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Traktat

De Veris Principiis Artis Dimicatoriae (Heinrich von Gunterrodt, 1579)

Originaltitel: De Veris Principiis Artis Dimicatoriae

1579DeutschlandLehrbuch

Neulateinischer Traktat Heinrich von Gunterrodts, 1579 in Wittenberg gedruckt, gekürzte Fassung seines Manuskripts Sciomachia et hoplomachia zu Theorie und Geschichte des Fechtens.

De Veris Principiis Artis Dimicatoriae ist ein neulateinischer gedruckter Fechttraktat, den Heinrich von Gunterrodt 1579 in Wittenberg beim Drucker Mattheus Welack herausgab. Der volle Titel bezeichnet ihn als kurzen Traktat (tractatus breuis) und widmet ihn Johann VII., Herzog von Mecklenburg-Schwerin, der erst ab 1585 selbstständig regierte. Ob Gunterrodt an seinem Hof wirkte, konnten wir nicht belegen. Der Druck umfasst 42 Seiten. Der Traktat behandelt die Theorie und Geschichte des Fechtens sowie einzelne Waffendisziplinen: das Dussack, das Zweihandschwert, den Speer, die lange Streitaxt (Poleaxe), das Rapier allein und in Kombination mit einer weiteren Waffe, den Dolch und das Ringen. Im Gegensatz zur handschriftlichen Vorlage ist er nicht illustriert. Neben der Darlegung enthält er Gedichte von Gunterrodt selbst, von Johann Maior und vom Theologen Heinrich Bolschen. Der Druck ist eine gekürzte Fassung von Gunterrodts Manuskript Sciomachia et hoplomachia aus demselben Jahr (MS Dresd.C.15), das als erstes Buch bezeichnet ist. Ein weiterer Teil erschien nicht. Laut Wiktenauer beruft sich das Werk auf Johannes Herwart von Würzburg, auf Joachim Meyer und auf klösterliche Fechthandschriften. Gunterrodt wurde 1557 in Lengefeld in Sachsen geboren. In Wittenberg studierte er Griechisch, Latein und Rechtswissenschaft, und das Fechten lernte er bei Balthasar Cramonius Pomeranus, einem Schüler Herwarts. Dem Werk widmen sich eine Monographie von Bert Gevaert aus dem Jahr 2014 und eine Analyse seiner scholastischen Elemente, die 2023 Leblanc und Cinato veröffentlichten.

Kampfkünste im Werk

HEMAZentralDussackfechtenZentralRingen (mittelalterlich)Zentral

Inhalt

Gunterrodt geht im Traktat von der Theorie und Geschichte des Fechtens zu den einzelnen Waffen über. Zu den behandelten Disziplinen gehören das Dussack, das Zweihandschwert, der Speer, die lange Streitaxt (Poleaxe), das Rapier, der Dolch und das Ringen. Das Rapier, lateinisch framea, erscheint allein und in Kombinationen mit einer weiteren Waffe. Wiktenauer nennt insgesamt dreizehn Waffenkategorien, darunter Rapier mit Dolch, mit Schild, mit Mantel und zwei Rapiere gleichzeitig. Diese Aufzählung stammt aber wahrscheinlich aus dem umfangreicheren Manuskript Sciomachia et hoplomachia und ist im kürzeren Druck daher möglicherweise nicht vollständig vertreten. Wiktenauer bezeichnet den Druck als nicht illustriert, obwohl er dessen Titelblatt und heraldische Abbildungen wiedergibt. Zum Buch gehören auch Gedichte des Autors, von Johann Maior und vom Theologen Heinrich Bolschen.

Entstehung

Heinrich von Gunterrodt wurde 1557 in Lengefeld in Sachsen geboren, wahrscheinlich auf Schloss Rauenstein, als Sohn von Hans von Gunterrodt und Elisabeth von der Linda. An der Universität Wittenberg studierte er Griechisch, Latein und Rechtswissenschaft, ob er einen Titel erwarb, ist unklar. Das Fechten lernte er bei Balthasar Cramonius Pomeranus, einem Schüler von Johannes Herwart von Würzburg. Der Traktat wurde 1579 in Wittenberg von Mattheus Welack gedruckt. Die Widmung richtet sich an Johann VII. von Mecklenburg, der damals unter Regentschaft stand und ab 1585 selbstständig regierte. Ob Gunterrodt am mecklenburgischen Hof wirkte, haben wir in den Quellen nicht gefunden. Im selben Jahr entstand das Manuskript Sciomachia et hoplomachia, als erstes Buch bezeichnet, dessen gekürzte Form der Druck ist. Eine Fortsetzung erschien nicht.

Ausgaben und Übersetzungen

Die einzige Ausgabe vor 1800, die wir belegen konnten, ist die Wittenberger von 1579. In den Quellen heißt der Drucker Mattheus und Matthaeus Welack. Eine moderne Abschrift des lateinischen Textes bereitete Jay Acutt vor. Mit dem Werk befassen sich eine Monographie von Bert Gevaert von 2014 und eine Studie von Leblanc und Cinato von 2023, die die scholastischen Elemente von Gunterrodts Darlegung analysiert. Eine eigenständige Übersetzung des gesamten Traktats in eine moderne Sprache haben wir in den Quellen nicht gefunden. Der englische Titel The True Principles of the Art of Fencing ist nur eine Übersetzung des Titels.

Personen und Kampfkünste

Angaben

Form
Druck
Aufbewahrungsort
Bayerische Staatsbibliothek München
Digitalisat der Bibliothek
digitale-sammlungen.de/en/view/bsb10814670

Ausgaben

  • 1579 · LA · De veris principiis artis dimicatoriae · Mattheus Welack, Wittenberg · 42 S. · Erstausgabe

Weitere Titel

  • Henrici a Gunterrodt, de veris principiis artis dimicatoriae, tractatus breuis (Alternativtitel, DE)
  • The True Principles of the Art of Fencing (Übersetzter Titel, GB)
Weitere Quellen zum Thema (3)
  1. wiktenauer.com/wiki/Heinrich_von_Gunterrodt
  2. wiktenauer.com/wiki/De_Veris_Principiis_Artis_Dimicatoriae_(Heinrich_vo…
  3. digitale-sammlungen.de/en/view/bsb10814670