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Varzesh-e Pahlavani (Zurkhaneh)

Iranisches Ritual und Körpertraining im Haus der Kraft, der zurkhaneh, mit hölzernen Keulen, einem Eisenbogen und im Rhythmus der Trommel. Die UNESCO trug es 2010 ein.

Wichtige Daten

HerkunftslandIran
RegionAsien
HauptfokusGriffkampf
GürtelsystemTitel

Charakter & Herkunft

StatusLebendig, organisiert
LinieTraditionell
EntstehungszeitFrühe Neuzeit

Training

BekleidungTraditionelle Kleidung
Rolle der WaffenOhne Waffen
Rolle der FormenFormen im Zentrum

Organisation & Wettkampf

GraduierungenJa (Titel)
WettkampfformatGemischt
Olympischer StatusNicht olympisch
Geschätzte Praktizierende10 000–100 000

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeNicht verwendet
TritteNicht verwendet
WürfeZentral
BodenkampfAm Rande
Hebel & HaltegriffeAm Rande
WaffenAm Rande

Über Varzesh-e Pahlavani (Zurkhaneh)

Varzesh-e Pahlavani ist eine iranische Kampfkunst, die die UNESCO 2010 unter dem Namen Pahlevani and Zoorkhanei rituals in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes eingetragen hat und die nach ihren Angaben Elemente des Islam, der Gnosis und des altpersischen Glaubens verbindet. Geübt wird sie im Gebäude der zurkhaneh, nach Green im Haus der Kraft, und laut UNESCO handelt es sich um eine Folge gymnastischer und kräftigender Bewegungen, die zehn bis zwanzig Männer vorführen, jeder mit einem Gerät, das alte Waffen symbolisiert.

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Der Nominierungsantrag leitet die Wurzeln des Rituals vom Mithraismus vor 3.000 Jahren ab, spricht an anderer Stelle aber von einem dreihundert Jahre alten Ritual. Green gibt an, dass sich aus den altpersischen Akademien der iranische Ringkampf koshti entwickelt hat und dass Schah Ismail der Große die zurkhaneh förderte. Den Gründer und das Entstehungsjahr konnten wir in den Quellen nicht belegen. Im Saal befindet sich laut Nominierungsantrag eine achteckige Grube gowd von 70 Zentimetern Tiefe, in der die Übenden nach Alter und Seniorität stehen. Das Ritual leitet der morshed, der die Trommel zarb spielt und epische und mystische Verse rezitiert. Laut einer Reportage von Qantara.de schwingen die Männer hölzerne Keulen mit einem Gewicht von bis zu fünfzig Kilogramm und machen Liegestütze auf langen Holzbrettern, Green beschreibt den Eisenbogen kadabeh mit einer Kette statt einer Sehne und Drehtänze. Unter Anleitung des pishkesvat lernen die Übenden Ethik und Ritterlichkeit, und wer die Fertigkeiten und die ethischen Stufen beherrscht, kann laut UNESCO den Titel pahlevani erlangen. Der Ringkampf koshti, der früher in der zurkhaneh geübt wurde, wurde nach Green in der Mitte des 20. Jahrhunderts vom modernen Ringen abgelöst und ist laut Qantara.de aus der zurkhaneh verschwunden, die Iraner schreiben ihre Ringererfolge aber gern dieser Tradition zu. Laut UNESCO gibt es im Iran etwa 500 zurkhaneh, meist in den zentralen Provinzen. Frauen dürfen laut Qantara.de bis heute nicht an den Ritualen teilnehmen.

