Canne de combat
Französischer Sport mit leichtem Kastanienstock, den Maurice Sarry in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts kodifizierte. Sechs kodifizierte Schläge und kein Stich.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Canne de combat
Über Canne de combat
Canne de combat ist ein französischer Sport mit einem leichten Stock aus Kastanienholz. Das Lehrheft Cahier n°10 (2005) des Verbands FFSbf&DA besagt, dass er auf Methoden des 19. Jahrhunderts beruht, insbesondere auf der Methode des Meisters Charlemont, und dass Maurice Sarry ihn in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts neu kodifizierte, um ihn dem Wettkampf anzupassen. Der Verband bezeichnet Sarry als Erfinder des Sports. Nach der Sportordnung des Verbands von 2026 ist der Stock 95 Zentimeter lang und wiegt 100 bis 130 Gramm. Die Schläge werden mit der Seite des Stocks wie Säbelhiebe geführt, Stiche sind verboten. Cahier n°10 kodifiziert vier senkrechte und zwei waagerechte Schläge auf Kopf, Flanke und Bein, die Flanke nur bei Männern. Der Kampf wird in den Formen assaut und duo ausgetragen. Im assaut zählen die Kampfrichter Treffer, und jede Kraft, die darauf zielt, den Gegner auszuschalten, ist verboten. Der Verband führt canne de combat und bâton als eine Disziplin mit zwei Waffen. Die Grade heißen pommeaux, blau, grün, rot, weiß und gelb. Die Weltmeisterschaft fand laut dem Bericht des internationalen Savate-Verbands von 2012 alle vier Jahre statt, und die Ausgabe 2026 fand laut dem französischen Verband in Prag statt.
Geschichte
Der Verband FFSbf&DA bezeichnet canne und bâton auf seiner Website als Zwilling der savate, der zur gleichen Zeit, mit denselben Lehrern und aus denselben Gründen am Anfang des 19. Jahrhunderts in Fechtsälen entstand. Olympedia gibt an, dass canne de combat zusammen mit der savate als Demonstrationssport bei den Olympischen Spielen 1924 vorgeführt wurde.
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Cahier n°10 besagt, dass Maurice Sarry canne de combat und bâton in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts neu kodifizierte. Der Verband schreibt ihm zwei Grundsätze zu: den Schutzgrundsatz, nach dem man sicher sein muss, nicht getroffen zu werden, bevor man selbst angreift, und den Wirksamkeitsgrundsatz, nach dem jeder Schlag mit der Holzwaffe eine große Drehbewegung beschreiben muss, um potenziell gefährlich zu sein. Die Jahre um Sarry unterscheiden sich in den Quellen. Die französischsprachige Wikipedia nennt sein Buch von 1978, den ersten Wettkampf nach seiner Methode 1979 in Paris und die Gründung des Comité national de canne de combat et bâton 1983. Green schreibt von einer besonderen Kommission für canne 1982 und der Blog HEMA Misfits von einem Komitee 1975 und der ersten Meisterschaft 1986. Im Jahr 2004 aktualisierte Bertrand Dubreuil, Präsident des Comité National de Canne de Combat et Bâton, die Techniken von canne und bâton und verfasste die Methodik Cahier n°10. Auf einer außerordentlichen Generalversammlung am 13. April 2024 löste der Verband das Komitee auf und ersetzte es durch eine nationale Kommission innerhalb des Verbands.
Was es unterscheidet
Von der alten la canne des 19. Jahrhunderts unterscheidet sich die canne de combat durch das Stichverbot. Charlemont lehrte 1899 noch den coup de bout, den Stich mit dem Stockende. Cahier n°10 (2005) erwähnte zwei damals randständige, nicht kodifizierte Praktiken: die Doppel-canne, mit einem Stock in jeder Hand, und den Panache, der Techniken der savate und der canne de combat verbindet. Laut Sportordnung 2026 ist die Doppel-canne schon eine Wettkampfform. Die englischsprachige Wikipedia nennt unter den Varianten auch canne chausson, die Verbindung von savate-Tritten mit Techniken der canne, und canne défense, Selbstverteidigung mit Stock ohne Wettkampf.
Technik
Die Sportordnung des Verbands (2026) legt einen Stock aus geradem, trockenem, geschältem Kastanienholz fest, kegelförmig, 95 Zentimeter lang, 100 bis 130 Gramm schwer. Laut der Website des Verbands wiegt der Stock etwa 110 Gramm, reicht etwa bis zur Hüfte und wird mit einer Hand gehalten. Nach Cahier n°10 werden die Schläge mit der Waffenseite wie Säbelhiebe geführt, ohne Stiche, auf Kopf, Flanke und Bein, die Flanke nur bei Männern. Kodifiziert sind vier senkrechte und zwei waagerechte Schläge. Die französischsprachige Wikipedia nennt sie: latéral extérieur und latéral croisé, brisé und croisé tête auf den Kopf sowie enlevé und croisé bas auf die Beine. Ein Treffer muss laut der französischsprachigen Wikipedia mit dem oberen Waffenviertel erfolgen, und jedem Schlag muss ein armé vorausgehen, bei dem die Hand mit dem Stock hinter die Wirbelsäulenachse gelangt. Die Sportordnung wertet einen Schlag ohne oder mit fehlerhaftem armé als Verstoß. Cahier n°10 ergänzt, dass der Stich aus canne und bâton der Sicherheit halber entfiel und dass der Pflichtausfall bei Schlägen auf die untere Linie nach der Neubelebung in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts eingeführt wurde, um deren Schräge zu mindern. Green nennt eine abweichende Liste von sechs Schlägen und schreibt, sie müssten hinter die Schulter ausgeholt werden.
