Heinrich von Gunterrodt
Deutscher Gelehrter und Fechter, der 1579 die illustrierte Handschrift Sciomachia et hoplomachia und die gedruckte Abhandlung De Veris Principiis Artis Dimicatoriae verfasste.
Auf einen Blick
DeutschlandBiografie
Heinrich von Gunterrodt wurde 1557 in Lengefeld als Sohn von Hans von Gunterrodt und Elisabeth von der Linde geboren, vermutlich auf Schloss Rauenstein. In der Geschichte des Fechtens ist er durch zwei Abhandlungen von 1579 bekannt.
Er studierte Griechisch, Latein und Recht, unter anderem an der Universität Wittenberg. Fechten lernte er bei Balthasar Cramonius Pomeranus, einem Schüler von Johannes Herwart aus Würzburg, dessen Name mit der Entdeckung der Handschrift MS I.33, bekannt als Walpurgis, verbunden ist.
1579, im Alter von 22 Jahren, verfasste er zwei Fassungen seiner Fechtabhandlung. Die erste ist die reich illustrierte Handschrift Sciomachia et hoplomachia (MS Dresd.C.15), die zweite ihre gekürzte gedruckte Fassung De Veris Principiis Artis Dimicatoriae, erschienen in Wittenberg. Beide Werke widmete er Johann VII., Herzog von Mecklenburg-Schwerin. Die Handschrift behandelt den Kampf ohne Waffen sowie mit Waffen: mit dem Dussack, dem beidhändigen Schwert, dem Spieß, der Hellebarde, dem Rapier, dem Dolch, sowie das Ringen.
Die Quelle wertet sein Werk als Versuch, anstelle der damals üblichen informellen Praxis eine systematische, theoretisch fundierte Fechtausbildung einzuführen. Das Datum seines Todes konnten wir nicht belegen.