ImpakuImpaku

Armeenaher Nahkampf (ARB)

Армейский рукопашный бой

Russischer militärisch angewandter Sport mit Schlägen, Tritten, Würfen und Hebeln in Kimono und Helm mit Gitter. Als Sport entstand er 1979 mit der ersten Meisterschaft der Luftlandetruppen.

Wichtige Daten

HerkunftslandRussland
Gründungsjahr1979
RegionEuropa
HauptfokusGemischt
KontaktstufeVollkontakt

Charakter & Herkunft

StatusLebendig, organisiert
LinieMilitärisch
Entstehungszeit20. Jahrhundert

Training

BekleidungSchutzausrüstung
SparringVollkontakt
Rolle der WaffenOhne Waffen
Rolle der FormenOhne Formen

Organisation & Wettkampf

WettkampfformatPunktkampf
Olympischer StatusNicht olympisch
Geschätzte Praktizierende10 000–100 000

Woraus der Stil besteht

Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.

HandschlägeZentral
TritteZentral
WürfeZentral
BodenkampfBedeutend
Hebel & HaltegriffeBedeutend
WaffenAm Rande

Über Armeenaher Nahkampf (ARB)

Armeyskiy rukopashnyy boy, kurz ARB, ist ein russischer militärisch angewandter Sport, dessen Regeln das Sportministerium der Russischen Föderation genehmigt, zuletzt mit der Verordnung Nr. 1154 aus dem Jahr 2015. Ryabchuk und Poddubnaya (2024) beschreiben ihn als ein System, das viele funktionale Elemente der weltweiten Kampfsportarten verbindet und durch Vollkontaktkämpfe an Beliebtheit gewann. Nach den Regeln werden Schläge mit Händen und Beinen, Würfe und Hebel bewertet, die Wettkämpfer treten im weißen Kimono und mit einem Helm mit Metallgitter an, und bei Erwachsenen sind auch Schläge am Boden erlaubt, während Würgen verboten ist.

Weiterlesen

Irkhin u. a. (2023) setzen die Entstehung des ARB als Sport in das Jahr 1979, als die erste Meisterschaft der Luftlandetruppen stattfand. Laut der russischen Wikipedia fand sie in Kaunas auf dem Sportstützpunkt der 7. Garde-Luftlandedivision statt, die begutachteten Studien nennen weder den Ort noch die Division. Einen einzelnen Begründer konnten wir in begutachteten Quellen nicht belegen, und die russische Wikipedia schreibt, ARB hätten Spezialisten und Enthusiasten der körperlichen Ausbildung der Luftlandetruppen und anderer Truppen geschaffen. Die Leistung wird laut Irkhin u. a. (2022) durch sportliche Leistungsklassen nach der Einheitlichen gesamtrussischen Sportklassifikation ausgedrückt, von denen die erste erst ab 15 Jahren erworben werden kann. Die russische Wikipedia gibt dagegen an, dass Klassen und Titel nur Soldaten ab 17 Jahren erhalten können. Den Zeitraum seit 2016 beschreiben Irkhin u. a. (2023) als widersprüchlich: Die Bedeutung des ARB für die patriotische Erziehung der Jugend wächst, doch die Konkurrenz anderer Kampfsportarten nimmt zu und es gibt immer weniger Kinder.

Geschichte

Irkhin u. a. (2023) gliedern die Entwicklung des ARB in vier Etappen. Von den 1920er bis zu den 1970er Jahren handelte es sich ihrer Ansicht nach um Voraussetzungen und eine verdeckte Entwicklung vor allem im Rahmen des Sambo, in den Jahren 1979 bis 1995 um die Entstehung und Etablierung in der Armee, in den Jahren 1995 bis 2016 um die schrittweise Entwicklung auch bei der Polizei und in Sportorganisationen und seit 2016 um eine widersprüchliche Entwicklung. Zu den Vorläufern, auf deren Werk der ARB methodisch beruht, zählen die Autoren unter anderem V. A. Spiridonov, A. A. Kharlampieva und V. S. Oshchepkov. Laut Irkhin u. a. (2022) wurde der ARB 1985 als eigenständige Sportart in die Einheitliche Sportklassifikation aufgenommen, 1989 in den Streitkräften als militärisch angewandte Sportart eingeführt, und 1991 fand in Leningrad die 1. Meisterschaft der Streitkräfte der UdSSR statt. Bis 1994 wurde er nach denselben Autoren nur in Armeeeinheiten betrieben. Nach dem Gesetz Nr. 53-FZ von 1998 entwickelte er sich auch unter der zivilen Jugend als Element der freiwilligen Vorbereitung auf den Armeedienst, das Gesetz Nr. 329-FZ von 2007 wies ihm jedoch nach Ansicht der Autoren einen ressortgebundenen Status zu, was seine Entwicklung unter Zivilisten erschwerte.

