Nuba-Stockkampf
Ritueller jahreszeitlicher Zweikampf mit langem Stock und kleinem Lederschild im Nuba-Gebirge in Süd-Kordofan, Sudan.
Wichtige Daten
Charakter & Herkunft
Training
Für wen
Organisation & Wettkampf
Woraus der Stil besteht
Redaktionelle Bewertung auf einer Skala von 0–3, danach wie viel Raum der Bereich im normalen Training einnimmt.
Kataloge & Datenbanken für Nuba-Stockkampf
Über Nuba-Stockkampf
Der nubische Stockkampf ist eine überlieferte Wettkampfform der Nuba-Völker im Nuba-Gebirge in Süd-Kordofan im Sudan. Er gehört zum selben Kreis jahreszeitlicher Feste wie das weit bekanntere Nuba-Ringen: Die Kämpfe finden nach der Ernte statt, wenn in den Dörfern Nahrung und Zeit reichlich vorhanden sind, und erlauben es jungen Männern, Mut und körperliche Verfassung vor der ganzen Dorfgemeinschaft zu zeigen. Die Kämpfer treten mit einem langen, federnden Stock und einem kleinen runden Schild aus Rinder- oder Elefantenhaut an; die Schläge werden von oben und von der Seite gegen Kopf und Rumpf geführt, der Schild dient zugleich zum Ablenken und zum Drücken. Bei den südöstlichen Nuba-Gruppen ist zusätzlich ein verwandter Zweikampf mit einem scharfkantigen Metallreif am Handgelenk belegt; Leni Riefenstahl hat ihn in den 1970er Jahren in den Dörfern Kau, Nyaro und Fungor fotografisch festgehalten. Eine ältere ethnographische Beschreibung nubischer Spiele und Zweikämpfe lieferte der britische Anthropologe Siegfried Nadel in seiner 1947 erschienenen Monographie The Nuba. Es handelt sich um eine lebendige Volkstradition ohne Gründer, ohne kodifizierte Regeln und ohne einheitliche Organisation, weshalb die Seite kein Gründungsjahr nennt. Der Bürgerkrieg in Süd-Kordofan nach 2011 hat die Ausübung im Gebirge stark eingeschränkt; das Nuba-Ringen wird jedoch weiterhin in Khartum und in Lagern für Vertriebene gepflegt, wo es die nubische Identität trägt.
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Ausgewählt nach Übereinstimmung im Stilprofil, nicht nach historischer Verwandtschaft.