Graduierungen und Fortschritt
Cahier n°10 beschreibt den technischen Fortschritt in canne de combat und bâton in fünf Stufen namens pommeaux: blau, grün, rot, weiß und gelb, jede mit Fertigkeitsblatt und Prüfung. Laut der französischsprachigen Wikipedia belegt das blaue pommeau Kenntnis des technischen Repertoires, das grüne Techniken in Zusammenarbeit und das rote Techniken in der Opposition, die für den Wettkampf nötig sind. Das weiße und das gelbe wurden ihr zufolge unter Aufsicht eines Vertreters des Komitees CNCCB abgelegt. Voraussetzung für die Ausbildung von Kampfrichtern und Delegierten ist laut Verband das rote pommeau und mindestens zwei Lizenzsaisons beim Verband.
Wettkampf
Laut der Sportordnung des Verbands wird in canne und bâton in zwei Formen gekämpft. Der assaut, möglich mit canne und Doppel-canne, wird nach technischer Beherrschung, Stil, Genauigkeit und Kampfgeist bewertet, und jede auf das Ausschalten gerichtete Kraft ist verboten. Das duo, möglich mit canne wie auch mit Doppel-canne, ist die einzige Wettkampfform mit dem bâton. Die Kämpfe haben zwei bis vier Runden zu je einer Minute, anderthalb oder zwei Minuten reiner Zeit, Mannschaftswettbewerbe sechs bis zwölf Runden zu einer Minute ohne Pause. Gewichtsklassen gibt es nicht. Laut der Website des Verbands wird in einem Kreis mit einem Durchmesser von 9 Metern gekämpft. Den assaut beurteilen drei Kampfrichter, und jeder gibt einen Punkt für einen Treffer, den er für gültig hält. Die Sportordnung selbst besagt, dass ihr Teil über die canne nicht gilt, sondern das Memento n°10 von 2018 und das Cahier I von 2024.
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Die vorgeschriebene Ausrüstung besteht aus einer Fechtmaske mit Kragen, einer gepolsterten Kopfbedeckung, Handschuhen, Schienbein- und Knöchelschützern, einem Tiefschutz bei Männern und einem Brustschutz bei Frauen sowie einer vollständigen gepolsterten Jacke und Hose. Die Weltmeisterschaften fanden laut einem Bericht des internationalen Savate-Verbands von 2012 alle vier Jahre statt. Die Austragung 2012 in Saint-Herblain war laut diesem Bericht die dritte der Geschichte, und es starteten zehn Länder aus vier Kontinenten. Weltmeisterschaften fanden außerdem im September 2016 in Varazdin und laut dem Verband FFSbf&DA im Juli 2026 in Prag statt, wo Frankreich den Mannschaftswettbewerb gewann. Die französischsprachige Wikipedia nennt die erste Weltmeisterschaft für das Jahr 2004 und die erste Europameisterschaft für das Jahr 2006.
Heute
Der Verband FFSbf&DA gibt an, dass canne de combat und bâton in mehreren Dutzend Klubs und Abteilungen in Frankreich und in Übersee (Réunion, Martinique) sowie in fast fünfzehn Ländern praktiziert werden, zum Beispiel in Deutschland, Japan, Australien, Tschechien, auf Rodrigues und in Kanada. Seit fast zehn Jahren entwickelt sich laut ihm eine angepasste Praxis, zuerst für Rollstuhlnutzer und heute für alle Behinderungen. International leitet die canne de combat laut Olympedia die Fédération Internationale de Savate (FISav), gegründet am 23. März 1985, mit 63 Mitgliedsländern im Januar 2026. Bei der Weltmeisterschaft 2026 in Prag fand laut dem französischen Verband auch eine Weltmeisterschaft der Rollstuhlnutzer statt.
Wissenswertes
Im Finale des Mannschaftswettbewerbs bei der Weltmeisterschaft 2026 in Prag besiegte Frankreich laut dem französischen Verband eine gemeinsame Mannschaft der Tschechischen Republik und Japans, im Halbfinale Deutschland. Laut der englischsprachigen Wikipedia eröffnete Dr. Jean-Noel Eynard 1983 in Philadelphia den ersten mit FFBFSDA und FIS verbundenen Verein für canne de combat und savate in den Vereinigten Staaten. Green gab 2001 an, dass der Sport in den Vereinigten Staaten von der USA Savate and Canne de Combat Association geleitet wird.
Stile & Zweige
Häufige Fragen
Wer hat canne de combat geschaffen?
Erfinder des Sports ist nach dem Verband FFSbf&DA Maurice Sarry, der es laut dessen Lehrheft zu canne und bâton in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts nach den Methoden des 19. Jahrhunderts neu kodifizierte, vor allem nach Charlemont.
Wie lang und schwer ist der Stock beim canne de combat?
Nach der Sportordnung des Verbands von 2026 misst er 95 Zentimeter und wiegt 100 bis 130 Gramm. Er besteht aus Kastanienholz und verjüngt sich kegelförmig.
Darf man beim canne de combat stechen?
Nein. Die Stiche wurden laut Lehrheft des Verbands aus Sicherheitsgründen abgeschafft und dürfen nur in Vorführungen und technischen Wettbewerben genutzt werden. Es zählen nur Schläge mit der Seite des Stocks.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.