Was es unterscheidet

Irkhin und andere (2023) geben an, dass ARB als Sport aus verschiedenen Formen des Nahkampfs in der UdSSR hervorging, vor allem aus Sambo, und selbst den Anstoß zur Entstehung weiterer Schulen und Sportarten des Nahkampfs gab. Kotko (2008) schreibt, dass seit den 1990er Jahren in den russischen Machtressorts Sambo-Wettkämpfe durch verschiedene östliche Schlagsportarten ersetzt wurden und später durch deren Verbindung mit sportlichem Ringen in einer Armee- und Milizversion. Vom Armeekampf unterscheidet er den sportlichen Nahkampf, der seiner Aussage nach durch die Umwandlung des traditionellen Karate entstand. Davidenko und Bolotin (2022) ordnen ARB neben dem Dienst- und dem komplexen Zweikampf den militärisch-angewandten und dienstlich-angewandten Kampfsportarten zu und geben an, dass das Verhältnis von Schlag- und Ringaktionen darin dem im gemischten Zweikampf und im Pankration ähnlich ist. Nach den Regeln von 2015 kombiniert ARB den Kimono mit einem Helm mit Metallgitter, Schläge am Boden bei Erwachsenen und den Sieg durch Hebel, wobei Würgen verboten ist.

Technik

Die Regeln des Sportministeriums von 2015 erkennen Schläge mit Händen und Füßen, Würfe und Hebel als technische Aktionen an. Schläge dürfen auf Kopf, Rumpf und Beine mit Ausnahme der Innenseite des Oberschenkels geführt werden. Davidenko und Bolotin (2022) schreiben, dass trotz der großen Vielfalt an Schlägen die Ringertechnik im ARB große Bedeutung hat. Garanin, Yakovlev und Volodin (2015) zählten in 84 Kämpfen einer Meisterschaft der Militärschule 309 Handschläge, 238 Würfe und 205 Tritte und geben an, dass Fachleute die Wettkämpfer in Schläger, Ringer und Wettkämpfer des kombinierten Stils einteilen. Suvorov u. a. (2022) definieren den Bodenkampf als Kampf, bei dem beide Wettkämpfer liegen oder knien und nicht in die Ausgangsstellung zurückkehren. In 65 Kämpfen von Wettkämpfern der ersten Leistungsklasse, Kandidaten für den Meister des Sports und Meistern des Sports stellten sie 297 Übergänge in den Bodenkampf fest, und von den erfolgreichen Angriffen am Boden endeten 33 mit einem Hebel, 28 mit einem Knockdown und 12 mit gewerteten Schlägen.

Training

Laut Suvorov et al. (2022) verläuft das ARB-Training vom Einüben einzelner Schläge, Griffe und Würfe mit abgestuftem Widerstand des Partners über bedingte Kämpfe mit einer bis drei vorgegebenen Techniken bis zu 10 bis 12 Minuten freiem Kampf am Ende des Hauptteils. Garanin et al. (2015) empfehlen, den Schwerpunkt auf Handschläge, Konter, Ausweichbewegungen und Verteidigung zu legen, dazu auf Ring- und Hebeltechniken, und Tritte nur als ergänzendes Mittel einzusetzen. Irkhin et al. (2022) geben an, dass die ersten sportlichen Leistungsklassen nach der Einheitlichen gesamtrussischen Sportklassifikation erst ab 15 Jahren erworben werden können, und sehen darin eine der Ursachen für das Ausscheiden von Kindern im Alter von 7 bis 13 Jahren im zweiten und dritten Trainingsjahr. Die russische Wikipedia schreibt dagegen, dass Klassen und Titel nur Soldaten ab 17 Jahren erwerben können. Kotko (2008) kritisierte, dass ARB in der patriotischen Erziehung von Kindern ohne Anpassung der gefährlichen Regeln eingesetzt wird, und schlug für Schüler im dritten und vierten Jahr Regeln vor, die Tritte gegen einen am Boden liegenden Gegner und gegen den Kopf eines stehenden verbieten.

Graduierungen und Fortschritt

Irkhin et al. (2022) geben an, dass sich bei der Registrierung des gesamtrussischen Verbands im Jahr 2001 Vertreter von etwa 52 Regionen Russlands ihm anschlossen, während zum Zeitpunkt der Studie 63 regionale Verbände in allen Föderationskreisen bestanden. Die Zahl der Sportler wuchs ihnen zufolge bis 2010 auf einen Höchststand von 500 000 Personen, zum Zeitpunkt des Schreibens blieben höchstens 100 000, wobei sie die Angabe von Ashkinazi et al. übernehmen. Die Jahre 2007 bis 2016 erwähnen sie als Zeit der organisatorischen Entwicklung des Kinder- und Jugend-ARB. Eine Grafik in der Arbeit von Irkhin et al. (2023) zeigt die Teilnehmerzahlen der russischen Meisterschaft für die Jahre 1994 bis 2020 zwischen etwa 150 und 288. Irkhin et al. (2022) erwähnen außerdem seit Anfang der 1980er Jahre eine ständige Verbesserung der Schutzausrüstung, weil sie ARB zu den härtesten Kampfsportarten zählen.

