Yaw-Yan (Sayaw ng Kamatayan)
Philippinisches Schlagsystem von 1972; von oben geführte Tritte und Handschläge nach der Bahn der Bolo-Machete.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Über Yaw-Yan (Sayaw ng Kamatayan)
Yaw-Yan ist ein philippinisches Schlagsystem, das Napoleon Fernandez, gebürtig aus der Provinz Quezon, im Jahr 1972 öffentlich vorstellte. Der Name entstand aus den letzten beiden Silben der tagalischen Wendung sayaw ng kamatayan, Tanz des Todes, in umgekehrter Folge. Fernandez ging vom einheimischen Eskrima und vom Boxen aus und formte daraus ein System, das heute die wichtigste philippinische Antwort auf das Thaiboxen ist. Sein bekanntestes Merkmal ist der von oben nach unten geführte Tritt, als schnitte das Bein: Die Kraft kommt nicht aus dem gestreckten Bein, sondern aus einer scharfen Drehung des Beckens, sodass der Tritt auf absteigender Bahn den Oberschenkel, die Rippen oder das Schlüsselbein trifft. Die Hände bewahren ihren Ursprung im Kampf mit der Klinge: Unterarmschläge und die sogenannten Bolo-Schläge kopieren die Bahn der philippinischen Machete Bolo, und ihre zwölf Grundvarianten entsprechen den Angriffswinkeln, wie sie das Eskrima lehrt. Dazu treten Ellbogen, Knie und Schläge mit der offenen Hand. Das Training ist von Anfang an sportlich und vollkontaktorientiert, mit Sack- und Pratzenarbeit und regelmäßigem Sparring. Seit den 1970er Jahren beherrscht Yaw-Yan die philippinische Kickboxszene, und seine Kämpfer treten regelmäßig auch bei einheimischen Turnieren der gemischten Kampfkünste an; deshalb ergänzen moderne Vereine den ursprünglichen Inhalt um brasilianisches Jiu-Jitsu und Bodenkampf. Heute wird das System von mehreren eigenständigen Organisationen geführt, die sich alle auf Fernandez berufen.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
