Handschrift
Jörg-Breu-Skizzenbuch (Cod.I.6.2º.4)
Originaltitel: Jörg Breu Draftbook
1545DeutschlandLehrbuch
Augsburger Handschrift von etwa 1545 mit Ringerabschnitten nach Gregor Erhart und mit vorbereitenden Skizzen der Werkstatt von Jörg Breu zu Mairs Werk über das Fechten.
Das Jörg Breu Draftbook ist eine deutsche Handschrift aus der Universitätsbibliothek Augsburg mit der Signatur Cod.I.6.2º.4. Auf Blatt 2r trägt sie die Jahreszahl 1545, und ihre Entstehung wird um dieses Jahr angesetzt. Sie hat 44 Blätter im Format 195 × 279 mm, der Text ist in Fraktur im Frühneuhochdeutschen geschrieben. Nach Wiktenauer scheint Jörg Breu der Jüngere für den Kodex verantwortlich zu sein. Die Handschrift besteht aus Abschnitten unterschiedlicher Herkunft. Die Blätter 2v–6r bringen Ringertechniken nach Gregor Erhart, die den Inhalt seiner früheren Handschrift MS E.1939.65.354 wiederholen und durch beschreibenden Text ergänzen. Auf den Blättern 7r–13v folgt eine anonyme Abhandlung über das Ringen, nach Wiktenauer offenbar der ursprüngliche Entwurf des Werks Kunstlicher stuck Kämpffens Ringens und Werffens. Anonyme Darstellungen des Kampfes mit Schwert und Buckler befinden sich auf den Blättern 14r–15v und 40r. Den größten Teil bilden vorbereitende Skizzen zum Werk von Paul Hector Mair: Langschwert auf Bl. 16v–33v, Dussack auf Bl. 34r–35r, Dolch auf Bl. 36v–39v und Sichel auf Bl. 40v. Die Blätter 41r und 41v blieben leer, nur mit eingezeichnetem Rahmen. Wiktenauer ordnet den Kodex den vorbereitenden Arbeiten zu Mairs Handschriften zu, die in Dresden und in Wien aufbewahrt werden und an deren Illustrationen Breu arbeitete. Dierk Hagedorn hat die Handschrift unvollständig transkribiert. In Lengs Verzeichnis wird die Handschrift unter der Nummer 38.8.2 geführt.
Kampfkünste im Werk
Entstehung
Das Skizzenbuch hängt mit dem Projekt von Paulus Hector Mair zusammen, der die Werkstatt Jörg Breus des Jüngeren beauftragte, Illustrationen zu seinem Text über das Fechten und Ringen zu schaffen. Wiktenauer betrachtet den Kodex als vorbereitende Skizzen zu Mairs Handschriften in Dresden (C93/C94) und Wien (Cod. 10825/10826), an denen Breu arbeitete. Die Dresdner Fassung hat nach Wiktenauer die wenigsten Stücke und steht Breus Stil künstlerisch am nächsten, deshalb entstand sie wohl zuerst. Die Skizzen zu Mair umfassen Langschwert, Dussack, Dolch und Sichel. Die Blätter 41r und 41v tragen nur einen Rahmen ohne Zeichnung.
Urheberschaft
Die Handschrift ist nicht das Werk eines einzigen Autors. Der Ringerabschnitt auf den Blättern 2v–6r beruht auf der Arbeit von Gregor Erhart, dessen frühere Handschrift MS E.1939.65.354 er wiederholt und um beschreibenden Text erweitert. Die Abhandlung über das Ringen auf den Blättern 7r–13v ist anonym, ebenso die Darstellung von Schwert und Bucklern. Nach Wiktenauer scheint für den Kodex als Ganzes Jörg Breu der Jüngere verantwortlich, der Autor der vorbereitenden Skizzen. Paulus Hector Mair ist nicht ihr Autor, sondern der Auftraggeber des Projekts, für das die Skizzen entstanden. Eine spätere Notiz auf Blatt II r verbindet die Handschrift mit Albrecht Dürer und der Zeit um 1512. Nach Wiktenauer stützt der Rest der Handschrift dies nicht, auf Blatt 2r steht die Jahreszahl 1545.
Personen und Kampfkünste
- Gregor ErhartAutor
- Dierk HagedornHerausgeber
- Jörg Breu the YoungerIllustrator
Angaben
- Form
- Handschrift
- Aufbewahrungsort
- Universitätsbibliothek Augsburg
- Signatur
- Cod.I.6.2º.4
- Blätter
- 44
- Digitalisat der Bibliothek
- nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:384-uba002004-0