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Kudo

空道

Japanischer Vollkontaktsport von 1981 mit Schlägen im Helm mit Plexiglas, Würfen und kurzem Bodenkampf. Die Kategorie bestimmt die Summe aus Größe und Gewicht.

Wichtige Daten

HerkunftslandJapan
Gründungsjahr1981
RegionAsien
HauptfokusGemischt
KontaktstufeVollkontakt
GürtelsystemGürtel

Charakter & Herkunft

StatusLebendig, organisiert
LinieModerne Synthese
Entstehungszeit20. Jahrhundert

Training

BekleidungSchutzausrüstung
SparringVollkontakt
Rolle der WaffenOhne Waffen
Rolle der FormenOhne Formen

Für wen

Körperliche Anforderung4/5
Verletzungsrisiko4/5
Übertrag auf Selbstverteidigung4/5
Wie wir die Skalen bewerten →

Organisation & Wettkampf

GraduierungenJa (Gürtel)
WettkampfformatGemischt
Olympischer StatusNicht olympisch
WeltverbandKudo International Federation (K.I.F.)

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeZentral
TritteZentral
WürfeZentral
BodenkampfBedeutend
Hebel & HaltegriffeBedeutend
WaffenNicht verwendet

Vergleiche

Kudo vs. Kyokushin→

Kataloge & Datenbanken für Kudo

👊 Technik-Datenbank16 Einträge
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👥 Persönlichkeiten & Meister1 Einträge
→

Über Kudo

Kudo ist ein japanischer Vollkontakt-Kampfsport, der Schläge im Stand mit Würfen und Bodenkampf verbindet. Begründet hat ihn Takashi Azuma (1949–2021), der sich 1972 dem Kyokushin anschloss. Seine Organisation Daido Juku nahm ihren Betrieb am 17. Februar 1981 in der Präfektur Miyagi auf. Bis 2001 hieß der Stil kakuto karate, den Namen Kudo gab Azuma 2001 bekannt. Er entstand aus Azumas Sorgen um schwere Kopfverletzungen im Kyokushin und aus dem Nachteil kleinerer Kämpfer. Die Regeln erlauben Faustschläge, Ellbogen und Kopfstöße, Würfe, Haltegriffe, Hebel und Würgen. Verboten sind Schläge auf den Rücken und in den Schritt. Der Kampf dauert 3 Minuten, der Clinch höchstens 10 Sekunden und der Bodenkampf zweimal je 30 Sekunden. Pflicht sind ein Helm mit durchsichtigem Visier aus Plexiglas, von der Kudo International Federation (K.I.F.) zugelassene Handschuhe und ein Zahnschutz. Statt Gewichtsklassen wird ein Index aus der Summe der Körpergröße in Zentimetern und des Gewichts in Kilogramm verwendet. Die aus dem Kyokushin übernommenen kata hat Kudo ersatzlos abgeschafft. In der russischen Praxis hat Kudo die Grade kyu und dan mit farbigen Gürteln. Die erste Weltmeisterschaft fand 2001 in Japan statt. In Russland ist Kudo nach russischen Quellen im Allrussischen Register der Sportarten eingetragen. Eine Verletzungsstudie zu Kudo konnten wir nicht finden.

Geschichte

Kudo wurde von Azuma Takashi (1949–2021) gegründet, der aus Kesennuma stammte. 1971 schrieb er sich an der Abendschule der Waseda-Universität ein, wo er einen Kyokushin-Club gründete, und 1972 schloss er sich der Zentrale der kyokushinkaikan an. Beim Gesamtjapanischen Offenen Kyokushin-Turnier wurde er 1974 Zweiter und gewann 1977. Im Judo hatte er den 3. Dan. Die Organisation Daido Juku nahm am 17. Februar 1981 in der Präfektur Miyagi ihre Tätigkeit auf. Als Grund werden Azumas Sorge vor schweren Kopfverletzungen im Kyokushin und der Nachteil kleinerer Kämpfer genannt. Von 1981 bis 2001 hieß der Stil kakuto karate. 2001 gab Azuma den Namen kudo bekannt, damit kakuto karate nicht mit Karate verwechselt wird. Außerhalb Japans sind die Anfänge in Russland belegt: Azuma veranstaltete 1993 in Wladiwostok das erste internationale Seminar, russische Quellen nennen dort schon 1991 die erste Sektion und 2002 oder 2004 den russischen Kudo-Verband (die Quellen weichen voneinander ab). Azuma starb am 3. April 2021, Vorsitzender von Daido Juku wurde Kenichi Osada.

