Jukendo (Bajonettkampf)
銃剣道Japanische Kunst des Bajonettkampfes; geübt wird mit dem Holzgewehr Mokuju, Ziel sind Herz, Kehle und linke Seite.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Über Jukendo (Bajonettkampf)
Jukendo, wörtlich der Weg des Bajonetts, ist die japanische Kampfkunst des Kampfes mit dem am Gewehr aufgepflanzten Bajonett. Sie entstand in der Meiji-Zeit aus der Verbindung zweier Quellen: der einheimischen Speerkunst Sojutsu und der französischen Militärausbildung, die die französischen Militärmissionen des neunzehnten Jahrhunderts nach Japan brachten. Systematische Gestalt erhielt sie als Jukenjutsu und wurde an der Militärakademie Toyama in Tokio gelehrt; auch Ueshiba Morihei, der Begründer des Aikido, durchlief die Ausbildung darin und übernahm einige Elemente in seine Arbeit mit dem Jo-Stab. Nach dem Zweiten Weltkrieg verbot die alliierte Verwaltung das Jukenjutsu als Teil der militärischen Ausbildung, und die Kunst kehrte erst in ziviler, sportlicher Gestalt zurück: 1952 entstand ein Amateurverband und im April 1956 der Alljapanische Jukendo-Verband. Heute übt man mit dem Mokuju, einer hölzernen Gewehrnachbildung mit stumpfem Bajonett, in einer Schutzausrüstung ähnlich der des Kendo. Es gibt drei Trefferflächen: Herz, Kehle und die untere linke Seite. Der Unterricht beruht auf Kata, Partnerübungen und Wettkämpfen mit Schiedsrichtern. Eine nahe verwandte Disziplin ist Tankendo, der Kampf mit der kurzen Klinge, der in denselben Verbänden geübt wird. Jukendo betreiben heute sowohl Angehörige der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte als auch Zivilisten; 2017 wurde es als zugelassene Kampfkunst für japanische Mittelschulen genehmigt, hat sich dort bislang aber kaum verbreitet.
Stile & Zweige
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
