstellte und zuerst in seinem Viertel und später in der rue Buffaut am faubourg Montmartre einen Saal eröffnete. Charlemont zitiert Memoiren, die ihn Michel Casseux nennen.

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Das Handbuch Théorie pour apprendre à tirer la canne en vingt-cinq leçons mit 74 Abbildungen gab 1843 in Paris im Selbstverlag Leboucher de Rouen heraus, Professor der canne, des bâton, der Gewandtheit und des Boxens. Charlemont nennt seinen vollen Namen Louis-Amand-Victorin Leboucher und als Geburtsdatum den 14. September 1807 in Rouen. 1855 übernahm er den Saal in der passage Verdeau, den früher Larribeau geleitet hatte, und starb dort am 7. September 1866. Larribeau war laut Charlemont Professor des Fechtens, der canne und der boxe française, der eine kleine und sehr interessante Abhandlung über die canne herausgab. Zwanzig Jahre lang war er Seemann, kämpfte bei Trafalgar und gehörte zu den letzten Überlebenden des Schiffbruchs der Méduse am 2. Juli 1816. Die französischsprachige Wikipedia datiert seine Methode auf das Jahr 1856. Charlemont gab 1899 in Paris die Abhandlung L'art de la boxe française et de la canne mit einem Vorwort heraus, das Dr Fernand Lagrange schrieb. Green gibt an, dass Joseph Charlemont Ende der siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts den Unterricht von boxe française, canne und bâton sowie lutte parisienne in Stufen einteilte. Pierre Vigny verließ laut der englischsprachigen Wikipedia 1898 die Armee, gründete in Genf eine Schule für Waffen und Selbstverteidigung und war später Hauptausbilder des Bartitsu-Klubs, den Edward William Barton-Wright leitete. Die französischsprachige Wikipedia gibt an, dass der Unterricht der canne um 1920 verfiel, weil die Pariser Straßen sicherer waren und der Stock zum Accessoire wurde, und dass die sportliche canne in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts mit einer von Roger Lafond geschaffenen Methode wieder auftauchte.

Was es unterscheidet

Green unterscheidet la canne d'armes, ein Straßensystem mit dem Spazierstock, vom sportlichen canne de combat. Britannica gibt an, das Stockfechten habe im Vergleich zum Singlestick den Stich ebenso betont wie die Hiebe, ein Stock ohne Korb sei beweglicher gewesen und den Hieben seien oft ein oder mehrere moulinets vorausgegangen. Das heutige canne de combat verbietet den Stich und lässt ihn laut dem Lehrheft des Verbands nur in Vorführungen und technischen Wettkämpfen zu.

Technik

Leboucher rät in seinem Handbuch von 1843, das Handgelenk durch die martingale zu führen und den Stock zehn Zentimeter unter dem Knauf zu fassen. Die Lektionen bauen auf Schlägen ins Gesicht von innen und von außen, auf die Flanke und auf den Kopf sowie auf enlevés auf, mit Paraden in Quart, Terz und Prim.

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Charlemont kritisiert 1899 die Schläge der alten Meister, die brisés auf den Kopf, die enlevés von unten auf das Handgelenk, die fouettés und die coups de bout volant, als für die Verteidigung nutzlos, weil sie nur aus dem Handgelenk kommen. Er empfiehlt, par développement mit der ganzen geschlossenen Hand zu schlagen und Schulter, Arm, Unterarm, Handgelenk und Hand einzusetzen. Der Arm wird angewinkelt und möglichst weit nach hinten gezogen, und der Stock beschreibt einen schnellen Bogen. Seine Theorie hat acht Hauptschläge: coup de figure in Terz und in Quart, coup de flanc in Terz und in Quart, coup de jambe in Terz und in Quart, coup de tête und coup de bout. Den Kurs teilt er in vier Teile: vorbereitende Übungen auf der Stelle, Bewegung ohne Gegner, Übungen gegen einen Gegner und besondere Schläge mit dem Kampf (assaut). Charlemont schreibt im biografischen Werk, Leboucher sei nach ihm der Erste gewesen, der den extraleichten Stock der alten Fechter aufgab, die canne sei damals oft ohne Maske gefochten worden und sein Vorführstock sei aus schwerem Kornelkirschenholz gewesen. Britannica gibt an, die französischen Stöcke seien aus Hartholz gewesen, etwa einen Meter lang und zur Spitze verjüngt, und bei Übungskämpfen seien Masken, Handschuhe, gepolsterte Westen und Schienbeinschützer getragen worden.

Heute

Das organisierte Stockfechten in Frankreich leitet der Verband FFSbf&DA in der Disziplin Canne de Combat et Bâton. Die Encyclopaedia Britannica nennt zusätzlich als leitendes Organ das Comité National de Canne de Combat et Bâton, das der Verband jedoch auf einer außerordentlichen Generalversammlung am 13. April 2024 auflöste und durch eine nationale Kommission ersetzte. Green beschreibt, dass im Stil Savate Danse de Rue das Waffensystem la canne et bâton oder canne d'armes heißt und erst nach den Techniken mit bloßen Händen gelehrt wird. Die englischsprachige Wikipedia nennt als erhaltenen Selbstverteidigungsansatz mit dem Stock außerhalb des Sports die Methode von R. und J. Lafond.

Wissenswertes

Leboucher schreibt im Vorwort von 1843, dass ein durchschnittlicher Schüler hundertfünfzig Schläge pro Minute ausführen kann und dass seine fünfundzwanzig Lektionen den Schüler dorthin bringen, wohin früher sechs Monate Praxis nötig waren. Laut Charlemont inspirierte Michel Pisseux eine Broschüre von 52 Seiten mit einer Theorie der savate in 15 Teilen und einer Theorie der canne ebenfalls in 15 Teilen, die Charlemont für völlig unverständlich erklärte. Leboucher lehrte laut Charlemont eine Verteidigung namens défense du voyageur in drei Lektionen, was Fremde anlockte, die durch Paris reisten, und zu den Besuchern seines Saals gehörte auch der Komponist Rossini.

Stile & Zweige

Canne de combat

Französischer Sport mit leichtem Kastanienstock, den Maurice Sarry in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts kodifizierte. Sechs kodifizierte Schläge und kein Stich.

Häufige Fragen

Worin besteht der Unterschied zwischen la canne und canne de combat?

La canne ist das ältere Fechten mit dem Spazierstock, das im 19. Jahrhundert als persönliche Verteidigung gelehrt wurde und auch den Stich mit dem Stockende kannte. Canne de combat ist die sportliche Form, die in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts Maurice Sarry kodifizierte und die den Stich verbietet.

Wer schrieb im 19. Jahrhundert über la canne?

Ein Handbuch über die canne veröffentlichte 1843 Leboucher de Rouen, eine kleine Abhandlung schrieb auch Larribeau, und 1899 erschien die Abhandlung L'art de la boxe française et de la canne, deren Autor J. Charlemont ist.

Wurde la canne zusammen mit der savate gelehrt?

Ja. Leboucher unterzeichnete 1843 als Professor der canne, des bâton, der Gewandtheit und des Boxens, und Charlemont schrieb 1899, dass canne und Boxen einander ergänzen.

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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.

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