Vale Tudo
Das brasilianische Format des nahezu regellosen Kampfes, aus dem das moderne MMA hervorging. Es entstand in den 1920ern aus Zirkus- und Jahrmarktskämpfen.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Vale Tudo
Über Vale Tudo
Vale Tudo heißt auf Portugiesisch "alles ist erlaubt" und bezeichnet das brasilianische Format des nahezu regelfreien Kampfes, aus dem das moderne MMA hervorging. Es entstand in Brasilien in den 1920er und 1930er Jahren, als Zirkus- und Jahrmarktskämpfe zu öffentlichen Duellen zwischen Vertretern verschiedener Künste wurden. Die Familie Gracie nutzte es als Beweis für die Wirksamkeit ihres Jiu-Jitsu — und die Gracie Challenge, die offene Herausforderung an jedermann, war Vale Tudo in Reinform. Die Regeln waren minimal: Beißen und Augenausstechen waren untersagt, ansonsten waren Schläge, Tritte, Würfe, Würger und Hebel erlaubt. Es gab keine Handschuhe, oft keine Gewichtsklassen und kein Zeitlimit. Ein Kampf endete durch Aufgabe, K.o. oder Eingreifen der Ecke. Aus dem Vale Tudo ging 1993 die erste UFC hervor, die Rorion Gracie auf dieselbe Frage baute: Was geschieht, wenn Stile ohne Einschränkung aufeinandertreffen. Der Übergang vom Vale Tudo zum heutigen MMA vollzog sich in den 1990er Jahren durch schrittweises Hinzufügen von Regeln — Handschuhe, Runden, Gewichtsklassen, verbotene Techniken und ärztliche Aufsicht. Heute ist Vale Tudo ein historischer Begriff, Veranstaltungen unter diesem Namen sind selten und meist reguliert. Sein Erbe ist jedoch grundlegend: Es war das Format, das empirisch zeigte, dass ein Schläger ohne Fähigkeit zum Bodenkampf in einer offenen Auseinandersetzung deutlich im Nachteil ist.
Ähnliche Stile
Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
