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Jukendo (Bajonettkampf)

銃剣道

Japanische Kampfkunst mit dem Holzgewehr mokuju, abgeleitet vom Bajonettdrill der Armee. Einziger gültiger Angriff ist der Stich, der Verband entstand 1956.

Wichtige Daten

HerkunftslandJapan
RegionAsien
HauptfokusWaffen
GürtelsystemKyu und Dan ohne Gürtel

Charakter & Herkunft

StatusLebendig, organisiert
LinieMilitärisch
Entstehungszeit20. Jahrhundert

Training

BekleidungTraditionelle Kleidung
SparringVollkontakt
Rolle der WaffenWaffen im Zentrum
Rolle der FormenOhne Formen

Organisation & Wettkampf

GraduierungenJa (Kyu und Dan ohne Gürtel)
WettkampfformatPunktkampf
Olympischer StatusNicht olympisch
Geschätzte Praktizierende10 000–100 000

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeNicht verwendet
TritteNicht verwendet
WürfeNicht verwendet
BodenkampfNicht verwendet
Hebel & HaltegriffeNicht verwendet
WaffenZentral

Über Jukendo (Bajonettkampf)

Jukendo ist eine japanische Kampfkunst, bei der mit einem Holzgewehr mit stumpfer Spitze gekämpft wird und der einzige gültige Angriff der Stich ist. Sie entstand aus dem Bajonettdrill der japanischen Armee. Die Enzyklopädie Heibonsha verbindet sie mit der Armeeschule Toyama, gegründet 1873, und mit der Übernahme des französischen Bajonetts, zu dem Techniken der heimischen Speerkunst sojutsu hinzukamen. Die Quellen weichen bei den Daten voneinander ab: Heibonsha setzt die Übernahme des Bajonetts auf 1874, Britannica dessen Einführung auf 1880 und Nipponica die Verbindung mit sojutsu auf 1889.

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1937 führte das Dai Nippon Butokukai für das Bajonett die Titel hanshi und kyoshi ein, und das Training verbreitete sich auch an Schulen. Laut einem Beitrag auf einem Kongress der Japan Society of Physical Education, Health and Sport Sciences von 2018 wurde jukendo in der Ideologie der Treue zu Herrscher und Vaterland als wirksame Tötungstechnik geschätzt, nach dem Krieg von der Besatzungsverwaltung verboten und wandte sich nach Entfernung des Kriegsteils dem Sport zu. 1956 wurde die All Japan Jukendo Federation gegründet, die heute jukendo und das verwandte tankendo leitet. Geübt wird mit dem Holzgewehr mokuju, das Nipponica als 166 cm lang und 1,1 kg schwer beschreibt, in einer Schutzausrüstung ähnlich wie im kendo. Laut der International Jukendo Federation gehören zu den gültigen Treffern Brust, Kehle, linke Schulter und linker Unterarm, und den Kampf gewinnt, wer als Erster zwei von drei Punkten erzielt. Derselbe Verband führt jukendo unter den neun wichtigsten budo, die dem Nippon Budokan angeschlossen sind. Der Lehrplan japanischer Mittelschulen von 2017 nennt es unter den budo, die Schulen nach ihren Bedingungen unterrichten können.

Geschichte

Das Bajonett entstand laut der Enzyklopädie Nipponica in der Mitte des 17. Jahrhunderts in Frankreich, und in Japan führte Takashima Shuhan (1798–1866) den Umgang damit vor. Das Training ist mit der Armeeschule Toyama verbunden, die Heibonsha auf 1873 datiert.

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Laut einem Artikel von Tavernier, Vizepräsident der International Jukendo Federation, leitete ab 1874 in Toyama Sergeant François Ducros der zweiten französischen Militärmission die Körperertüchtigung und lehrte als Vorbereitung auf das Bajonettfechten den Umgang mit dem Stock. Die dritte Mission (1884–1889) mit den Ausbildern Etienne de Villaret und Joseph Kiehl bereitete einheitliche Lehrpläne für Fechten und Bajonett vor, und 1886 erhielt Toyama eine Fechtabteilung für Florett, Säbel und Bajonett. Im November 1889 gab das Armeeministerium das aus französischen Texten abgeleitete Handbuch Kenjutsu Kyohan heraus, dessen einer Band Juken-jutsu hieß, und im April 1894 folgte eine überarbeitete Ausgabe. Die Daten in den Quellen weichen voneinander ab. Heibonsha setzt die Übernahme des französischen Bajonetts auf 1874 und fügt Techniken der heimischen Speerkunst sojutsu hinzu, Britannica nennt die Einführung des französischen Bajonetts 1880 und Nipponica die Verbindung der französischen Kunst mit sojutsu 1889. Die japanische Wikipedia gibt an, dass das japanische jukenjutsu auf Grundlage der Speerschulen 1894 festgelegt wurde. 1937 führte das Dai Nippon Butokukai für das Bajonett als budo die Titel hanshi und kyoshi ein, und das Training verbreitete sich laut Heibonsha an Schulen und unter Reservisten. Ein Beitrag auf einem Kongress der Japan Society of Physical Education, Health and Sport Sciences von 2018 gibt an, jukendo sei als wirksame Tötungstechnik geschätzt, nach dem Krieg von der Besatzungsverwaltung verboten worden und habe sich nach Entfernung des Kriegsteils dem Sport zugewandt. 1956 wurde die All Japan Jukendo Federation gegründet.

