Shooto
修斗Japanische Mischkampfkunst (MMA), die Satoru Sayama als eigenständigen Sport begründete. In Japan wird sie von der Japan Shooto Association und der International Shooto Commission geleitet.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Shooto
Über Shooto
Shooto ist eine japanische Mischkampfkunst (MMA), die Satoru Sayama, der erste Tiger Mask, als eigenständigen Wettkampfsport begründet hat. Die Japan Shooto Association (JSA) beschreibt es als in Japan entstandenes MMA, das als erstes weltweit den Mischkampf in die Form eines Sports überführt hat, und beruft sich auf die Wiederbelebung des antiken Pankration. Das Entstehungsjahr konnten wir nicht eindeutig belegen, die Quellen gehen auseinander. Die JSA nennt als Gründungsjahr 1984, Sportiva datiert die Entstehung des Sports unter dem Namen Shooting auf 1985, und laut ihr benannte Sayama Shooting nach September 1985 in shooto um und gründete 1986 den Verband.
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Laut JSA begannen die Amateurwettkämpfe 1986 und die professionellen 1989. Die International Shooto Commission (ISC) entstand laut den offiziellen Regeln am 7. 5. 1996, um shooto und vale tudo zu lenken. Sportiva gibt an, dass sich Sayama 1996 aus der Leitung von shooto zurückzog. Die JSA schreibt, shooto habe sich vom damaligen shoot-style wrestling durch Kommission, Lizenzen und Aufsicht über die Kampfrichter abgegrenzt, um abgesprochene Kämpfe zu verhindern. Nach den Regeln von ISC und JSA aus dem Jahr 2026 dauert eine professionelle Runde 5 Minuten, die Kämpfe haben 2, 3 oder 5 Runden und werden unter anderem durch Submission, KO oder Entscheidung gewonnen. Die Regeln unterscheiden professionelle Lizenzen der Klasse A und B und nennen 12 Gewichtsklassen vom Atomgewicht bis zum Superschwergewicht. Amateur-shooto unterscheidet sich laut JSA durch Helm, Schienbein- und Knieschützer sowie das Verbot von Ellbogen und Schlägen gegen den Kopf des am Boden liegenden Gegners.
Geschichte
Laut Sportiva eröffnete Sayama nach seinem Abschied von New Japan ein Fitnessstudio im Stadtteil Setagaya und gründete dort die neue Kampfsportart Shooting, während er ab Juli 1984 zugleich in der ersten UWF als Super Tiger kämpfte. Im September 1985 verließ er laut Sportiva die UWF, benannte Shooting dann in shooto um und gründete 1986 den Verband. Die englische Wikipedia gibt an, der Name sei geändert worden, um Verwechslungen mit dem Sportschießen zu vermeiden. Die japanische Wikipedia datiert die Gründung des Verbands auf 1987 und die erste Profiveranstaltung auf den 18.5.1989, die englische Wikipedia verlegt die erste Profiveranstaltung 1989 in die Korakuen Hall in Tokio. Nach den offiziellen Regeln entstand am 7.5.1996 auf Vorschlag des Verbands die International Shooto Commission zur Leitung von shooto und vale tudo. Sportiva gibt an, Sayama sei zehn Jahre als Gründer im shooto tätig gewesen und habe sich 1996 aus dessen Leitung zurückgezogen. Laut der japanischen Wikipedia wurde die JSA am 1.10.2012 nach einem Streit um intransparente Haushaltsführung ein gemeinnütziger Verein, und am 21.6.2015 fand in Hiroshima der erste offizielle shooto-Kampf im Käfig statt.