Was es unterscheidet

Kudo geht auf Kyokushin zurück, weicht aber in einem grundlegenden Punkt davon ab. Kyokushin verbietet nach den Beschreibungen der Übenden Faustschläge zum Kopf, Kudo erlaubt sie. Azuma Takashi gründete Kudo laut Forces News aus Sorge, dass Kyokushin zu viele schwere Kopfverletzungen verursacht, und der Schutzhelm soll Handschläge zum Kopf ohne ernsthafte Schäden ermöglichen. Der Helm Neo Headgear KU ist laut K.I.F. in allen Wettkampfdivisionen Pflicht, Faustschläge zum Kopf sind nur für Junioren bis 16 und bis 14 Jahre verboten. Die zweite Quelle ist Judo, in dem Azuma den 3. Dan innehatte. Britannica beschreibt das Ziel des Judo als sauberen Wurf, Haltegriff oder das Bezwingen des Gegners durch Druck auf ein Armgelenk oder den Hals, von Schlägen schreibt sie nicht. Kudo übernimmt Würfe und Aufgabegriffe und verbindet sie mit Vollkontaktschlägen. Von MMA unterscheidet sich Kudo vor allem durch die Kampfdauer und die Ausrüstung. Ein Kampf in der offenen Division des Kudo dauert 3 Minuten, und zum Boden geht es zweimal für je 30 Sekunden, die Runden im MMA nach den einheitlichen Regeln der Association of Boxing Commissions dauern 5 Minuten. Kudo bewertet Treffer mit den Graden koka, yuko und waza-ari und vergibt ippon für einen Knockdown oder eine wirksame Aufgabe.

Technik

Die Regeln des Kudo verbinden Schläge im Stand mit Würfen und Bodenkampf. Erlaubt sind Faustschläge, Ellbogen und Kopfstöße, auch zum Kopf, der durch einen Helm mit Plexiglas geschützt ist, ferner Würfe, Haltegriffe, Hebel und Würgen. Der Kampf kann auch durch Aufgabe oder Würgen bis zur Bewusstlosigkeit gewonnen werden. Verboten sind Schläge auf den Rücken und in den Schritt. Ob die Regeln Knie und Tritte zum Kopf erlauben, konnten wir nicht belegen. Der Kampf dauert 3 Minuten. In den Clinch darf beliebig oft eingetreten werden, jeweils höchstens 10 Sekunden lang. Zu Boden geht es zweimal, höchstens 30 Sekunden lang, bei Jugendlichen und Junioren 20 Sekunden und ohne Schläge am Boden. Die Wertung hat die Stufen koka, yuko, waza-ari und ippon, die Punktwerte unterscheiden sich in den Quellen. Die offiziellen Regeln der K.I.F. konnten wir nicht finden. Gegenüber dem Kyokushin, aus dem Kudo hervorgeht, kamen Handschläge ins Gesicht, Ellbogen, Kopfstöße, Würfe und Bodenkampf hinzu. Die aus dem Kyokushin übernommenen kata hat Kudo ersatzlos abgeschafft.

Training

Daido Juku stellt Kudo als lebenslangen Sport, als System der Jugenderziehung und als Methode der Selbstverteidigung dar und betont reigi, also Respekt und Etikette. Nach ihren Grundsätzen soll das Training die körperliche und geistige Kraft, die Beziehungen zu anderen und den Charakter des Übenden entwickeln, damit er zur Gesellschaft beiträgt. Die Kudo International Federation (K.I.F.) bietet Lehrvideos der Grundtechniken und zwei Reihen namens joho an, eine grundlegende und eine fortgeschrittene. Ein Besucher eines dojo in Saitama beschrieb das Training als Aufwärmen und Konditionstraining, kihon, Schattenkampf, Partnerübungen und Sparring, das von leichten Schlägen über Tritte zu sanften Würfen fortschreitet. Kata werde dabei nicht geübt. Vor jeder Prüfung für einen höheren Grad muss der Übende eine vorgeschriebene Zahl von Trainingstagen und eine Norm der körperlichen Fitness erfüllen. Schutzausrüstung ist laut K.I.F. nicht nur in Wettkämpfen, sondern auch bei Gradprüfungen Pflicht.