Was es unterscheidet

Vom kendo unterscheidet sich jukendo durch Waffe und Angriff. Laut einem Kongressbeitrag der Japan Society of Physical Education, Health and Sport Sciences von 2017 habe das kendo die Idee vom Schneiden zum Schlag verändert, jukendo sei nur beim Stich geblieben. Auch vom Militärtraining weicht es ab. Nipponica gibt an, dass in den Japanischen Selbstverteidigungsstreitkräften der Bajonettkampf mit Schießen die Kampftechnik ist, mit Stich, Schlag und Körperstoß, und dass sich das Wettkampf-jukendo davon unterscheidet. Tankendo, den Kampf mit dem kurzen Schwert, leitet derselbe Verband, und beide Disziplinen treffen sich auch in den kata. Neben den Reihen Jukendo no kata und Tankendo no kata führt die International Jukendo Federation die Reihe Mokuju tai tanken no kata.

Technik

Im jukendo gilt nur eine Angriffsart, der Stich. Ein Kongressbeitrag der Japan Society of Physical Education, Health and Sport Sciences von 2017 stellt das dem kendo gegenüber: Das moderne kendo habe die Idee vom Schneiden zum Schlag verändert, jukendo sei auch als Sport beim Stich geblieben. Laut dem Beitrag von 2018 wird heute erklärt, dass Ziele des Trainings, Theorie und Technik dieselben sind wie bei der Speerkunst sojutsu und beim kendo. Nipponica gibt an, dass auf Kehle und Herz gestochen wird, und nennt vier Arten von Stichen. Die Werbe-Website des Vizevorsitzenden des Jukendo-Verbands von Fukui beschreibt als Grundbewegungen nur den Stich und das Abwehren der gegnerischen Waffe. Die International Jukendo Federation beschreibt einen gültigen Stich als kräftigen Stich, verbunden mit einem dynamischen Ausfallschritt nach vorn (ki-ken-tai-itchi). Danach müssen das sofortige Zurückziehen der Waffe und zanshin folgen.

Training

Geübt wird mit dem Holzgewehr mokuju mit stumpfer Spitze, auf der ein mit Leder oder Gummi überzogenes Polster sitzt. Nipponica gibt eine Länge von 166 cm und ein Gewicht von 1,1 kg an, das Wörterbuch Daijisen eine Länge von etwa 1,7 m. Für Kinder bis zum Ende der Grundschule nennt die Werbe-Website des Vizevorsitzenden des Jukendo-Verbands von Fukui ein kürzeres Gewehr von 133,5 cm Länge und mindestens 800 g Gewicht. Die Ausrüstung stammt vom kendo. Laut der International Jukendo Federation hat der Helm einen verlängerten Kehlschutz, der Handschuh kote ist um den Daumen verstärkt, der Rumpfschutz hat zusätzlich ein Lederteil gegen das Aufwärtsrutschen des hölzernen Bajonetts, und an der Schürze sitzt eine Lederschlaufe für den Schulter- und Brustschutz namens kata. Unter dem linken Arm wird ein Polster namens urabuton getragen. Heibonsha gibt an, dass der Schulterschutz wegen der Stiche auf das Herz dient. Die kata bilden laut dem Verband fünf Reihen: Jukendo no kata (Gewehr gegen Gewehr, acht Formen), Tankendo no kata (acht Formen), Mokuju tai tanken no kata, Mokuju tai to no kata und Tanken tai to no kata (je sechs Formen).