Was es unterscheidet
Shooto erlaubt nach den Regeln von ISC und JSA den Bodenkampf und man gewinnt auch durch Aufgabe, Shootboxing dagegen verbietet den Bodenkampf nach seinen Regeln vollständig. Ein älterer Text der Website des professionellen Shooto grenzt es von Schlagsportarten wie Boxen, Karate, Kickboxen und K-1 sowie von Grappling-Sportarten wie Judo und Ringen ab, Shooto erlaube demnach wie MMA Schlag und Griff zugleich. Vom damaligen Shoot-Style-Wrestling grenzte sich Shooto laut JSA durch Kommission, Lizenzen und Aufsicht über die Ringrichter ab, um abgesprochene Kämpfe zu verhindern, die laut JSA in japanischen Kampfshows üblich waren. Amateur-Shooto unterscheidet sich vom professionellen nach den Regeln der JSA durch Helm sowie Schienbein- und Knieschützer, das Verbot von Ellbogen und das Verbot jeglicher Schläge gegen den Kopf eines am Boden liegenden Gegners.
Technik
Die Website des Profi-shooto gibt an, Shooting sei aus der Verbindung der Grundlagen von Boxen, Kickboxen, Ringen, Sambo und anderer Stile entstanden, und Sayamas Handbuch von 1986 habe Schlag-, Wurf- und Hebeltechniken abgedeckt. Laut JSA besteht das Ideal des shooto weder im bloßen Schlag, Wurf oder Hebel noch in ihrer einfachen Addition, sondern in fließender, ununterbrochener Verkettung der Techniken. Die Regeln von ISC und JSA von 2026 definieren die Bodenposition so, dass außer Füßen und Händen jeder Körperteil den Boden berührt, und daraus ergeben sich die Verbote von Tritten und Knien gegen den Kopf. Die Profiregeln verbieten unter anderem Kopfstöße, Fingerangriffe auf die Augen, Schläge auf Genick und Wirbelsäule, Angriffe auf Finger und Schritt sowie Tritte und Knie gegen Kopf und Hals des Gegners am Boden. Die Amateurregeln der JSA verbieten unter anderem Schläge mit Unterarm und Ellbogen, Handflächenschläge, Tritte gegen das Knie von vorn, Hebel im Stand mit Hineinwerfen des Gewichts und alle Schläge gegen den Kopf in der Bodenposition.
Training
Laut Sportiva widmete sich Sayama nach seinem Weggang von New Japan in einem Fitnessstudio in Setagaya der Ausbildung von Nachfolgern für eine neue Kampfsportart. Die JSA gibt heute an, dass in offiziellen shooto-Clubs in ganz Japan oft gleichzeitig Jiu-Jitsu und Kickboxen trainiert werden kann und dass shooto auch der Persönlichkeitsbildung von Kindern dient. Amateure müssen nach den JSA-Regeln von 2026 zugelassene Lederhandschuhe mit offenen Fingern, Helm, Knieschützer und Schienbeinschützer mit Spannschutz tragen, Männer außerdem einen Tiefschutz. Nach denselben Regeln muss ein Amateurkämpfer einem von der JSA anerkannten offiziellen Club angehören.
Graduierungen und Fortschritt
Am Amateur-shooto dürfen nach den JSA-Regeln von 2026 Wettkämpfer ab 16 Jahren teilnehmen, bis 18 Jahre mit Einwilligung der Eltern, und höchstens bis 50 Jahre. Die JSA-Regeln für Kinder teilen den Wettbewerb in Kids Shooto von Vorschulkindern bis zu Grundschülern und Junior Shooto für Mittelschüler. Die Kategorie Beginner hat Runden von 2 Minuten und verbietet Knie, Frontkicks ins Gesicht und Heel Hook, in der Kategorie Expert wird über 2 Runden von 3 Minuten gekämpft. Nach einem älteren Text der Website des Profi-shooto führt der Weg vom bei der JSA registrierten Amateur über die Profiklasse B in die Klasse A, in die aufsteigt, wen die Kommission nach Erfolgen in der Klasse B anerkennt. Die Regeln von ISC und JSA besagen, dass die Lizenz für ein Kalenderjahr gilt und Bluttests auf Hepatitis B und C und HIV sowie eine Untersuchung des Augenhintergrunds verlangt. Mynavi News nennt als Beispiel Tatsuro Taira, der mit 17 Jahren im Amateur-shooto debütierte und Profi-Weltmeister im shooto wurde.