Wettkampf

Die Regeln des militärisch-angewandten Sports ARB genehmigte das Sportministerium der Russischen Föderation mit der Verordnung Nr. 1154 vom 14. Dezember 2015, die die Regeln von 2014 ablöste. Der Kampf hat eine Runde von 3 Minuten bei Männern und Junioren, 2 bei Jugendlichen und im Finale 4 beziehungsweise 3 Minuten. Gekämpft wird auf einer Tatami von 12 mal 12 Metern mit einer Arbeitszone von 8 mal 8 Metern, Männer in Gewichtsklassen von 60 bis 85 und mehr Kilogramm. Vorgeschrieben sind ein Helm mit Maske und Metallgitter, eine Schutzweste, ein Tiefschutz, Handschuhe, Schienbein- und Spannschützer sowie ein weißer Kimono mit rotem oder blauem Gürtel. Ein Handschlag zum Rumpf bringt nach den Regeln 1 Punkt und zum Kopf 2, ein Tritt gegen die Beine 1, zum Rumpf 2 und zum Kopf 3 Punkte, Würfe 1 bis 3 Punkte, und ein Knockdown bringt 3 Punkte zusätzlich. Klare Überlegenheit bringen Knockout, zwei Knockdowns, ein ausgeführter Hebel oder die Disqualifikation des Gegners. Verboten sind unter anderem Fingerstöße in die Augen, Würgen, Schläge in die Leiste, den Hals und den Nacken sowie Sprünge mit den Füßen auf den Liegenden, Tritte gegen den Liegenden nur bei Jugendlichen. Ryabchuk und Poddubnaya (2024) testeten 2022 und 2023 elektronische Wertung mit Tablets und Videoaufzeichnung.

Heute

Irkhin u. a. (2023) beschreiben die Zeit seit 2016 als widersprüchlich. Ihnen zufolge wächst die Bedeutung von ARB für die patriotische Erziehung der Jugend und die Vorbereitung junger Männer auf den Militärdienst, zugleich nimmt aber die Konkurrenz anderer Kampfsportarten zu und die Zahl der Kinder sinkt. Valentina Kosachuk (Moskovskij komsomolec, 2011) schrieb, ARB entwickle sich in vielen Regionen Russlands, gehe aber kaum über die Landesgrenzen hinaus, habe keine Weltmeister und strebe nicht nach Olympischen Spielen. Ryabchuk und Poddubnaya (2024) nennen unter den aktuellen Wettbewerben die Meisterschaft von Sankt Petersburg, die Meisterschaft der Militärakademie MTO und den Pokal der Streitkräfte der Russischen Föderation. Suvorov u. a. (2022) geben als ihre Arbeitsstätten den Trainerstab des regionalen ARB-Verbands in Moskau und den Klub Kaskad in Sankt Petersburg an.

Wissenswertes

Irkhin u. a. (2023) geben an, dass 1923 V. A. Spiridonov in der Sportgesellschaft Dinamo eine Selbstverteidigungsabteilung leitete, und zählen sie zu den Voraussetzungen für die Entstehung von ARB. Die russische Wikipedia führt die Entstehung von ARB auf Kampfkunst-Enthusiasten und Sportausbilder der Luftlandetruppen unter Mitwirkung von Vasily Margelov, dem Befehlshaber der Luftlandetruppen, zurück, begutachtete Quellen belegen dies jedoch nicht. Die russische Wikipedia gibt unter Berufung auf den Verband an, dass die erste Meisterschaft der Luftlandetruppen 1979 in der Siedlung Gaižiūnai bei Kaunas im 242. Ausbildungszentrum der Luftlandetruppen stattfand. Garanin u. a. (2015) nennen unter den ARB-Wettbewerben den Pokal der Streitkräfte zum Gedenken an Yu. Islamov.

Häufige Fragen

Wann entstand der Armeyskiy rukopashnyy boy?

Irkhin u. a. (2023) setzen die Entstehung des ARB als Sport in das Jahr 1979, als die erste Meisterschaft der Luftlandetruppen stattfand. Die russische Wikipedia nennt als Ort Kaunas.

Sind im ARB Schläge gegen einen am Boden liegenden Gegner erlaubt?

Nach den Regeln des Sportministeriums von 2015 sind Tritte gegen einen am Boden liegenden Gegner nur bei Jugendlichen verboten, bei Erwachsenen sind Schläge am Boden erlaubt. Sprünge mit den Füßen auf den Liegenden sind verboten.

Wie wird im ARB gepunktet?

Nach den Regeln von 2015 zählt ein Handschlag zum Rumpf 1 Punkt und zum Kopf 2, ein Tritt gegen die Beine 1, gegen den Rumpf 2 und gegen den Kopf 3 Punkte, und ein Knockdown fügt 3 Punkte hinzu.

Ähnliche Stile

Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.

KajukenboKudoMCMAP (Marine Corps Martial Arts Program)VovinamHwa Rang DoBakom (Vacon)