Graduierungen und Fortschritt

Laut der Enzyklopädie Nipponica verleiht die All Japan Jukendo Federation Grade vom fünften kyu bis zum zehnten dan sowie die Titel renshi, kyoshi und hanshi. Die Titel haben eine längere Geschichte als die heutige Föderation: Heibonsha gibt an, dass das Dai Nippon Butokukai die Titel hanshi und kyoshi für das Bajonett schon 1937 einführte, und Britannica setzt den Beginn der Gradverleihung in dasselbe Jahr. Die Prüfungsordnung der Föderation, also die Fristen zwischen den Graden und den Inhalt der Prüfungen, konnten wir bisher nicht finden.

Wettkampf

Den Kampf leiten laut Heibonsha ein Hauptkampfrichter und zwei Beisitzer, die genau gezielte Stöße beurteilen. Britannica gibt an, dass auf einen Punkt oder auf zwei Punkte von drei gekämpft wird und dass die Kampffläche Seiten von etwa 10 m hat. Die Trefferflächen beschreiben die Quellen unterschiedlich. Heibonsha nennt als Hauptbereich Herz und Kehle. Die International Jukendo Federation nennt Brust, Kehle, linke Schulter und linken Unterarm und den Sieg bei zwei gültigen Punkten von drei. Die japanische Wikipedia unterscheidet fünf Stellen, davon zwei auf der linken Brustseite über und unter dem Arm des Gegners. Laut Nipponica nimmt der Verband an den nationalen Sportspielen teil. Die Werbe-Website des Vizevorsitzenden des Jukendo-Verbands von Fukui gibt an, dass dort Oberschüler und Erwachsene antreten.

Heute

Die All Japan Jukendo Federation, gegründet 1956, leitet jukendo und tankendo. Laut Nipponica ist sie Mitglied der Japan Sports Association. Die International Jukendo Federation wurde nach eigener Website am 18. März 2025 gegründet und gibt an, dass jukendo und tankendo in Japan Männern, Frauen, Kindern und Senioren offenstehen. Jukendo gehört zu den neun budo, die der Japanese Budo Association fördert, gegründet 1977, dessen Mitglied auch der Jukendo-Verband ist. Der Rat legte 2014 dem Bildungsministerium eine Definition von budo mit der Bitte vor, dass die neuen Lehrpläne alle neun budo gleichrangig nennen. Der Lehrplan für Mittelschulen von 2017 nennt jukendo dann neu unter den budo, die nach den Bedingungen der Schule und der Region unterrichtet werden können, grundsätzlich zusätzlich zu judo, kendo oder sumo. Die Werbe-Website des Vizevorsitzenden des Jukendo-Verbands von Fukui bringt Berichte über den Unterricht an einer Grundschule in der Präfektur Saga und verweist auf einen Fernsehbericht, laut dem jukendo sehr wenige Wettkämpfer hat.

Wissenswertes

Der französische Sergeant François Ducros lehrte laut einem Artikel von Tavernier auf der Website der International Jukendo Federation ab 1874 in Toyama den Umgang mit dem Stock als Vorbereitung auf das Bajonettfechten. Das Armeehandbuch Kenjutsu Kyohan von 1889 hatte laut demselben Artikel drei Bände, Seiken-jutsu, Gunto-jutsu und Juken-jutsu. Laut der japanischen Wikipedia wird der Name jukendo seit 1940 verwendet. Dieselbe Wikipedia gibt an, dass 1953, nach dem Krieg, ehemalige Mitglieder der Schule Toyama das Training wieder aufnahmen.

Stile & Zweige

Tankendo (Weg des Kurzschwerts)短剣道

Japanisches Budo mit 53 cm kurzem Shinai aus Armeearbeit mit kurzer Klinge. Vom selben Verband wie jukendo geleitet, heute nur in Teilen der Selbstverteidigungsstreitkräfte geübt.

Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich jukendo vom kendo?

Jukendo übt man mit dem Holzgewehr mokuju statt mit dem Schwert, und es zählt nur der Stich. Laut einem Kongressbeitrag der Japan Society of Physical Education, Health and Sport Sciences von 2017 ging kendo vom Schneiden zum Schlag über, jukendo blieb beim Stich.

Wohin darf man im jukendo treffen?

Die International Jukendo Federation nennt Brust, Kehle, linke Schulter und linken Unterarm. Die Enzyklopädie Heibonsha nennt als Hauptziele den Herzbereich und die Kehle.

Wird jukendo an japanischen Schulen unterrichtet?

Der Lehrplan für Mittelschulen von 2017 nennt es unter den budo, die Schulen nach ihren Bedingungen unterrichten können, grundsätzlich zusätzlich zu judo, kendo oder sumo.

Ähnliche Stile

Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.

KendoIaidoKyudo (Japanisches Bogenschießen)Niten Ichi-ryuOkinawanisches KobudoYabusame (Berittenes Bogenschießen auf drei Scheiben)