Wettkampf
Nach den ISC- und JSA-Regeln von 2026 dauert eine Profirunde fünf Minuten mit einer Minute Pause, Kämpfe gehen über 2, 3 oder 5 Runden. Klasse-A-Kämpfer dürfen in allen starten, Klasse-B-Kämpfer nur in Kämpfen über zwei und drei Runden. Gewonnen wird durch Aufgabe, technische Aufgabe, KO nach Schlag oder Wurf, TKO, Entscheidung oder Disqualifikation des Gegners. Die Regeln nennen 12 Gewichtsklassen vom Atomgewicht bis 47,6 kg bis zum Superschwergewicht über 120,2 kg und lassen einen Ring mit drei oder mehr Seilen oder einen Käfig mit sechs oder mehr Ecken oder einen runden zu. Als Foul gelten ausdrücklich auch ein abgesprochener Kampf und eine Show ohne vollen Einsatz. Die ISC gibt laut Regeln monatlich eine Weltrangliste heraus, die JSA eine regionale, in jeder Gewichtsklasse gibt es einen Champion, gegebenenfalls auch einen Interimschampion. Amateur-Shooto wird laut JSA über 2 Runden zu 3 Minuten gekämpft, im Turnier über 1 Runde zu 4 Minuten mit Finale über 2 Runden zu 3 Minuten.
Heute
Laut JSA wird Amateur-shooto von Hokkaido bis Okinawa betrieben, gipfelt in der Japanischen Meisterschaft mit Ausscheidungen in zehn Regionen, und aus den Amateuren steigen jährlich rund 50 Kämpfer zu den Profis auf. Laut JSA finden jährlich rund 30 Profiveranstaltungen statt, und Kämpfe wurden in mehr als 20 Ländern und Gebieten ausgetragen, unter anderem in Australien, den USA, den Niederlanden, Brasilien und Deutschland. Die Amateurkommission der JSA leitet für 2026 der frühere Champion Rumina Sato. Profi-shooto veranstaltet die Firma Sustain, die laut ihrer Website am 1. 4. 1999 gegründet wurde und von Kazuhiro Sakamoto geführt wird. Die englische Wikipedia gibt an, dass UFC Fight Pass am 14. 9. 2018 einen exklusiven Vertrag mit shooto unterzeichnete und shooto im Januar 2019 eine Partnerschaft mit ONE Championship einging.
Wissenswertes
Bungeishunju nennt Sayama den Begründer des MMA und schreibt, dass er bei New Japan von den abgesprochenen Ergebnissen im Wrestling erfuhr und beschloss, einen echten Wettkampf zu schaffen. Laut Sportiva sagt Sayama, dass New Japan, Shooting und shooto in ihm miteinander verbunden sind und alles bei Antonio Inoki beginnt. Die Website des Profi-shooto gibt an, dass Sayamas Handbuch von 1986 nach 30 Jahren als THE WAY OF SHOOTO in einer Auflage von 1000 Exemplaren neu erschien. Laut der japanischen Wikipedia wurden die Kämpfer des shooto Rumina Sato, Hayato Sakurai und Kaoru Uno etwa zwischen 1996 und 2000 auch in Mode und Subkultur populär. Die englische Wikipedia gibt an, dass Vale Tudo Japan von 1994 bis 1999 jährlich stattfand und 2009 wieder aufgenommen wurde.
Häufige Fragen
Wer hat shooto begründet?
Laut JSA, Sportiva und Bungeishunju hat Satoru Sayama, der erste Tiger Mask, shooto begründet. Sportiva gibt an, dass sich Sayama 1996 aus der Leitung von shooto zurückzog.
Wann ist shooto entstanden?
Das Entstehungsjahr konnten wir nicht eindeutig belegen. Die JSA nennt 1984 und Sportiva 1985 für die Entstehung des Sports Shooting. Die Amateurwettkämpfe begannen laut JSA 1986 und die professionellen 1989.
Wie lange dauert ein professioneller shooto-Kampf?
Nach den Regeln von ISC und JSA von 2026 dauert eine Runde 5 Minuten mit einer Minute Pause, ein Kampf hat 2, 3 oder 5 Runden. Mit Lizenz der Klasse B sind nur Kämpfe über zwei und drei Runden erlaubt.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.