Graduierungen und Fortschritt

Eine vollständige internationale Gradtabelle der K.I.F. haben wir nicht gefunden. Die Föderation gibt an, dass neue Schüler ohne Grad mit dem weißen Gürtel beginnen und nach dem 1. Kyu zur Prüfung für den 1. Dan antreten. In der russischen Praxis hat Kudo Schülergrade vom 10. bis zum 1. Kyu mit violettem (10. und 9. Kyu), blauem (8. und 7.), gelbem (6. und 5.), grünem (4. und 3.) und braunem Gürtel (2. und 1.) sowie Meistergrade Dan mit schwarzem Gürtel, zu dem laut K.I.F. ab dem 2. Dan goldene Streifen hinzukommen. Der höchste Grad ist laut K.I.F. der 9. Dan. Kata gehört nicht zu den Prüfungen, Kudo hat sie abgeschafft. Dan-Grade verlieh Azuma auch an russische Meister. Roman Anaschkin und Zorin erhielten 2002 den 4. Dan und 2006 den 5. Dan, Anaschkin erhielt 2013 als erster Wettkämpfer außerhalb Japans den 6. Dan.

Für wen

Statt Gewichtsklassen werden die Kämpfer nach einem Index aus Körpergröße in Zentimetern plus Gewicht in Kilogramm eingeteilt. Männer ab 18 Jahren starten in Kategorien von 230 bis über 270. Russische Quellen nennen Kategorien für Jugendliche von 12 bis 15 Jahren, Junioren von 16 bis 17 Jahren, Mädchen von 12 bis 15 Jahren, Juniorinnen und Frauen, Veteranen ab 35 Jahren und Kinder von 7 bis 11 Jahren. Kinderwettkämpfe finden ihnen zufolge seit 2014 nicht mehr statt. Die K.I.F. nennt eine Masters-Division ab 45 Jahren und eine eigene Klasse Businessman für Anfänger ab 30 Jahren. Jugendlichen und Junioren sind Schläge am Boden verboten, und der Bodenkampf dauert bei ihnen 20 Sekunden. Kinder, Junioren und Frauen tragen eine Weste, Schienbeinschützer sind für Jugendliche und Junioren Pflicht und für Kinder empfohlen. Erwachsene Frauen müssen laut K.I.F. neben Helm und Handschuhen einen Körperschutz und Beinschützer tragen, Männer einen Tiefschutz. Eine Studie oder Stellungnahme von Ärzten zum Kudo für Kinder haben wir nicht gefunden. Forces News beschrieb 2018 eine britische Armeeärztin, die bei der Weltmeisterschaft in Japan in der Kategorie der Männer bis 260 startete.

Wettkampf

Der Kampf findet auf einer tatami von 13 × 13 m mit einer Kampffläche von 9 × 9 m statt, vier Kampfrichter stehen in den Ecken und einer innerhalb der Fläche. Ein Unentschieden löst die Entscheidung der Kampfrichter oder ein weiterer Kampf. Das Haupturnier von Daido Juku heißt Hokutoki, die erste landesweite Austragung fand am 6. September 1981 mit Kategorien nach Statur statt. Die offene Kategorie gewann 1984 und 1985 Yoshinori Nishi, 1996 und 1997 Semmy Schilt. Die erste Weltmeisterschaft fand am 17. November 2001 in Japan statt, die zweite 2005. Der erste Kudo World Cup wurde 2011 in Moskau ausgetragen. Eine Verbindung des Kudo zum olympischen Programm konnten wir nicht finden.

Ausrüstung

Die Kämpfer tragen ein dogi, weiß oder blau, und einen Gürtel. Pflicht ist ein von der K.I.F. zugelassener Helm mit durchsichtigem Visier aus Plexiglas, russische Quellen nennen zuerst das Modell SuperSafe, später Neo Head Gear. Von der K.I.F. zugelassene Handschuhe schützen die Fingergelenke und lassen die Finger frei, zur Ausrüstung gehören Bandagen und ein Zahnschutz. Minderjährige tragen zusätzlich eine Weste und Schienbeinschützer, die Anforderungen unterscheiden sich je nach Turnier. Eine Studie, die beim Kudo-Helm eine Wirkung auf die Zahl oder Schwere der Verletzungen zeigen würde, konnten wir nicht finden.

