Jigen-ryu
示現流Schwertschule des Fürstentums Satsuma, gegründet von Togo Shigekata. Nihon Kobudo Kyokai beschreibt sie als Schwertkampf des einzigen Schlags, man übt Schläge auf einen stehenden Stamm.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Über Jigen-ryu
Jigen-ryu ist eine Schwertschule aus dem Fürstentum Satsuma, der heutigen Präfektur Kagoshima. Nihon Kobudo Kyokai beschreibt sie als Kampflehre von Satsuma, die bis heute die geistige Kultur von Kagoshima stark prägt. Gegründet hat sie Togo Shigekata, den die Enzyklopädien Nipponica und Heibonsha auf 1561 bis 1643 datieren. Sein Name wird in den Wörterbüchern unterschiedlich gelesen: Daijisen und Daijisen Plus lesen Shigekata, Heibonsha Shigetaka und Nihon Jinmei Daijiten Plus Jui, Chui oder Shigekata.
Weiterlesen
Nach Nihon Kobudo Kyokai lernte der Gründer zuerst Taisha-ryu und begegnete auf der Reise nach Kyoto einem Mönch eines Tempels in Kyoto, der Tenshin Shoden Jigen-ryu beherrschte. Nach mehr als einem halben Jahr Training empfing er von ihm die Geheimlehre. Die Enzyklopädie Nipponica gibt an, dass er 1604 im Alter von 44 Jahren Schwertlehrer des Fürsten wurde und die Schule nach Worten aus dem Diamant-Sutra in Jigen-ryu umbenannte. Das Wörterbuch Kokugo daijiten gibt an, dass der Fürst sie Ende der Edo-Zeit zur eigenen Schule des Fürstentums machte und die meisten seiner Samurai sie lernten. Jigen-ryu ist nach Nihon Kobudo Kyokai ein Schwertkampf des einzigen Schlags, und dieselbe Quelle zeigt das Üben von Schlägen auf einen stehenden Stamm. Die japanische Wikipedia nennt den Grundsatz, am ersten Hieb nicht zu zweifeln. Heute wird die Schule nach Nihon Kobudo Kyokai und Nihon Kobudo Shinkokai vom 13. Träger aus der Familie Togo in Kagoshima geleitet. Die alten Dokumente der Familie Togo sind seit 1959 materielles Kulturgut der Präfektur Kagoshima.
Geschichte
Nach Nihon Kobudo Kyokai lernte der Gründer Togo Shigekata zuerst Taisha-ryu, das damals im Fürstentum Satsuma geübt wurde, und erreichte mit etwas über zwanzig Jahren dessen Geheimlehre. Auf der Reise nach Kyoto mit dem Fürsten Shimazu begegnete er einem Mönch eines Tempels in Kyoto, der Tenshin Shoden Jigen-ryu beherrschte, und empfing von ihm nach mehr als einem halben Jahr Training im Alter von 28 Jahren die Geheimlehre. Das Wörterbuch Daijisen Plus gibt dagegen an, dass er Jigen-ryu in Edo lernte. Die Enzyklopädie Britannica auf Kotobank schreibt, dass er die Schule aus Taisha-ryu, das er in der Jugend lernte, und aus Jigen-ryu, das er in Kyoto übte, schuf. Mit 44 Jahren ernannte ihn der Fürst nach Nihon Kobudo Kyokai zum Schwertlehrer des Fürstentums. Die Enzyklopädie Nipponica setzt dieses Ereignis auf das Jahr 1604 und gibt an, dass er die Schule damals nach Worten aus dem Diamant-Sutra in Jigen-ryu umbenannte. Das Wörterbuch Daijisen ordnet sie unter die Zweige des Shinto-ryu von Iizasa Choisai ein und gibt an, dass sie der Überlieferung nach die meisten Samurai des Fürstentums Satsuma lernten. Ein späterer Fürst ordnete nach Nihon Kobudo Kyokai an, die Schule Jigen-ryu des Fürstenhauses zu nennen, und verbot, sie außerhalb des Fürstentums zu lehren. Die Ahnenreihe von Nihon Kobudo Kyokai zählt dreizehn Generationen aus der Familie Togo.