Geschichte

Die UNESCO beschreibt Pahlevani als iranische Kampfkunst, die Elemente des Islam, der Gnosis und des altpersischen Glaubens verbindet. Der Nominierungsantrag leitet die Wurzeln des Rituals vom Mithraismus vor 3.000 Jahren ab, nennt es an anderer Stelle aber ein dreihundert Jahre altes Ritual. Den Gründer und das Entstehungsjahr konnten wir in den Quellen nicht belegen. Green gibt an, dass im alten Persien Kampfkunstakademien namens Varzesh-e-Pahlavani entstanden und dass der Iran aus ihnen seinen eigenen Ringkampf koshti entwickelte, mit kämpferischer und sportlicher Seite. Schah Ismail der Große war nach ihm für die Förderung der zurkhaneh bekannt, und das traditionelle Gerät wird dort mindestens seit seiner Herrschaft verwendet. Laut Qantara.de gehörten schwere hölzerne Keulen im Mittelalter zur Vorbereitung der Soldaten auf den Krieg. Die Ethik des pahlevan betont laut Qantara.de Bescheidenheit, Fairness, Achtung vor Älteren und Hilfe für die Schwachen, und pahlevan im eigentlichen Sinn ist Imam Ali, dessen Porträt in keiner zurkhaneh fehlen darf. Die Encyclopaedia Iranica und die vollständigen Texte von Chehabis Studien über die zurkhaneh konnten wir bisher nicht überprüfen.

Was es unterscheidet

Der Ringkampf Koshti gehörte laut Green zum Training im Zurkhaneh, wurde aber Mitte des 20. Jahrhunderts wie andere traditionelle Künste vom modernen griechisch-römischen und freien Stil verdrängt, in denen Iraner glänzten. Qantara.de schreibt, der Ringkampf sei einst wichtiger Teil der Zeremonie gewesen, aber mit der Anbindung des iranischen Ringens an internationale Wettkämpfe und dem freien Stil aus dem Zurkhaneh verschwunden. Die Iraner führen ihre Ringererfolge laut Qantara.de gern auf die Zurkhaneh-Tradition zurück. Green belegt, dass der türkische Ölringkampf Yağlı güreş mit dem persischen Koshti zusammenhängt, und weist auf die Ähnlichkeit der Wörter Pehlivan und Pahlavani hin.

Technik

Laut dem Nominierungsantrag der UNESCO befindet sich in der zurkhaneh eine achteckige, 70 Zentimeter tiefe Grube gowd, in der die Übenden nach Alter und Seniorität auf festgelegten Plätzen stehen. Green zitiert eine Beschreibung aus dem Jahr 1962: eine achteckige Grube von fünfzehn Fuß Durchmesser, mit blauen Fliesen ausgelegt und mit Erde aufgefüllt, dahinter Hebegeräte und an der Wand ein Porträt von Ali. Das Gerät besteht nach Green im Grunde aus vergrößerten Waffen, zum Beispiel dem kadabeh, einem Eisenbogen mit einer Kette statt einer Sehne, den die Übenden bei Trainingstänzen schwingen. Qantara.de beschreibt, wie die Männer nach dem Aufwärmen riesige hölzerne Keulen mit einem Gewicht von bis zu fünfzig Kilogramm schwingen und in der achteckigen Arena im Rhythmus der Trommel Liegestütze mit weit auseinandergestellten Beinen machen, die Hände auf langen, am Boden liegenden Holzbrettern.

Training

Das Ritual ist laut UNESCO eine Folge gymnastischer und kräftigender Bewegungen, die zehn bis zwanzig Männer vorführen, jeder mit einem Gerät, das alte Waffen symbolisiert. Geleitet wird es vom morshed, einem Sänger, der die Trommel zarb spielt, epische und mystische Sufi-Verse rezitiert und dessen Ausbildung viele Jahre dauert. Green beschreibt rhythmische Konditionsübungen, auf die Drehtänze folgen, begleitet von Glocken, Trommeln, Gongs und gesungenen Passagen aus dem Shahnameh, mit klaren Bezügen zur Sufi-Praxis. Eine Reportage von Qantara.de aus Shiraz aus dem Jahr 2022 berichtet, dass der morshed eine Rahmentrommel spielt und gelegentlich an eine von vier vor ihm hängenden Glocken schlägt, die Übungen sich nach seinen Schlägen richten und alles eine strenge Zeremonienordnung hat. Er rezitiert Verse von Hafez, Rumi oder Ferdowsi und danach Lobpreisungen auf den Propheten und seine Familie.