Philosophie

Eine geschlossene Philosophie des Kudo konnten wir nicht finden. Der Hongkonger Server HK01 gibt an, dass der Name Daido Juku aus einem Vers der Zen-Sammlung Mumonkan stammt und der Name des Turniers Hokutoki vom Großen Wagen, der zum Polarstern als Symbol der höchsten Wahrheit weist. Azuma Takashi war von der Ausbildung her Philosoph. Nach HK01 hielt er nach langem Training des Kyokushin dessen Kampf mit Schlägen, Tritten, Knien und Ellbogen für fern vom freien Kampf. 2001 nahm die Organisation den Namen Kudo an, damit das kakuto karate nicht mit dem Karate verwechselt wird. Die Bedeutung des Wortes Kudo selbst konnten wir nicht belegen.

Heute

Kudo wird weltweit von der Kudo International Federation (K.I.F.) geleitet. Ihre Vorgängerin Kakuto Karate International Federation Daidojuku (KKIF) nahm diesen Namen 1995 an. Daido Juku leitet seit 2021, nach dem Tod von Azuma Takashi, als Vorsitzender Kenichi Osada. In Russland wurde am 7. Juli 1994 die Moskauer Föderation Daido Juku eingetragen, der russische Kudo-Verband entstand 2002 oder 2004 (die Quellen weichen voneinander ab). Nach russischen Quellen sind Kämpfe nach den Kudo-Regeln im Allrussischen Register der Sportarten aufgrund einer Anordnung von Rossport vom 17. Juli 2003 Nr. 560 verzeichnet, und 2006 wurde Kudo in den Allrussischen Klassifikator aufgenommen. Der erste Asia Cup fand am 14. Juni 2014 in Vladivostok statt. Die Weltmeisterschaft findet seit 2001 statt, die Austragung 2018 begann am 1. Dezember in Japan. Als Weltmeister werden Kolyan Edgar (2005 und 2009) und Irina Bykova (2005) genannt.

Wissenswertes

Das Zeichen ku (空) im Namen verweist laut K.I.F. auf drei Gedanken: Vergänglichkeit, gegenseitige Abhängigkeit und Offenheit ohne Vorurteile, die Azuma Open-Mindism nannte. Azuma schloss sich 1972 im Alter von 22 Jahren der Zentrale der kyokushinkaikan an und wurde beim ersten Weltturnier im Vollkontakt-Karate Sechster, beim zweiten Vierter. 2013 erhielt er den 9. Dan im Kudo, den höchsten Grad des Stils. Ein Schaukampf im Kudo fand im Juli 2013 bei The World Games im kolumbianischen Cali statt. Die Kudo All Japan Federation bat im März 2009 das Kabinettsbüro Japans um Anerkennung und wurde im Mai 2012 Mitglied der Japan World Games Association. Die Weltmeisterschaft findet alle vier Jahre statt, bis 2023 gab es sechs. Den zweiten Kudo World Cup richtete im Februar 2017 Mumbai aus, den dritten im Juli 2025 das bulgarische Burgas. Daido Juku gibt an, dass sich Kudo in mehr als 60 Länder verbreitet hat, die K.I.F. schreibt von mehr als 50.

Häufige Fragen

Was ist kudo?

Kudo ist laut der Organisation Daido Juku ein gemischter Budo-Sport, der Vollkontakt-Schläge und -Tritte mit Würfen und Aufgabetechniken am Boden verbindet. Daido Juku wurde 1981 von Azuma Takashi gegründet, den Namen kudo trägt der Stil seit 2001. Gekämpft wird mit Pflichthelm.

Wer gründete kudo?

Azuma Takashi, geboren 1949 in Kesennuma in der Präfektur Miyagi. Er war Kyokushin-Wettkämpfer und besaß den 3. dan im Judo. 1981 gründete er in Sendai die Organisation Daido Juku und 2001 führte er den Namen kudo ein. Er starb im April 2021, Vorsitzender von Daido Juku wurde Kenichi Osada, den er selbst ausgewählt hatte.

Was ist der Unterschied zwischen kudo und kyokushin?

Kudo geht auf Kyokushin zurück, erlaubt aber Fauststöße zum Kopf, die Kyokushin laut Beschreibungen von Praktizierenden verbietet, und deshalb ist dort ein Helm Pflicht. Hinzu kamen Würfe und Bodenkampf, und kata wird nicht geübt. Laut Forces News gründete Azuma kudo aus Sorge vor schweren Kopfverletzungen im Kyokushin.

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