Was es unterscheidet
Die japanische Wikipedia nennt den Zweig Yakumaru Jigen-ryu, der denselben Schrei beibehielt. Die Enzyklopädie Nipponica nennt eine eigene Schule Yakumaru-ryu, deren Gründer von 1607 bis 1689 lebte. In der Edo-Zeit durfte Jigen-ryu nach Nihon Kobudo Kyokai nicht außerhalb des Fürstentums gelehrt werden.
Technik
Nihon Kobudo Kyokai bezeichnet Jigen-ryu als Schwertkampf des einzigen Schlags und zeigt das Üben von Schlägen auf einen stehenden Stamm. Die japanische Wikipedia gibt an, dass der Stamm von rechts und links mit einem Schrei geschlagen wird, die Grundhaltung tonbo heißt und der Grundsatz gilt, am ersten Hieb nicht zu zweifeln, auch wenn die Schule Folgeschläge kennt. Die englische Wikipedia gibt an, dass die Schule an keinen zweiten Schlag denkt, und erwähnt einen markanten Schrei, den sie Affenschrei nennt.
Training
Ziel des Trainings ist nach Nihon Kobudo Kyokai, Körper und Geist durch das Üben der Formen im Geist eines Ernstes zu stärken, für den Leben und Tod eins sind. Die englische Wikipedia gibt an, dass in der Edo-Zeit angeblich 3000 Schläge am Vormittag und 8000 am Nachmittag geübt wurden, nennt für diese Angabe aber keine Quelle. Die japanische Wikipedia ergänzt, dass die ersten zwei Schläge der Schule in die hölzernen Formen der Polizei übernommen wurden.
Graduierungen und Fortschritt
Nihon Kobudo Kyokai nennt unter den überlieferten Schriften drei Schriftrollen der direkten Überlieferung und weitere Schriften. Reihenfolge der Lizenzen und Zahl der Formen haben wir in den Quellen nicht gefunden. Laut der Enzyklopädie Martial Arts of the World erhielt Matsumura Sokon in Satsuma die Lizenz menkyo in Jigen-ryu.
Heute
Nach Nihon Kobudo Kyokai und Nihon Kobudo Shinkokai leitet der 13. Träger aus der Familie Togo die Schule in Kagoshima. Die alten Dokumente der Familie Togo sind seit 1959 materielles Kulturgut der Präfektur Kagoshima und liegen bei der Stiftung der Schule. Die Website der Schule nennt 1604 als Gründungsjahr und behauptet, die Formen seien seit der Gründung unverändert.
Wissenswertes
Die Enzyklopädie Martial Arts of the World gibt an, dass Matsumura Sokon die Lizenz in Jigen-ryu erhielt. Nach derselben Enzyklopädie lehrte der zweite Träger auf Befehl des Fürsten Shimazu die Bauern von Satsuma Selbstverteidigung in Form eines Tanzes mit dem Stock.
Häufige Fragen
Wer hat Jigen-ryu gegründet?
Togo Shigekata, den die Enzyklopädien Nipponica und Heibonsha auf 1561 bis 1643 datieren. Sein Name wird in den Wörterbüchern unterschiedlich gelesen, bei Heibonsha zum Beispiel Shigetaka.
Setzt Jigen-ryu nur auf einen Schlag?
Nihon Kobudo Kyokai bezeichnet es als Schwertkampf des einzigen Schlags. Die japanische Wikipedia nennt den Grundsatz, am ersten Hieb nicht zu zweifeln, und ergänzt, dass die Schule auch Folgeschläge kennt.
Wie wird im Jigen-ryu trainiert?
Nihon Kobudo Kyokai zeigt das Üben von Schlägen auf einen stehenden Stamm. Die englische Wikipedia gibt an, dass in der Edo-Zeit angeblich täglich Tausende Schläge geübt wurden, nennt aber keine Quelle.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.