Canne de combat
Französisches Fechten mit dem Spazierstock. Es wuchs aus der Pariser Selbstverteidigung des 19. Jahrhunderts; Maurice Sarry machte daraus in den 1970ern den heutigen Sport.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Canne de combat
Über Canne de combat
Canne de combat ist das französische Fechten mit dem Spazierstock. Es erwuchs aus dem Paris des 19. Jahrhunderts, wo der Stock die einzige Waffe war, die ein anständig gekleideter Mann auf der Straße tragen konnte, und wo man ihn zusammen mit Savate als städtische Selbstverteidigung übte. Zur heutigen Sportform führte ihn in den 1970er-Jahren Maurice Sarry. Der Stock ist aus Kastanie, misst rund fünfundneunzig Zentimeter und wiegt nur wenig über hundert Gramm — so leicht, dass er sich nicht mit Kraft führen lässt, sondern nur schwingen. Das bestimmt die Technik. Ein Schlag wird weder gestoppt noch aus dem Handgelenk gezielt; der ganze Arm beschreibt einen Bogen und der Körper dreht sich hinein, sodass der Stock Geschwindigkeit aufnimmt, bevor er ankommt. Unterschieden werden sechs Schläge — lateral außen und gekreuzt, brisé von unten, enlevé, gekreuzt zum Kopf und enlevé zum Kopf — und zwischen ihnen muss der Stock stets eine volle Drehung ausführen, damit der Treffer zählt. Die Füße arbeiten wie im klassischen Fechten: Ausfälle, Rückzüge, Arbeit auf der Linie. Gekämpft wird mit Fechtmaske, gepolsterter Jacke, Handschuhen und Schienbeinschützern. Zur selben Familie gehören Canne Chausson mit Tritten und Bâton français, der beidhändige Stock. Vom englischen Singlestick unterscheidet es sich in allem Wesentlichen — dort wurde gehauen, hier wird geschwungen.
Stile & Zweige
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