Graduierungen und Fortschritt

Laut UNESCO lernen die Übenden Ethik und Ritterlichkeit unter Anleitung eines Pishkesvat. Wer die Fertigkeiten beherrscht und die gnostischen ethischen Stufen durchläuft, kann den Titel Pahlevani erwerben, der in der Gemeinschaft Stellung und Autorität bedeutet. Das Dossier erklärt den Pahlavan als Meister der Fertigkeiten und der heroischen Ethik und die Pishkesvats als Champions, die allmählich hohes gesellschaftliches Ansehen erlangten. Den genauen Ablauf, die Prüfungen und die Zahl der Stufen konnten wir in den Quellen nicht belegen.

Heute

Die Zeremonien des Zurkhaneh wurden 2010 von der UNESCO in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes eingetragen. Im Iran gibt es laut UNESCO etwa 500 Zurkhaneh, meist in den zentralen Provinzen, und laut Nominierungsdossier wird die Zeremonie auch in Afghanistan, Tadschikistan, Aserbaidschan, im Irak, in Pakistan und Indien praktiziert. Den Schutz des Elements koordiniert laut Dossier der nationale Verband Pahlevani and Zoorkhanei Federation. Der Internationale Rat für traditionelle Sportarten und Spiele (ICTSG) führt die in Teheran ansässige International Zurkhaneh Sports and Koshti Pahlavani Federation als 2004 gegründet und seit 2021 als sein Mitglied. Frauen dürfen laut Qantara.de bis heute nicht an den Zeremonien teilnehmen. 2020 starteten Iranerinnen Kampagnen in den sozialen Medien, lösten Fatwas schiitischer Gelehrter aus und wurden vom Weltmeister im Keulenschwingen Hamidreza Kordi unterstützt. Chehabi schreibt im Abstract einer Studie von 2019, dass nach 1979 die Geschlechtertrennung wieder eingeführt wurde und Frauen in den letzten Jahren versuchen, das Zurkhaneh zu öffnen.

Wissenswertes

Der Eingang zum Zurkhaneh ist laut Nominierungsdossier der UNESCO niedrig, damit sich die Eintretenden beim Betreten verneigen, und der Platz des Morshed heißt Sardam. Bei der Zeremonie Golrizan werden in jede Ecke des Zurkhaneh Blumen gelegt, als Aufruf zu Spenden für Bedürftige. Die Übenden tragen mit Arabesken verzierte Hosen mit dem Motiv Botee-Jeghghe, einer Abstraktion der gebogenen Zypresse, die den demütigen Champion symbolisiert. Zurkhaneh werden laut Qantara.de meist unter der Erdoberfläche gebaut, um Hitze und Zugluft zu entgehen, und es wird traditionell barfuß und mit nacktem Oberkörper geübt, was das Fehlen gesellschaftlicher Unterschiede symbolisieren soll. Der bekannte Zurkhaneh-Champion Shaban Bimokh war laut Qantara.de 1953 einer der Anführer der von der CIA unterstützten Straßenschläger, die beim Sturz von Mosaddegh auf der Seite des Schahs standen.

Häufige Fragen

Was ist ein Zurkhaneh?

Ein Zurkhaneh, nach Green ein Haus der Kraft, ist ein Gebäude, in dem das iranische Pahlevani geübt wird. Laut Nominierungsdossier der UNESCO hat es eine achteckige Grube, den Gowd, von 70 Zentimetern Tiefe.

Wer ist der Morshed?

Der Morshed leitet die Zeremonie im Zurkhaneh. Laut UNESCO spielt er die Zarb-Trommel, rezitiert epische und mystische Verse, seine Ausbildung dauert viele Jahre.

Können Frauen im Zurkhaneh trainieren?

Laut Qantara.de dürfen Frauen bis heute nicht an den Zeremonien teilnehmen. Seit 2020 versuchen Iranerinnen mit Kampagnen in den sozialen Medien, das Zurkhaneh zu öffnen.

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